Zukunfts-Entscheidung steht bevor

Was wird aus Eintracht-Trainer Toppmöller? Anfrage von Top-Club aus Italien sorgt für Aufruhr

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Eintracht Frankfurt soll intern nicht unkritisch mit der Debütsaison von Dino Toppmöller umgehen. Nun verursacht eine Anfrage aus Italien weitere Unruhe.

Frankfurt/Mailand – Obwohl Eintracht Frankfurt unter Dino Toppmöller eine eher durchwachsene Saison ablieferte, ist der Trainer offenbar heiß begehrt – und zwar bis in die oberste Fußballetage. Nach Angaben der Bild hatte sich in den vergangenen Tagen mit dem AC Mailand ein Italien-Gigant nach Toppmöller erkundigt. Das Gerücht sorgt für Aufruhr.

Dino Toppmöller
Geburtsdatum:23. November 1980 (Alter 43 Jahre), Wadern
Verein:Eintracht Frankfurt
Position:Trainer
Vertrag bis:30.06.2026

Dino Toppmöller blockt Milan-Anfrage ab – auch Premier League lockt

Toppmöller soll jene Anfrage aber direkt abgeblockt haben. Ebenso wie die angeblichen Erkundigungen von Brighton & Hove Albion aus der Premier League. Toppmöller fokussiere sich voll auf seine Aufgaben mit der Eintracht. Brighton sucht nach dem Abgang von Roberto De Zerbi, der lange Zeit auf der Liste des FC Bayern stand, nach einem neuen Trainer. Genauso wie Milan, das die Trennung von Stefano Pioli inzwischen offiziell bestätigt hat. Favorit auf den vakanten Posten bei den Rossoneri soll Paulo Fonseca vom OSC Lille sein.

Nun zurück zur Eintracht: In den vergangenen Tagen war durchaus über ein vorzeitiges Ausscheiden von Toppmöller gemutmaßt worden. Der kicker hatte berichtet, dass dem Übungsleiter von der Frankfurter Führungsetage unter anderem vorgeworfen wird, zu viel zu rotieren. Außerdem sollen Toppmöllers zu viele taktische Umstellungen, die fehlende Handschrift, zu wenig offensive Durchschlagskraft und vor allem die in der Rückrunde fehlende Stabilität der Defensive kritisch gesehen werden. Es stellt sich bei der Eintracht also wohl die berechtigte die Frage: Was wird aus Toppmöller?

Dino Toppmöller steht bei Eintracht Frankfurt durchaus zur Disposition.

Bleibt Dino Toppmöller bei Eintracht Frankfurt? Entscheidung in Kürze

Toppmöller muss sich bezüglich der finalen Jobentscheidung noch etwas gedulden, erst in der kommenden Woche wird eine Entscheidung bekanntgegeben. Seit Mittwoch befindet sich eine hochrangige Eintracht-Delegation um Sportvorstand Markus Krösche gemeinsam mit Altstar Makoto Hasebe in Tokio, um den großen Sportsmann in seiner Heimat gebührend zu verabschieden. Im Anschluss wird es zum Toppmöller-Showdown kommen.

Das 2:2 im abschließenden Heimspiel gegen RB Leipzig sorgte dafür, dass die Eintracht die Saison mit 47 Punkten auf Rang 6 abschloss – und damit der geteilt schlechteste Tabellensechste der Bundesliga seit Einführung der Drei-Punkte-Regel (wie Nürnberg 2010/11) ist. Verheerender ist allerdings das Abschneiden in den vergangenen Wochen: Frankfurt gewann nur eines seiner abschließenden neun Saisonspiele in der Bundesliga (4 Remis, 4 Niederlagen), kein Team gewann seit Beginn des 26. Spieltags seltener (Darmstadt und Gladbach auch je einmal).

Die erfolgreichsten Trainer von Eintracht Frankfurt

Mit der Eintracht verpasst der Kroate in der Premieren-Saison der Bundesliga den großen Wurf. Während der Spielzeit zum Cheftrainer befördert, wird er mit der Eintracht Vize-Pokalsieger und Tabellendritter.
Ivica Horvat (1964-1965) - Mit der Eintracht verpasst der Kroate in der Premieren-Saison der Bundesliga den großen Wurf. Während der Spielzeit zum Cheftrainer befördert, wird er mit der Eintracht Vize-Pokalsieger und Tabellendritter.  © Picture Alliance/Wilhlem Leuschner
Erich Ribbeck im Jahre 1971 als Trainer von Eintracht Frankfurt
Erich Ribbeck (1968–1973) – blieb abgesehen von einer Qualifikation zum UEFA-Pokal durch einen fünften Platz in der Liga ohne größeren Erfolg. Ein Jahr nach Ribbecks Abgang gewinnt der DFB-Elf mit Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein die Weltmeisterschaft. Mit fünf Jahren hält Ribbeck jedoch gemeinsam mit Friedhelm Funkel den Rekord als Trainer mit der längsten Amtszeit bei der SGE.  © Picture Alliance/Roland Witschel
Trainer Dietrich Weise mit Neuzugängen
Dietrich Weise (1973–1976) – Unter Weise gehört die Eintracht zur nationalen Spitze und gewinnt zweimal den DFB-Pokal. 1975/76 prescht sie gar bis ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger vor, um dort West Ham United zu unterlegen.  © Picture Alliance / Roland Witschel
Friedel Rausch während seiner zweiten Amtszeit in Frankfurt
Friedel Rausch (1979–1980 und 2001) – In der Saison 1979/80 führt Rausch die Eintracht zum dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Im Finale des UEFA-Cups gegen Borussia Mönchengladbach setzt sich die SGE nach Hin- und Rückspiel durch. Im April 2001 kreuzten sich die Wege abermals, der Abstieg der Eintracht in die 2. Liga war jedoch nicht zu verhindern.  © Picture Alliance / Ralf Hirschberger
Lothar Buchmann (1980–1982) – Wird mit der Eintracht DFB Pokalsieger 1981 gegen den 1. FC Kaiserslautern, zu jener Zeit von Karl-Heinz Feldkamp trainiert. Im Sommer 1982 sollte es für Buchmann über den Main zu Erzrivale Kickers Offenbach gehen.
Lothar Buchmann (1980–1982) – Wird mit der Eintracht DFB Pokalsieger 1981 gegen den 1. FC Kaiserslautern, zu jener Zeit von Karl-Heinz Feldkamp trainiert. Im Sommer 1982 sollte es für Buchmann über den Main zu Erzrivale Kickers Offenbach gehen. © Laci Perenyi/Imago
Karl-Heinz Feldkamp (1987–1988) – Was Feldkamp 1981 durch die Eintracht verwehrt blieb, sollte nun in Erfüllung gehen. 1988 gewinnt er mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal. Kurz danach verabschiedet er sich nach Ägypten, um dort Al-Ahly trainieren zu können.
Karl-Heinz Feldkamp (1987–1988) – Was Feldkamp 1981 durch die Eintracht verwehrt blieb, sollte nun in Erfüllung gehen. 1988 gewinnt er mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal. Kurz danach verabschiedet er sich nach Ägypten, um dort Al-Ahly zu trainieren. © picture alliance / Kai-Uwe Wärner/dpa
Dragoslav Stepanovic (1990–1993) – Bundesligadritter, Europapokalteilnahmen und ein Pokal-Halbfinale. „Stepi“ war neben seiner freundlichen Art auch durch ansprechenden Fußball beliebt. Tragisch und unvergessen bleibt jedoch auch das Saisonfinale 1991/1992 als die Eintracht durch eine Niederlage bei Hansa Rostock in der ersten gesamtdeutschen Bundesligasaison die Meisterschaft verpasst. Auch seine zweite Amtszeit 1996 endet unrühmlich mit dem Bundesligaabstieg.
Dragoslav Stepanovic (1990–1993) – Bundesligadritter, Europapokalteilnahmen und ein Pokal-Halbfinale. „Stepi“ war neben seiner freundlichen Art auch durch ansprechenden Fußball beliebt. Tragisch und unvergessen bleibt jedoch auch das Saisonfinale 1991/1992 als die Eintracht durch eine Niederlage bei Hansa Rostock in der ersten gesamtdeutschen Bundesligasaison die Meisterschaft verpasst. Auch seine zweite Amtszeit 1996 endet unrühmlich mit dem Bundesligaabstieg. © Katja Lenz/picture alliance
Jörg Berger (1988–1990 und 1999) – Wird mit der Eintracht während seiner ersten Amtszeit Bundesligadritter, was jedoch ebenso in Erinnerung bleibt ist das Saisonfinale 1999. Mit einem 5:1-Sieg gegen Süd-West Rivale Kaiserslautern sichert die Eintracht sich auf hochdramatische Weise den Klassenerhalt.
