VonKorbinian Kothnyschließen
Droht dem FC Bayern nach den Aussagen von Uli Hoeneß über Thomas Tuchel der nächste Ärger? Lothar Matthäus erklärt die Brisanz.
München – Eigentlich hätte es in den vergangenen Tagen durchaus harmonisch an der Säbener Straße zugehen können. Der FC Bayern München ist zwar nicht perfekt in die Saison gestartet, aber abgesehen von der Pleite im Supercup noch immer ohne Pflichtspielniederlage. Manuel Neuer steht kurz vor seinem Comeback und die zahlreichen Nationalspieler waren sowieso auf Reisen.
| Lothar Matthäus | |
|---|---|
| Geboren: | 21. März 1961 (62 Jahre alt) in Erlangen |
| Aktueller Job: | Sky-Experte |
| Beim FC Bayern als Spieler: | 1984 – 1988; 1992 – 2000 |
Hoeneß sorgt mit Auftritten für Aufregung
Aber Ruhe und der deutsche Rekordmeister, das passt einfach nicht. Vor allem dann, wenn Uli Hoeneß sich zu seinem Lebensprojekt äußert. In nicht mal einer Woche sorgte Bayerns Ehrenpräsident mit zwei öffentlichkeitswirksamen Auftritten für Aufruhr.
Erst erzählte Hoeneß im BR-Stammtisch, dass er Julian Nagelsmann nicht entlassen hätte, um dann nur wenige Tage später dem aktuellen Bayern-Coach Thomas Tuchel im Interview mit RTL „unkluge Äußerungen“ vorzuwerfen. Harmonie? Sieht anders aus.
Hoeneß wohl von öffentlicher Tuchel-Kritik am Kader genervt
Dabei galt das Verhältnis von Tuchel und Hoeneß zunächst als gut. Der FCB-Coach rief bereits vor seinem Amtsantritt an der Säbener Straße den Ehrenpräsidenten an, um ihm zu versichern, dass „ich mein Bestes gebe, um auf seinen Klub aufzupassen.“ Und auch Hoeneß stellte sich in den Wochen demonstrativ vor Tuchel.
Jetzt die Kehrtwende? Laut der SportBild soll Hoeneß davon genervt gewesen sein, dass Tuchel immer wieder öffentlich den „dünnen“ Kader kritisierte und auch eine sogenannte „Holding Six“ forderte. Der Ehrenpräsident ist es gewohnt, dass die Verantwortlichen das letzte Wort in der Kaderzusammenstellung haben, und nicht der Trainer.
Matthäus gibt Einblicke in Tuchel-Hoeneß-Brisanz
Einer, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder öffentliche Scharmützel mit Hoeneß lieferte, ist Lothar Matthäus. Der deutsche Rekordnationalspieler hat nach wie vor beste Beziehungen zum FC Bayern, auch wenn er nach seiner Spielerkarriere kein Amt bei den Münchnern mehr bekleidete und erklärt die kürzlichen Aussagen von Hoeneß gegenüber Tuchel.
„Uli Hoeneß vertritt einzig und allein die Ansichten des FC Bayern. Thomas Tuchel hat das Recht, intern Spieler zu fordern. Dass er das öffentlich macht, muss sich der FC Bayern aber auch nicht gefallen lassen“, sieht Matthäus eine Mitschuld bei Tuchel im Interview mit der SportBild.
Der FC Bayern München auf der Wiesn: Müller und Hoeneß da – Tuchel mit Hut, Kane mit Brezen und Bier




Matthäus sicher: Tuchel-Hoeneß-Konflikt noch nicht beigelegt
Der 62-Jährige ist sich sicher: „Das Thema ist noch nicht beendet. So wie ich Thomas kennengelernt habe, wird es irgendwann auch eine Antwort auf die Aussagen geben.“ Ruhe wird demnach erstmal nicht an der Säbener Straße einkehren.
Dabei wollte Hoeneß nach seiner Rückkehr genau dafür sorgen. Gegenüber Sky erklärte der 71-Jährige im Juli: „Die Dinge, die wir machen, werden nicht in der Öffentlichkeit diskutiert, sondern im kleinen Kreis und das tut der Sache gut.“ Gute drei Monate später ist zumindest von diesem Vorsatz allerdings nicht mehr viel zu erkennen. (kk)
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