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Die laufende Biathlon-Saison ist für Dorothea Wierer bislang eine zum Vergessen. Ihr Trainer verrät, dass die aktuelle Situation der Italienerin zusetzt.
Bruneck – Dorothea Wierer trainierte im Sommer hart, um für die neue Biathlon-Saison in Form zu kommen. Die Zweitplatzierte im Gesamtweltcup der vergangenen Saison hatte das Ziel, Platz eins zu erobern. Doch bereits jetzt ist dieses Ziel eigentlich nicht mehr realisierbar, denn für Wierer läuft es in diesem Winter noch überhaupt nicht.
Biathlon-Star fällt erneut wegen Krankheit aus
Die Gesundheit macht ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Mitte Dezember musste sie bereits den Weltcup in Lenzerheide erkältungsbedingt absagen und auch zuletzt in Oberhof konnte Wierer nicht an den Start gehen. „Doro hatte eine schwierige Zeit“, sagte Klaus Höllrigl, Sportdirektor in Italiens Biathlon-Mannschaft, im Gespräch mit dem Online-Portal SportNews.
„Bereits vor dem ersten Weltcuprennen wurde sie in Norwegen krank, dann hat es sie auch zu Beginn der Saison erwischt. Weil es heuer keine Streichresultate mehr gibt, wollte Doro trotzdem unbedingt starten. Das war im Nachhinein gesehen wahrscheinlich nicht unsere beste Entscheidung. Sie verkühlte sich erneut und so mussten wir in Lenzerheide die Reißleine ziehen. So bringt das einfach nichts“, so Höllrigl weiter.
Der Plan für das Comeback der 33-Jährigen steht aber. Beim Weltcup in Ruhpolding wird Dorothea Wierer noch nicht dabei sein, in Antholz will sie aber wieder an den Start gehen. „Unser Plan war es von Vornherein, dass Doro erst in Antholz zurückkehrt“, bestätigte Höllrigl. Es wäre die letzte Möglichkeit auf Wettkampfpraxis vor der Weltmeisterschaft in Nove Mesto, die vom 5. bis 18. Februar stattfindet.
Unbefriedigende Situation setzt Biathlon-Star zu
Die unbefriedigende Situation setzte Wierer zu, wie Klaus Höllrigl gegenüber SportNews erklärte: „Zu Beginn der Saison war Doro sehr frustriert, weil sie eine solche Situation nicht kannte. Seit sie im Weltcup aktiv ist, hat sie permanent Rennen auf hohem Niveau absolviert. Mittlerweile blickt Doro aber kämpferisch nach vorne.“
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Könnte Wierer wegen der schwierigen Saison sogar über ein Karriereende nachdenken? Dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sie das Gewehr in die Ecke stellt, deutete sie in der Vorbereitung auf den Winter im Podcast Extrarunde an: „Ich merke schon, dass ich langsam etwas müde bin, habe auch manchmal Motivationsprobleme. Man möchte auch mal etwas anderes machen. Die letzte Saison war gut, aber dann kommt der Sommer, der für mich immer sehr kritisch ist. Auch das Alter spielt eine Rolle. Viele andere haben aufgehört, ich bin noch da.“ (smr)
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