Nach starker Leistung gegen Gladbach

Kompany verteidigt Bayernstürmer gegen permanente Medienkritik

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FCB-Stürmer Nicolas Jackson musste zuletzt vermehrt öffentliche Kritik einstecken. Nach der starken Partie des Senegalesen gegen Mönchengladbach äußert sich sein Coach dazu.

Aufgrund der Wadenverletzung von Harry Kane rutschte der 24-jährige Nicolas Jackson in die Startelf des FC Bayern beim Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Und der 30-fache senegalesische Nationalspieler machte seine Sache beim 4:1-Sieg ausgesprochen gut: An drei der vier Treffer des Rekordmeisters war er beteiligt. So leistete er den Pre-Assist zum 2:0 mit einem langen Sprint durch das Mittelfeld, seinen Pass auf Luis Díaz leitete dieser hervorragend auf den Torschützen Konrad Laimer weiter.

FCB-Chefcoach Vincent Kompany auf der PK nach der BL-Partie gegen Borussia Mönchengladbach.

Bei den Toren zum 3:0 und 4:0 sammelte der 1,87-Meter-große Sturmtank seine offiziellen Torbeteiligungen sieben und acht der laufenden Saison. Zunächst holte er den durch Jamal Musiala zum 3:0 verwandelten Foulelfmeter heraus. In der Schlussphase verwandelte er nach Lennart Karls präziser Vorarbeit reaktionsschnell selbst zum 4:0.

Lob für Stürmer – Kritik an der medialen Berichterstattung

Auf der Pressekonferenz nach der Partie mit den beiden Trainern dauerte es bis zur letzten Frage der anwesenden Journalisten, bis das Thema auf den zuletzt so häufig kritisierten Jackson kam. FCB-Chefcoach Vincent Kompany nahm sich für die Beantwortung viel Zeit. Während er seinen Offensivspieler sehr lobte, drang dabei durchaus auch scharfe Kritik an den medialen Mechanismen durch, obwohl er seine Ausführungen nicht als Medienkritik verstanden wissen wollte („keine Kritik an Euch!“).

Der Belgier sagte zunächst zu Jacksons Leistung: „Er hat heute sehr gut gespielt.“ Dann aber: „Ich muss sagen, dass mir seit meiner Ankunft hier aufgefallen ist, dass, wenn alles gut läuft in der Mannschaft, immer wieder versucht wird, einen oder zwei Spieler ohne Grund herauszugreifen“, so Kompany missbilligend, um dann deutlich zu machen, dass Jackson seiner Meinung nach zu Unrecht in der Kritik steht: „Der Mann hat nichts falsch gemacht, er hat extrem gut trainiert, er hat den Afrika-Cup gewonnen.“

Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München

Gerd Müller jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Die erste große Nummer 9 des FC Bayern trug den Namen Gerd Müller. Über ein Jahrzehnt lief der mittlerweile verstorbene „Bomber der Nation“ mit dieser Zahl auf, insgesamt schoss er in 611 Pflichtspielen 568 Tore für die Münchner. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Dieter Hoeneß bei einem Spiel des FC Bayern
Auch Dieter Hoeneß, jüngerer Bruder von FCB-Patron Uli, trug in den 80er Jahren das Jersey mit der 9. Der Mittelstürmer erzielte in seiner Zeit an der Isar 145 Tore und bereitete 14 weitere vor. © imago sportfotodienst
Roland Wohlfarth bei einem Spiel des FC Bayern
Roland Wohlfarth wechselte mehrfach seine Rückennummer, am häufigsten lief er aber mit der 9 auf. Bis zu seinem Abgang zum französischen Klub AS Saint-Etienne netzte der gebürtige Bocholter in 332 FCB-Spielen 156 Mal. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Michael Rummenigge bei einem Spiel des FC Bayern
Lediglich in der Saison 1983/84 zierte die 9 das Trikot von Michael Rummenigge, in der Spielzeit schoss der offensive Mittelfeldspieler in 44 Pflichtspielen 18 Buden. Am häufigsten spielte er übrigens mit der 10, sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund. © imago sportfotodienst
Bruno Labbadia bei einem Spiel des FC Bayern
Vor seiner Zeit als Bundesliga-Trainer war Bruno Labbadia in der höchsten deutschen Spielklasse als Stürmer unterwegs. Seine Zeit beim FCB fand mit der deutschen Meisterschaft 1993/94 ein erfolgreiches Ende. Auf dem Rücken: die Nummer 9. © Imago Images / Sven Simon
Alexander Zickler bei einem Spiel des FC Bayern
Mittlerweile als Co-Trainer bei RB Leipzig unter Marco Rose tätig, trieb Alexander Zickler in den 90er und 2000er Jahren in gegnerischen Strafräumen sein Unwesen. In der Spielzeit 94/95 auch zeitweise mit der legendären Nummer auf dem Rücken. Zehn Tore erzielte er in dieser Saison, insgesamt traf er für den FCB 70 Mal. © Imago Images / Sven Simon
Jürgen Klinsmann bei einem Spiel des FC Bayern
Als Trainer der DFB-Elf war Jürgen Klinsmann hauptverantwortlich für das Sommermärchen 2006, zuvor machte er sich als brandgefährlicher Mittelstürmer einen Namen. Schon beim VfB Stuttgart und bei Inter Mailand trug er die 9 auf dem Rücken, die Tradition setzte sich 95/96 auch in München fort. © imago sportfotodienst
Giovane Elber jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Der Brasilianer mit dem verschmitzten Grinsen kickte sechs Jahre für den deutschen Rekordmeister und durfte 131 Bundesliga-Treffer bejubeln. Bis heute Platz drei unter ausländischen Torschützen im deutschen Oberhaus. Egal ob mit links, rechts oder dem Kopf – bei allen hatte er die 9 auf dem Trikot.  © imago sportfotodienst
Luca Toni jubelt einen Treffer für den FC Bayern
Apropos Jubel: Wenn nach einem Tor mal wieder am Ohr geschraubt wurde, war Luca Toni für den FC Bayern zur Stelle. Von 2007 bis 2010 kickte der großgewachsene Italiener in München, gewann zwei Meistertitel und ein Mal den DFB-Pokal – natürlich trug er dabei die 9. © imago sportfotodienst
Mario Mandzukic jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Nachdem er beim VfL Wolfsburg gemeinsam mit Zvjezdan Misimovic und Grafite die Liga verzauberte, ging Mario Mandzukic für rund 13 Millionen Euro nach München. Mit dem kroatischen Angreifer gewann der FCB die Champions League, Mandzukic steuerte auf dem Weg zum Titel drei Treffer bei. Auch im legendären Finale gegen den BVB netzte er zum 1:0. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Robert Lewandowski bejubelt einen Treffer für den FC Bayern
Der jüngste Vorgänger von Harry Kane – und auch einer der erfolgreichsten. Kaum ein Angreifer prägte die Bundesliga und den FC Bayern über so eine lange Zeit wie Robert Lewandowski. 2022 ging er nach acht Saisons, 375 Pflichtspielen und 344 Toren ablösefrei zum FC Barcelona. Dort sicherte er sich, wie zuvor schon in München, das Oberteil mit der Rückennummer 9. © Imago / Action Pictures
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern
Nun also Harry Kane. Für kolportierte 100 Millionen Euro plus möglichen Boni kam der Engländer Mitte August von Tottenham an die Isar und soll die Münchner bestenfalls zu einigen Titeln schießen. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Kompany sieht dabei in der öffentlichen Bewertung einzelner Spieler ein wiederkehrendes Muster: „Irgendwie gibt es immer Geschichten über den einen oder anderen Spieler. Letzte Saison war es Serge Gnabry, manchmal Kingsley Coman, jetzt ist es Nicolas Jackson“.

Hinsichtlich der Situation des Senegalesen verwies Kompany auf die riesige Konkurrenzsituation in der Offensive seiner Mannschaft: „Es stimmt, dass es etwas schwierig ist, wenn Harry Kane auf deiner Position spielt – oder Michael Olise oder Luis Díaz“, so der Bayern-Trainer. Um dann noch einmal demonstrativ den Auftritt Jacksons zu loben: „Nico hat heute sehr gut gespielt und wird das hoffentlich bald wieder tun.“

Zuletzt hatte es zahlreiche Medienberichte gegeben, nach welchen der FC Bayern die Kaufoption in Höhe von 65 Millionen Euro nach Ablauf von Jacksons Leihvertrag im Sommer definitiv nicht ziehen werde. Die Berater des Spielers haben dies jedoch stets bestritten und sehen die Zukunft ihres Schützlings als vollkommen offen an.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ulrich Wagner

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