Jörg Berger (1988–1990 und 1999) – Wird mit der Eintracht während seiner ersten Amtszeit Bundesligadritter, was jedoch ebenso in Erinnerung bleibt ist das Saisonfinale 1999. Mit einem 5:1-Sieg gegen Süd-West Rivale Kaiserslautern sichert die Eintracht sich auf hochdramatische Weise den Klassenerhalt. © Ferdinand Ostrop/picture-alliance
Friedhelm Funkel (2004–2009) – Gleichsam mit Erich Ribbeck ein Rekordhalter, was die Beschäftigungsdauer bei der SGE angeht. Unter ihm gelang ein Bundesligaaufstieg und darauffolgend die Etablierung in der ersten Liga. Eine Krönung seiner Tätigkeit durch einen DFB-Pokal Sieg blieb ihm durch die Finalniederlage 2006 verwehrt.
Friedhelm Funkel (2004–2009) – Gleichsam mit Erich Ribbeck ein Rekordhalter, was die Beschäftigungsdauer bei der SGE angeht. Unter ihm gelang ein Bundesligaaufstieg und darauffolgend die Etablierung in der ersten Liga. Eine Krönung seiner Tätigkeit durch einen DFB-Pokal Sieg blieb ihm durch die Finalniederlage 2006 verwehrt. © Uwe Anspach/picture-alliance
Armin Veh (2011–2014 und 2015–2016) – Unter Veh kehrt die Eintracht in die Bundesliga zurück und sollte danach nicht mehr absteigen. Pünktlich zum 50. Bundesligajubiläum erreicht die SGE als Tabellensechster den Europapokal. Bei seinem zweiten Engagement wurde Veh nach nicht mal einem Jahr freigestellt.
Armin Veh (2011–2014 und 2015–2016) – Unter Veh kehrt die Eintracht in die Bundesliga zurück und sollte danach nicht mehr absteigen. Pünktlich zum 50. Bundesligajubiläum erreicht die SGE als Tabellensechster den Europapokal. Bei seinem zweiten Engagement wurde Veh nach nicht mal einem Jahr freigestellt. © Caroline Blumberg / picture alliance
Nico Kovac (2016–2018) – In seine Amtszeit fallen zwei Finalteilnahmen im DFB-Pokal. 2018 sollte er dort niemanden geringeres als seinen künftigen Arbeitgeber Bayern München besiegen. Unter Kovac avancierte die SGE wieder vom Abstiegskandidat zum Europacup-Teilnehmer. Mitunter wird der Sieg 2018 als Grundstein des heutigen Erfolgs gesehen.
Nico Kovac (2016–2018) – In seine Amtszeit fallen zwei Finalteilnahmen im DFB-Pokal. 2018 sollte er dort niemanden geringeres als seinen künftigen Arbeitgeber Bayern München besiegen. Unter Kovac avancierte die SGE wieder vom Abstiegskandidat zum Europacup-Teilnehmer. Mitunter wird der Sieg 2018 als Grundstein des heutigen Erfolgs gesehen. © Boris Roessler / picture alliance
Adi Hüter (2018–2021) – Europacup-Abende prägen seine Ära, die im Erreichen des Euro-League Halbfinals 2018/2019 ihren Höhepunkt fand. Weiter gelang es der Eintracht unter ihm sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und 2019/2020 das DFB-Pokal Halbfinale zu erreichen. Durch eine Trainer-Rochade zog es ihn weiter nach Mönchengladbach.
Adi Hüter (2018–2021) – Europacup-Abende prägen seine Ära, die im Erreichen des Euro-League Halbfinals 2018/2019 ihren Höhepunkt fand. Weiter gelang es der Eintracht unter ihm sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und 2019/2020 das DFB-Pokal Halbfinale zu erreichen. Durch eine Trainer-Rochade zog es ihn weiter nach Mönchengladbach. © Thomas Frey / picture alliance
Eintracht Frankfurt – Glasgow Rangers
Oliver Glasner (seit 2021) – Trotz einer durchwachsenen ersten Bundesliga-Saison unter dem Österreicher, gewinnt die Frankfurter Eintracht 2021/2022 die Europa League. Nach Krönung einer kontinuierlichen Entwicklung nimmt der Verein erstmals an der Champions-League teil.  © Picture Alliance / Arne Dedert

Dino Toppmöller könnte weiteren Co-Trainer bekommen

Das alles führt dazu, dass Toppmöller im Frankfurter Umfeld durchaus kritisch gesehen wird. Womöglich wird ihm, ganz nach dem Vorbild Borussia Dortmund mit Sven Bender und Nuri Sahin, zur kommenden Saison ein weiterer Co-Trainer an die Seite gestellt. Der vereinslose Xaver Zembrod, der Julian Nagelsmann zuvor beim FC Bayern und RB Leipzig assistierte, soll hierfür ein Kandidat sein. (aoe)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marc Schueler

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