VonFlorian Schimakschließen
Die Sechser-Diskussion beim FC Bayern flaut auch nach Schließung des Transferfensters nicht ab. Joshua Kimmich erfährt nun prominente Unterstützung.
München – Drei Spiele, drei Siege. Eigentlich müssten beim FC Bayern München alle rundherum zufrieden sein. Wäre da nicht dieser desaströse Deadline Day gewesen.
Joao Palhinha war eigentlich schon ein Spieler der Münchner. Doch in letzter Sekunde scheiterte der Transfer am Veto des FC Fulham. Und so muss Trainer Thomas Tuchel zumindest bis Winter ohne seine so sehnlichst erwünschte „Holding Six“ auskommen.
| Joshua Kimmich | |
|---|---|
| Geburtsdatum: | 8. Februar 1995 (28 Jahre) |
| Verein: | FC Bayern München |
| Position: | Zentrales Mittelfeld |
| Marktwert: | 75 Millionen Euro |
Sechser Debatte beim FC Bayern: Wer wird die „Holding Six“?
Doch Ruhe kehrt an der Säbener Straße auch Tage nach Schließung des Transferfensters nicht ein. Vielmehr geht es jetzt darum, wie Tuchel den zurecht als „zu dünn“ beschrieben Kader einsetzt.
Geht es allerdings nach Didi Hamann, hätten die Bayern sowieso keinen weiteren Sechser benötigt. „Joshua Kimmich kann die Sechs spielen“, so der Ex-Nationalspieler am Sonntag bei Sky90: „Du musst dem Kimmich jetzt die Chance geben, dies zu seiner Position zu machen.“
Sechser-Debatte beim FC Bayern: Warum Hamann sich ganz klar für Kimmich ausspricht
Die Diskussion im Transfer-Sommer über den öffentlich geäußerten Wunsch von Tuchel sieht Hamann daher kritisch. „Wenn Kimmich es nicht in seinem Spiel hat, dann musst du ihm das beibringen. Das bringst du ihm mit Sicherheit nicht bei, wenn du ihn öffentlich demontierst.“
Damit nimmt Hamann nun auch Tuchel in die Pflicht. „Du brauchst zwei, drei Spieler, die die Mannschaft führen. Da ist der Erste, der mir einfällt, der Kimmich“, sagt der Ex-Liverpooler: „Er hat außergewöhnliche Qualitäten. Und den musst du stark machen. Und das Gegenteil hat Tuchel gemacht“.
Kimmich empfand Tuchel-Wunsch als nicht schlimm – Hamann sieht‘s anders
Kimmich selbst aber empfand die Transferwünsche von Tuchel als nicht schlimm, ging damit cool um. „Ich denke auch heute noch als Spieler. Wenn der Trainer sagt: ‚Du kannst das nicht spielen!‘“, sieht Hamann die Gemengelage allerdings anders: „Dann soll einer für 65 Millionen Euro kommen, der einen Marktwert von 40 hat. Das ist eine Verzweiflungstat. Dann denke ich mir: ‚Der will irgendeinen haben, nur damit ich nicht spiele.‘“
Beim verdienten 2:1-Erfolg des FC Bayern bei Angstgegner Borussia Mönchengladbach am Samstag gab Kimmich die richtige Antwort. Der 28-Jährige gehörte zu den auffälligsten Akteuren (tz-Note 2), bereitete zudem den Ausgleich durch Leroy Sané traumhaft vor und bewies, dass er definitiv den defensiven Part im Mittelfeld beherrscht.
Goretzka wählt ungewöhnliches Modell: Die neuen Luxus-Wagen der Bayern-Stars




Kimmich und Co. stärken: Tuchel erklärt seinen Wunsch nach „Holding Six“
„Ich glaube zu wissen, welchen Push uns der Spieler gegeben hätte“, äußerte sich Tuchel am Rande der Gladbach-Partie über Palhinha, um dann aufzuführen: „Wir haben jetzt drei Sechser, mit denen spielen wir. Ich bin überzeugt, dass Joao im Rücken von Leon (Goretzka, Anm. d. Red.), Josh und Konni (Laimer, Anm.d.Red.) sehr viel Torgefahr und Kreativität freigesetzt hätte. Das hat nichts damit zu tun, dass ich meinen Spielern nicht vertraue oder nicht gerne mit ihnen zusammenarbeite. Aber das hätte das ganze Potenzial nochmal freigelegt, weil Joao etwas freigelegt hätte, was wir so nicht haben.“
Hamann allerdings sieht Gefahr, wenn Kimmich ein Stück weiter vorne positioniert werden würde. „Wenn ein Sechser kommt, könnte Kimmich riesige Probleme bekommen, weil er dann offensiver spielt. Wenn du bei Bayern auf der Acht spielst, musst du acht, neun, zehn Tore aus dem Spiel schießen“, so der Sky-Experte: „Dafür musst du Dynamik oder Trick haben – das hat er beides nicht.“
Das hingegen sieht Thomas Tuchel allerdings gänzlich anders … (smk)
Rubriklistenbild: © IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer

