Von Peter Grad
schließen
Alejandro Grimaldo ist der einzig übrig gebliebene Leistungsträger der Leverkusener Meistermannschaft 2023/24. Verlässt auch er den Werksverein?
Leverkusen / München – Eine Saison lang konnte Bayer Leverkusen den deutschen Rekordmeister Bayern nicht nur heftig herausfordern, sondern sogar klar hinter sich lassen. Unter dem Ex-Bayern-Spieler Xabi Alonso spielte der Werksverein 2023/24 die mit Abstand beste Saison der Vereinsgeschichte, konnte kurzfristig den Namen „Vizekusen“ ablegen, wurde ungeschlagen Meister und holte sich sogar das Double.
Alejandro Grimaldo beim CL-Spiel zwischen seinem Ex-Verein Benfica Lissabon und Bayer Leverkusen.
© IMAGO/Bruno de Carvalho
Für eine weitere Spielzeit konnte Bayer seine Topelf aus dem Meisterjahr zusammen halten, dennoch stellte der FC Bayern die gewohnten Verhältnisse in Fußball-Deutschland wieder her. Die Folge war ein außergewöhnlicher Ausverkauf eines einst großartiges Teams.
Als Guerreiro-Ersatz: FCB-Interesse an Grimaldo? Erfolgscoach Alonso zog es nach Madrid, Superstar Florian Wirtz wechselte für eine Rekordablösesumme zum FC Liverpool, wurde dorthin von Jeremie Frimpong begleitet. Jonathan Tah wechselte ablösefrei zum FC Bayern, Mannschaftskapitän Lukas Hradecky zu AS Monaco, „Aggressive Leader“ Granit Xhaka zum PL-Aufsteiger Sunderland, Amine Adli nach Bournemouth, Odilon Kossounou zu Atalanta Bergamo. Der mittlerweile in ein Leistungstief gefallene Toptorjäger der Meistersaison, Victor Boniface, wurde nach Bremen verliehen.
Und der aktuell einzige Akteur der Double-Sieger, der dieses Niveau noch zeigt, Alejandro Grimaldo, soll nun die Begehrlichkeiten der Verantwortlichen an der Säbener Straße geweckt haben. Das Gerücht, das zuerst vom kicker in den Umlauf gebracht worden war, wurde nun auch von der BILD bestätigt. Demnach mache sich der FC Bayern „intern tatsächlich intensive Gedanken“ zum Spanier, der in Leverkusen noch bis 2027 unter Vertrag steht. Grimaldo sei ein möglicher Ersatz für den Portugiesen Raphaël Guerreiro, dessen 2026 auslaufender Vertrag beim FCB wohl nicht verlängert wird.
Sind Upamecano und Tah das Nächste? Die legendärsten Innenverteidiger-Duos Raphaël Varane & Presnel Kimpembe: Das moderne französische Duo führte Les Bleus 2018 zum WM-Titel in Russland. Varanes Erfahrung und Kimpembes Dynamik verkörpern die neue Generation der französischen Verteidiger-Schule. © Norbert Scanella via www.imago-images.de Lilian Thuram & Marcel Desailly: Die französischen Weltmeister von 1998 dominierten sowohl bei der WM als auch bei der EM 2000. Thurams Vielseitigkeit und Desaillys Führung bildeten das Fundament für Frankreichs goldene Generation. © IMAGO/ISO SPORT Sol Campbell & Kolo Touré: Das Duo war entscheidend für Arsenals „Invincibles“-Saison 2003/04, als die Gunners ungeschlagen Meister wurden. Campbells Erfahrung und Tourés Energie bildeten eine nahezu undurchdringliche Defensive unter Arsène Wenger. © IMAGO / Paul Marriott Lucio & Juan: Die brasilianischen Verteidiger führten Bayern 2001 zur Champions League und Brasilien 2002 zum WM-Titel. Lucios Athletik und Juans Spielaufbau bildeten eine perfekte südamerikanische Defensive. © Imago Jamie Carragher & Sami Hyypiä: Das loyale Duo bildete über Jahre Liverpools Defensive und gewann 2005 die Champions League. Carraghers Leidenschaft und Hyypiäs Ruhe machten sie zu Anfield-Legenden. Jamie Carragher & Sami Hyypiä: Das loyale Duo bildete über Jahre Liverpools Defensive und gewann 2005 die Champions League. Carraghers Leidenschaft und Hyypiäs Ruhe machten sie zu Anfield-Legenden. © IMAGO / Paul Marriott Aldair & Márcio Santos: Das brasilianische Duo führte Rom in den 1990er Jahren zu großen Erfolgen und Brasilien 1994 zum WM-Titel. Ihre Kombination