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Min-jae Kim? Kim Min-jae? Minjae Kim? Der Name des Bayern-Neuzugangs stellt nicht nur Journalisten vor eine Herausforderung. Hier kommt die Auflösung.
München – Am Freitag ist es so weit: Der FC Bayern stellt seinen Neuzugang Minjae Kim in einer Pressekonferenz vor. Doch wie wird sein Name denn nun geschrieben? Und in welcher Reihenfolge? Koreanische Namen bergen einige Besonderheiten, es gelten andere Regeln als in vielen anderen Ländern.
| Minjae Kim | |
|---|---|
| Geboren: | 15. November 1996 (Alter 26 Jahre), Tongyeong-si, Südkorea |
| Verein: | FC Bayern München |
| Position: | Innenverteidiger |
| Marktwert: | 60 Millionen Euro |
Minjae Kim beim FC Bayern: Wie wird sein Name geschrieben?
Fans dürften in den vergangenen Tagen so ziemlich alle Namens-Varianten des Südkoreaners, der von der SSC Neapel zum FC Bayern wechselte, gehört und gelesen haben. tz.de geht dem Rätsel auf den Grund.
Andere Länder, andere Sitten: Während in westlichen Ländern meist zuerst der Vorname und dann der Nachname genannt wird, ist es in Korea umgekehrt. Als Erstes wird immer der Familienname genannt, dann folgt der individuelle Vorname. Koreaner, die in Kontakt mit westlicher Kultur stehen, weichen allerdings oft von dieser Regel ab und passen ihren Namen an.
Korea-Besonderheit bei Namen: So heißt Kim wirklich
Beispiel: Auch Kims Landsmann Heung-min Son wird im europäischen Raum mit dem Vornamen zuerst gerufen, während er in Südkorea nach dem traditionellen Muster eigentlich Son Heung-min genannt wird. Der FC Bayern nennt seinen Neuzugang offiziell „Minjae Kim“, auf dem Trikot steht nur sein Vorname. Von den Fans will er aber „Kim“ genannt werden, wie er auf seiner Vorstellungs-Pressekonferenz klarstellte.
Koreanische Familiennamen bestehen meistens aus einer Silbe, Vornamen aus zwei bis drei Silben. So auch beim 26-jährigen Innenverteidiger – in Korea wird er „Kim Min-jae“ gerufen. Kim ist der Nachname, Min-jae der Vorname.
FC Bayern: Kims Vorname vereint vier Eigenschaften
Mit jedem Vornamen werden in Südkorea eine Reihe von Bedeutungen oder Eigenschaften verbunden. „Min-jae“ wird mit den Begriffen „intelligent“, „talentiert“, „stark“ und „sanft“ in Verbindung gebracht. Eine weitere Besonderheit in der koreanischen Namensgebung: Obwohl es nahezu hundert Millionen Koreaner auf der Welt gibt, existieren nur 250 bis 300 Familiennamen.
Zum Vergleich: Deutschland hat rund 850.000 verschiedene Familiennamen zu bieten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Koreas verteilt sich auf die fünf häufigsten Namen. „Kim“ ist der häufigste Name, den sich über 20 Prozent der Koreaner teilen. Der Familienname verweist in Korea auf die biologische Herkunft der Familie und erinnert jeden Einzelnen daran, Teil einer Generationenfolge zu sein. Kim ist dabei nicht Kim – von jedem Namen existieren autarke Zweige, „Bon“ genannt. Als blutsverwandt gilt, wer denselben Nachnamen und denselben Bon hat.
Kims Rückennummer bei der Nationalmannschaft steht übrigens für ein trauriges Ereignis. (epp)
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