Kompany verteidigt Bayernstürmer gegen permanente Medienkritik
VonPeter Grad
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FCB-Stürmer Nicolas Jackson musste zuletzt vermehrt öffentliche Kritik einstecken. Nach der starken Partie des Senegalesen gegen Mönchengladbach äußert sich sein Coach dazu.
Aufgrund der Wadenverletzung von Harry Kane rutschte der 24-jährige Nicolas Jackson in die Startelf des FC Bayern beim Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Und der 30-fache senegalesische Nationalspieler machte seine Sache beim 4:1-Sieg ausgesprochen gut: An drei der vier Treffer des Rekordmeisters war er beteiligt. So leistete er den Pre-Assist zum 2:0 mit einem langen Sprint durch das Mittelfeld, seinen Pass auf Luis Díaz leitete dieser hervorragend auf den Torschützen Konrad Laimer weiter.
Bei den Toren zum 3:0 und 4:0 sammelte der 1,87-Meter-große Sturmtank seine offiziellen Torbeteiligungen sieben und acht der laufenden Saison. Zunächst holte er den durch Jamal Musiala zum 3:0 verwandelten Foulelfmeter heraus. In der Schlussphase verwandelte er nach Lennart Karls präziser Vorarbeit reaktionsschnell selbst zum 4:0.
Lob für Stürmer – Kritik an der medialen Berichterstattung
Auf der Pressekonferenz nach der Partie mit den beiden Trainern dauerte es bis zur letzten Frage der anwesenden Journalisten, bis das Thema auf den zuletzt so häufig kritisierten Jackson kam. FCB-Chefcoach Vincent Kompany nahm sich für die Beantwortung viel Zeit. Während er seinen Offensivspieler sehr lobte, drang dabei durchaus auch scharfe Kritik an den medialen Mechanismen durch, obwohl er seine Ausführungen nicht als Medienkritik verstanden wissen wollte („keine Kritik an Euch!“).
Der Belgier sagte zunächst zu Jacksons Leistung: „Er hat heute sehr gut gespielt.“ Dann aber: „Ich muss sagen, dass mir seit meiner Ankunft hier aufgefallen ist, dass, wenn alles gut läuft in der Mannschaft, immer wieder versucht wird, einen oder zwei Spieler ohne Grund herauszugreifen“, so Kompany missbilligend, um dann deutlich zu machen, dass Jackson seiner Meinung nach zu Unrecht in der Kritik steht: „Der Mann hat nichts falsch gemacht, er hat extrem gut trainiert, er hat den Afrika-Cup gewonnen.“
Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München
Kompany sieht dabei in der öffentlichen Bewertung einzelner Spieler ein wiederkehrendes Muster: „Irgendwie gibt es immer Geschichten über den einen oder anderen Spieler. Letzte Saison war es Serge Gnabry, manchmal Kingsley Coman, jetzt ist es Nicolas Jackson“.
Hinsichtlich der Situation des Senegalesen verwies Kompany auf die riesige Konkurrenzsituation in der Offensive seiner Mannschaft: „Es stimmt, dass es etwas schwierig ist, wenn Harry Kane auf deiner Position spielt – oder Michael Olise oder Luis Díaz“, so der Bayern-Trainer. Um dann noch einmal demonstrativ den Auftritt Jacksons zu loben: „Nico hat heute sehr gut gespielt und wird das hoffentlich bald wieder tun.“
Zuletzt hatte es zahlreiche Medienberichte gegeben, nach welchen der FC Bayern die Kaufoption in Höhe von 65 Millionen Euro nach Ablauf von Jacksons Leihvertrag im Sommer definitiv nicht ziehen werde. Die Berater des Spielers haben dies jedoch stets bestritten und sehen die Zukunft ihres Schützlings als vollkommen offen an.