aus südamerikanischer Technik und europäischer Taktik war einzigartig. Aldair & Márcio Santos: Das brasilianische Duo führte Rom in den 1990er Jahren zu großen Erfolgen und Brasilien 1994 zum WM-Titel. Ihre Kombination aus südamerikanischer Technik und europäischer Taktik war einzigartig. © Imago/Magic Pepe & Ricardo Carvalho: Die portugiesischen Verteidiger prägten sowohl Real Madrids als auch Portugals Defensive über Jahre. Pepes Intensität und Carvalhos Eleganz bildeten eine kontrastreiche, aber effektive Partnerschaft. Pepe & Ricardo Carvalho: Die portugiesischen Verteidiger prägten sowohl Real Madrids als auch Portugals Defensive über Jahre. Pepes Intensität und Carvalhos Eleganz bildeten eine kontrastreiche, aber effektive Partnerschaft. © imago sportfotodienst Carles Puyol & Rafa Márquez: Das Duo bildete vor Piqués Ankunft Barcelonas Defensive und gewann zwei Champions-League-Titel. Puyols Leidenschaft und Márquez‘ technische Fähigkeiten passten perfekt zu Barcelonas Spielphilosophie. Carles Puyol & Rafa Márquez: Das Duo bildete vor Piqués Ankunft Barcelonas Defensive und gewann zwei Champions-League-Titel. Puyols Leidenschaft und Márquez‘ technische Fähigkeiten passten perfekt zu Barcelonas Spielphilosophie. © IMAGO / Ulmer Marcel Desailly & Laurent Blanc: Die französischen Weltmeister von 1998 bildeten das Herzstück einer der besten Nationalmannschaften aller Zeiten. Desaillys Athletik und Blancs Spielaufbau führten auch zum EM-Titel 2000. Marcel Desailly & Laurent Blanc: Die französischen Weltmeister von 1998 bildeten das Herzstück einer der besten Nationalmannschaften aller Zeiten. Desaillys Athletik und Blancs Spielaufbau führten auch zum EM-Titel 2000. © IMAGO/Taamallah Mehdi/ABACA Matthias Sammer & Jürgen Kohler: Das deutsche Duo führte Dortmund 1997 zum Champions League-Sieg. Sammers Libero-Spiel und Kohlers Zweikampfstärke bildeten eine perfekte Kombination aus Kreativität und Stabilität. Matthias Sammer & Jürgen Kohler: Das deutsche Duo führte Dortmund 1997 zum Champions League-Sieg. Sammers Libero-Spiel und Kohlers Zweikampfstärke bildeten eine perfekte Kombination aus Kreativität und Stabilität. © IMAGO / Kolvenbach Ronald Koeman & Frank Rijkaard: Das niederländische Duo war entscheidend für den EM-Sieg 1988 und Barcelonas Erfolge. Koemans Freistöße und Rijkaards Spielintelligenz machten sie zu einem der vielseitigsten Verteidiger-Duos. Ronald Koeman & Frank Rijkaard: Das niederländische Duo war entscheidend für den EM-Sieg 1988 und Barcelonas Erfolge. Koemans Freistöße und Rijkaards Spielintelligenz machten sie zu einem der vielseitigsten Verteidiger-Duos. © IMAGO / Sven Simon Gaetano Scirea & Claudio Gentile: Die gegensätzlichen Italiener ergänzten sich perfekt - Scireas Eleganz und Gentiles Härte. Zusammen gewannen sie die WM 1982 und prägten Juventus‘ goldene Ära der 1980er Jahre. Gaetano Scirea & Claudio Gentile: Die gegensätzlichen Italiener ergänzten sich perfekt - Scireas Eleganz und Gentiles Härte. Zusammen gewannen sie die WM 1982 und prägten Juventus‘ goldene Ära der 1980er Jahre. © IMAGO / WEREK Giorgio Chiellini & Leonardo Bonucci: Die italienischen Verteidiger dominierten über ein Jahrzehnt bei Juventus und führten Italien 2021 zum EM-Titel. Ihre Kombination aus Erfahrung, Spielaufbau und defensiver Stabilität war legendär. Giorgio Chiellini & Leonardo Bonucci: Die italienischen Verteidiger dominierten über ein Jahrzehnt bei Juventus und führten Italien 2021 zum EM-Titel. Ihre Kombination aus Erfahrung, Spielaufbau und defensiver Stabilität war legendär. © IMAGO/Nick Potts Virgil van Dijk & Joel Matip: Das Duo transformierte Liverpools Defensive und führte den Verein zu Champions League- und Premier League-Erfolgen. Van Dijks Dominanz und