Saison auf der Zielgerade

Eintracht im Bundesliga-Endspurt: Crunchtime

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Eintracht Frankfurt mobilisiert für den Endspurt der Bundesliga alle Kräfte und baut dabei vor allem auf funktionierende Achsen.

Am Ostersamstag fällt für Eintracht Frankfurt und alle weiteren 17 Bundesligisten der Startschuss zum Endspurt der Fußball-Bundesliga. Kein Länderspiel wird den nationalen Wettbewerb mehr unterbrechen, acht Begegnungen in sieben Wochen, am 18. Mai ist Schluss, dann weiß jeder, wo er steht und wo er hingehört und das verdientermaßen – denn ein Klassement über 34 Spieltage hinweg sagt schon einiges über die wahre Leistungsfähigkeit aus. Die Tabelle, schöne Grüße an Heribert Bruchhagen, lügt ja nicht.

Für die Eintracht beginnt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit dem Heimspiel gegen Union Berlin die Crunchtime, eine knappe Woche später gastiert Werder Bremen im Waldstadion. „Das sind zwei wichtige Spiele, die wir unbedingt gewinnen wollen“, sagt Torwart Kevin Trapp. Sechs Punkte wären vielleicht nicht die Entscheidung im Kampf um einen internationalen Startplatz, aber ein gewaltiger Schritt. Rang sechs reicht entweder für einen zweitklassigen oder drittrangigen europäischen Wettbewerb.

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Wo geht es hin für Eintracht Frankfurt?

Auf Platz sechs parkt die Eintracht schon seit geraumer Zeit, seit elf Spieltagen sogar, und so wirklich hat sich niemand hervorgetan, der ihr diesen Rang abspenstig machen will. Gut, der FC Augsburg hat eine Serie gestartet mit vier Siegen hintereinander, weshalb die bayerischen Schwaben nun auf fünf Punkte an die Eintracht herangerobbt sind.

Aber ob sie am Ende wirklich vorbeiziehen können? Viel spricht, rational betrachtet, nicht dafür – außer vielleicht das knackige Programm der Frankfurter mit Partien in Stuttgart und München sowie zu Hause gegen Leverkusen und Leipzig. Andererseits empfangen sie neben Berlin und Bremen auch noch den FC Augsburg zu Hause und müssen zu den gerupften Fohlen nach Mönchengladbach. Da muss man, auf Strecke gesehen, nicht unbedingt fünf Punkte oder mehr einbüßen.

Wird eine Schlüsselrolle im Kampf um einen europäischen Startplatz einnehmen: Torwart Kevin Trapp.

Trotzdem: Man steckt ja nicht drin beim Klub vom Main, erst recht nicht in dieser Saison, die sich nicht so wirklich gut und rund und fluffig anfühlt. Nie weiß man richtig, was einen erwartet bei der Eintracht – denkt man, sie hat die Kurve bekommen wie im Herbst, geht es – zack – wieder bergab.

Eintracht gibt zeitweise Rätsel auf

Glaubt man, sie schliddert in eine tiefe Krise, die sie in ihrer Ganzheit nicht mehr loslassen wird, wie nach dem Pokal-Aus in Saarbrücken oder dem K.o. in der Conference League gegen Union Saint-Gilloise, fährt sie mal eben mit 5:1 über die Bayern hinweg oder zieht sich mit sieben Punkten aus drei Spielen (Wolfsburg, Heidenheim, Hoffenheim) am eigenen Schopf aus dem Schlamassel.

Und nun, nach dem 1:3 in Dortmund, das irgendwie erwartbar war, aber doch auf einer mäßigen Vorstellung mit wenig Ballkontrolle fußte? Man wird es sehen gegen Union.

Wie reagiert Eintracht-Torwart Kevin Trapp?

Für die Eintracht wird von entscheidender Bedeutung sein, funktionierende Achsen auf dem Platz zu haben. Das fängt hinten beim Torwart (Kevin Trapp) an und zieht sich bis vorne zur Lebensversicherung (Omar Marmoush) durch. Die Frage wird sein, wie Schlussmann Trapp die Ausbootung aus der Nationalelf wegsteckt, ob er in ein mentales Loch fällt oder eher eine Trotzreaktion zeigt.

In Dortmund und den Trainingstagen danach machte er einen kämpferischen Eindruck. Wichtig für die Mannschaft, sie braucht einen Keeper, der Sicherheit ausstrahlt und sie auf die Vorderleute überträgt.

Genauso entscheidend ist die Innenverteidigung mit Willian Pacho, der nach einer phänomenalen Hinserie zuletzt merklich schwächelte, und Nationalspieler Robin Koch. Und davor die beiden Kräfte in der Schaltzentrale, Hugo Larsson und Ellyes Skhiri. Beide waren zuletzt angeschlagen, weshalb sie für ihre Nationalteams aus Schweden (Larsson) und Tunesien (Skhiri) nicht zum Einsatz kamen.

Eintracht: Larsson noch nicht soweit

Am Dienstag, dem ersten Trainingstag der Woche nach einem verlängerten Wochenende, das etwa Mario Götze zu einem Kurztrip nach Dubai nutzte, stand Skhiri nach überstandenen Rückenproblemen mit den Kollegen wieder auf dem Platz. Larsson ist nicht ganz so weit, er drehte einige Runden und war schon wieder vorsichtig am Ball, soll aber nach seiner Oberschenkelblessur mit Bedacht eingegliedert werden.

Ob es für einen Einsatz reicht am Samstag, ist ungewiss. Bei Skhiri sieht es ungleich besser aus. Ansonsten begrüßte Trainer Dino Toppmöller bis auf die abwesenden Nationalspieler sowie Sebastian Rode und den kränkelnden Aurelio Buta alle Profis auf dem Übungsplatz.

Auch Hugo Ekitiké, den Neuzugang, der so langsam mal bereit sein müsste für einen Startelfeinsatz. Immerhin weilt er jetzt seit fast zwei Monaten bei seinem neuen Team, in dieser Zeit sollte ein 21-Jähriger in der Lage sein, seine Defizite weitgehend aufgearbeitet zu haben.

Sowieso rätselhaft, weshalb das so lange dauert und wieso er sich in einem solch miserablen körperlichen Zustand befand. Der Franzose könnte noch zu einem wichtigen Faktor im Endspurt werden – wenn er sein Potenzial endlich mal vollständig abruft. Nach anfänglichen vielversprechenden Auftritten sah das zuletzt trotz besser werdender Physis nicht mehr ganz so verheißungsvoll aus. Hugo Ekitiké, 20 Millionen Euro schwer und damit Rekordtransfer, sollte so langsam liefern.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jan Huebner

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