Chefcoach Tuchel kritisiert Müller nach Bayern-Blamage in Mainz offen
VonAntonio José Riether
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Nach der 1:3-Niederlage des FC Bayern München beim 1. FSV Mainz 05 geriet auch Thomas Müller in die Kritik seines Trainers Thomas Tuchel.
München – Thomas Müller ist beim FC Bayern nicht mehr gesetzt. In den beiden wichtigen Viertelfinalspielen gegen Manchester City, in denen die Münchner den Kürzeren zogen, saß der Weilheimer jeweils auf der Bank, auch bei seiner Startelf-Rückkehr in Mainz glückte ihm kaum etwas. Sogar Trainer Thomas Tuchel sprach öffentlich über die Leistung des 33-Jährigen und ging dabei nicht sparsam mit seiner Kritik am Weltmeister um.
Thomas Müller
Geboren:
13. September 1989 in Weilheim
Beim FC Bayern seit:
Juli 2000
Pflichtspiele für den FC Bayern:
661 (234 Tore, 255 Vorlagen)
Länderspiele:
121 (44 Tore)
Tuchel kritisiert Müller nach Bayern-Pleite deutlich: „Heute nicht sein Tag“
Gegenüber Sky sprach Tuchel von „wahnsinnig guten Situationen“, in die der Oberbayer am Samstag in Mainz gebracht wurde. Jedoch sei „heute nicht sein Tag“ gewesen, räumte der 49-Jährige ein. „Normalerweise macht er aus den Positionen, in denen wir ihn heute gefunden haben, zwei bis drei Torvorlagen. Aber es sollte heute nicht sein“, erläuterte Tuchel den blassen Auftritt des 121-fachen Nationalspielers.
Tuchel bemängelt Effektivität – auch Müller mit selbstkritischen Aussagen
Müller habe laut seinem Trainer „viele Fehler gemacht“. Besonders zwei möglicherweise entscheidende Szenen blieben Tuchel dabei im Gedächtnis. „In der Phase in der zweiten Halbzeit, in der wir richtig gut waren, hat er zweimal geschossen, wo mindestens einmal Joao(Cancelo, Anm. d. Red) komplett frei ist, um das 2:0 zu machen und das Spiel zu beenden“, bemängelte der Krumbacher die Eigensinnigkeit Müllers. „Die Effektivität, die Sache für uns zu entscheiden“, habe gefehlt.
Auch Müller selbst bezeichnete die Pleite in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt als „brutale Enttäuschung“, das Spiel der Bayern sei „sehr fehlerhaft“ gewesen. „Auch bei mir persönlich, ich habe sehr viele Fehler gemacht, war mit Ball sehr unsauber“, kritisierte er seinen eigenen Auftritt. „Einmal hätte ich Joao links mitnehmen können, wo ich mich für einen Abschluss entscheide – und auf einmal steht‘s 3:1“, beschrieb auch er die verpasste Chance zum 2:0.
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Thomas Müller nach verlorener Tabellenführung: „Wir sind angeknockt“
Müller, der nach 75 Minuten ausgewechselt wurde, tat sich schwer, nach dem vierten Pflichtspiel ohne Sieg die richtigen Worte zu finden. „Gelassen bin ich überhaupt nicht, nur etwas ratlos, wie es zu dieser Situation kommt“, meinte das Eigengewächs weiter. Er habe „keine Erklärung“ für den Leistungsabfall nach der 1:0-Führung seiner Bayern und resümierte: „Wir sind angeknockt“.
Die Selbstkritik ist groß, nun bleiben dem Rekordmeister noch fünf Partien, in denen man sich keine Ausrutscher erlauben darf. Borussia Dortmund liegt derzeit mit einem Punkt vor den Bayern und könnte die Meisterschaft aus eigener Kraft holen. Sollte sich der FCB jedoch auch in den kommenden Spielen derart passiv präsentieren wie im zweiten Durchgang in Mainz, so könnte die „Katastrophe“ – so bezeichnete Oliver Kahn eine mögliche Saison ohne Titel – zur Realität werden. (ajr)