Matips Zuverlässigkeit bildeten eine nahezu perfekte Partnerschaft. Virgil van Dijk & Joel Matip: Das Duo transformierte Liverpools Defensive und führte den Verein zu Champions-League- und Premier-League-Erfolgen. Van Dijks Dominanz und Matips Zuverlässigkeit bildeten eine nahezu perfekte Partnerschaft. © Shaun Brooks via www.imago-images.de Thiago Silva & David Luiz: Die brasilianischen Verteidiger prägten PSGs Aufstieg zur europäischen Spitze. Silvas Ruhe und Luiz‘ Dynamik ergänzten sich sowohl in Paris als auch in der Seleção perfekt. Thiago Silva & David Luiz: Die brasilianischen Verteidiger prägten PSGs Aufstieg zur europäischen Spitze. Silvas Ruhe und Luiz‘ Dynamik ergänzten sich sowohl in Paris als auch in der Seleção perfekt. © imago sportfotodienst Fabio Cannavaro & Alessandro Nesta: Das elegante italienische Duo führte Italien 2006 zum WM-Titel und dominierte auch bei Milan. Cannavaros Antizipation und Nestas Spielaufbau bildeten eine perfekte Symbiose. Fabio Cannavaro & Alessandro Nesta: Das elegante italienische Duo führte Italien 2006 zum WM-Titel und dominierte auch bei Milan. Cannavaros Antizipation und Nestas Spielaufbau bildeten eine perfekte Symbiose. © IMAGO / Sven Simon Alessandro Costacurta & Franco Baresi: Die beiden Italiener spielten über ein Jahrzehnt zusammen und gewannen etliche Male die Meisterschaft und auch den CL-Titel. Ihre perfekte Abstimmung und taktische Disziplin machten Milans Defensive nahezu undurchdringlich. Alessandro Costacurta & Franco Baresi: Die beiden Italiener spielten über ein Jahrzehnt zusammen und gewannen etliche Male die Meisterschaft und auch den CL-Titel. Ihre perfekte Abstimmung und taktische Disziplin machten Milans Defensive nahezu undurchdringlich. © imago sportfotodienst John Terry & Ricardo Carvalho: Das Duo bildete das Fundament von Chelseas erfolgreichster Ära unter José Mourinho. Terrys Führungsqualitäten und Carvalhos technische Finesse führten zu zwei Premier-League-Titeln in Folge. John Terry & Ricardo Carvalho: Das Duo bildete das Fundament von Chelseas erfolgreichster Ära unter José Mourinho. Terrys Führungsqualitäten und Carvalhos technische Finesse führten zu zwei Premier-League-Titeln in Folge. © imago sportfotodienst Mats Hummels & Jérôme Boateng: Das deutsche WM-Duo von 2014 dominierte sowohl bei Bayern als auch in der Nationalmannschaft. Ihre Kombination aus Spielaufbau, Athletik und taktischer Intelligenz war außergewöhnlich. Mats Hummels & Jérôme Boateng: Das deutsche WM-Duo von 2014 dominierte sowohl bei Bayern als auch in der Nationalmannschaft. Ihre Kombination aus Spielaufbau, Athletik und taktischer Intelligenz war außergewöhnlich. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de Franz Beckenbauer & Hans-Georg Schwarzenbeck: Der „Kaiser“ und sein loyaler Partner dominierten in den 1970er Jahren und gewannen drei aufeinanderfolgende Europapokale der Landesmeister. Beckenbauers revolutionärer Libero-Stil wurde perfekt von Schwarzenbecks zuverlässiger Defensive ergänzt. Franz Beckenbauer & Hans-Georg Schwarzenbeck: Der „Kaiser“ und sein loyaler Partner dominierten in den 1970er Jahren und gewannen drei aufeinanderfolgende Europapokale der Landesmeister. Beckenbauers revolutionärer Libero-Stil wurde perfekt von Schwarzenbecks zuverlässiger Defensive ergänzt. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel Sergio Ramos & Raphaël Varane: Zwischen 2011 und 2021 gewannen sie vier Champions-League-Titel zusammen. Ramos‘ Führungsqualitäten und Varane‘s Schnelligkeit und Antizipation bildeten eine nahezu unüberwindbare Barriere. Sergio Ramos & Raphaël Varane: Zwischen 2011 und 2021 gewannen sie vier Champions-League-Titel zusammen. Ramos‘ Führungsqualitäten und Varane‘s Schnelligkeit und Antizipation bildeten eine nahezu unüberwindbare Barriere. © AFP7 via www.imago-images.de Carles Puyol & Gerard Piqué: Die katalanischen Verteidiger waren das Herzstück von Barcelonas goldener Ära unter Pep Guardiola. Puyols Leidenschaft und Piqués technische Fähigkeiten passten ideal zum Tiki-Taka-Stil. Carles Puyol & Gerard Piqué: Die katalanischen Verteidiger waren das Herzstück von Barcelonas goldener Ära unter Pep Guardiola. Puyols Leidenschaft und Piqués technische Fähigkeiten passten ideal zum Tiki-Taka-Stil. © Paco Largo Rio Ferdinand & Nemanja Vidić: Das Duo führte United zwischen 2006 und 2014 zu drei Premier-League-Titeln und einem Champions-League-Sieg. Ferdinands Eleganz und Spielaufbau ergänzten sich perfekt mit Vidićs Härte und Kopfballstärke. Rio Ferdinand & Nemanja Vidić: Das Duo führte United zwischen 2006 und 2014 zu drei Premier-League-Titeln und einem Champions-League-Sieg. Ferdinands Eleganz und Spielaufbau ergänzten sich perfekt mit Vidićs Härte und Kopfballstärke. © Back Page Images/Shutterstock via www.imago-images.de Franco Baresi & Paolo Maldini: Das legendäre italienische Duo dominierte in den 1980er und 1990er Jahren und gewann zusammen fünf Champions-League-Titel. Baresi als Libero und Maldini als vielseitiger Verteidiger bildeten das Rückgrat einer der erfolgreichsten Vereinsmannschaften der Geschichte. Franco Baresi & Paolo Maldini: Das legendäre italienische Duo dominierte in den 1980er und 1990er Jahren und gewann zusammen fünf Champions-League-Titel. Baresi als Libero und Maldini als vielseitiger Verteidiger bildeten das Rückgrat einer der erfolgreichsten Vereinsmannschaften der Geschichte. © STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL via www.imago-images.de Mats Hummels & Neven Subotić: Das deutsch-serbische Duo bildete zwischen 2008 und 2015 das Herzstück von Dortmunds goldener Ära unter Jürgen Klopp. Zusammen führten sie den BVB zu zwei Bundesliga-Titeln und dem Champions-League-Finale 2013, wobei Hummels‘ eleganter Spielaufbau perfekt mit Subotićs Athletik und Kopfballstärke harmonierte. Mats Hummels & Neven Subotić: Das deutsch-serbische Duo bildete zwischen 2008 und 2015 das Herzstück von Dortmunds goldener Ära unter Jürgen Klopp. Zusammen führten sie den BVB zu zwei Bundesliga-Titeln und dem Champions-League-Finale 2013, wobei Hummels‘ eleganter Spielaufbau perfekt mit Subotićs Athletik und Kopfballstärke harmonierte. © Fotostand / Hommes via www.imago-images.de Die BILD berichtet aber auch, dass der FC Bayern bislang weder zur Grimaldo-Seite noch zu Bayer Leverkusen Kontakt aufgenommen hat. Außerdem sollte es keineswegs der Plan des Werksvereins sein, den linken Außenbahnspieler abzugeben, insbesondere nicht an den Liga-Konkurrenten aus München.
Während der 11-fache spanische Nationalspieler, der unter anderem beim FC Barcelona ausgebildet worden war, schon häufig betont hat, noch einmal bei einem großen Klub in seinem Heimatland spielen zu wollen, spekulieren die deutschen Medien derzeit, wie hoch die Ablösesumme für den FC Bayern wohl sei. Laut BILD würde Bayer von spanischen Klubs eine Ablöse von „weit über zehn Millionen Euro“ fordern, beim FC Bayern wäre die Forderung sogar nochmal „deutlich höher“.
Der deutsche Rekordmeister müsste für einen dann bald 31-jährigen Spieler mit nur noch einem Jahr Restvertrag demnach also tief in die Schatulle greifen. Wenn man bedenkt, dass derzeit auf der angestammten Grimaldo-Position an der Säbener Straße eifrig an den Comebacks von Hiroki Ito und vor allem Alphonso Davies gearbeitet wird, ergeben diese Gedankengänge insgesamt wenig Sinn. Man ist fast geneigt, von einem „Quatschgerücht in der Länderspielpause“ zu sprechen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Bruno de Carvalho