Santos vor Durchbruch bei Eintracht: Keeper-Talent will Trapps Erbe antreten
VonChristopher Michel
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Die Zeit von Kevin Trapp bei Eintracht neigt sich offenbar dem Ende zu. Sein potenzieller Nachfolger Kaua Santos scharrt bereits mit den Hufen.
Frankfurt – Eintracht Frankfurt verfolgt schon länger einen ganz klaren Plan auf der Torhüterposition. Das Ziel: Kaua Santos soll die zukünftige Nummer eins werden. Das hat verschiedene Gründe. Erstens sind alle Verantwortlichen von der Qualität des Brasilianers überzeugt. Er ist ein spektakulärer Schlussmann, ihm wird enormes Potenzial bescheinigt.
Zweitens geht es in Frankfurt stets auch um das Thema Marktwert-Entwicklung. Die Bosse trauen ihm zu, in den kommenden Jahren zu einem 60-Millionen-Euro-Torhüter aufzusteigen. Etliche englische Klubs haben bereits ein Auge auf Santos geworfen. Sie sehen nicht nur die Glanzparaden, sondern auch Spannweite und den Mut beim Herauslaufen.
Beerbt Santos ab sofort Eintracht-Legende Trapp?
Drittens besteht die Möglichkeit, auch in Südamerika etwas bekannter zu werden. Im Sommer 2026 findet die Weltmeisterschaft statt. Sollte Santos bei der Eintracht beim Tanz auf den drei Hochzeiten Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal überzeugen, könnte auch die Nationalmannschaft ein Thema werden.
Bei der Eintracht bahnt sich daher eine Bewegung zwischen den Pfosten an. Am Mittwochnachmittag kam die Meldung auf, dass Kevin Trapp kurz vor einem Wechsel zu Ligue-1-Aufsteiger Paris FC stehe. Der Kapitän muss eine große Entscheidung treffen. Verlässt er den Klub nach insgesamt zehn gemeinsamen Jahren? Die Offerte aus der französischen Hauptstadt ist äußerst attraktiv für den 35-Jährigen.
Die teuersten Neuzugänge in Eintracht Frankfurts Vereinsgeschichte
Und Santos ist bereit für die Thronfolge! Er zog sich im Europa-League-Viertelfinale gegen Tottenham Hotspur (0:1) im April eine schwere Knieverletzung zu. In enger Absprache mit der Eintracht entschied sich der Schlussmann für eine konservative Behandlung. Nach Informationen von Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, war Santos zuletzt bei zwei weltweit anerkannten Ärzten in Spanien und England.
Sie gaben grünes Licht. Das war ein großer Schritt für Santos, der das Trainingslager in den USA wegen einer leichten Reaktion im rechten Knie noch vorzeitig verlassen hatte. Inzwischen fliegt er aber wieder durch die Lüfte, er nahm auch das Mannschaftstraining auf. Santos fühlt sich mental und physisch bereit für den Sprung zur Nummer eins bei den Hessen.
Er wird dabei nicht aufhören, weiter an sich zu arbeiten. Dafür hat er mit Dário Pinto einen Privattrainer engagiert. „Ich will mal der beste Torhüter der Welt werden, das ist mein großes Karriere-Ziel. Das treibt mich jeden Tag an“, sagte Santos im Interview mit Sport Bild. Das ist natürlich noch ein weiter Weg. Doch aus dem Schlussmann der Zukunft soll nun der Schlussmann der Gegenwart werden.
Steht Eintracht-Talent Santos schon gegen Engers im Tor?
Ob es im Fall der Fälle schon im Pokal gegen Engers oder zum Auftakt gegen Bremen reicht, falls Trapp nicht mehr da sein sollte? Selbst dieses Szenario ist realistisch. Unabhängig davon werden die Hessen wohl noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv. Sollte ein neuer Torhüter kommen, wäre die Rolle allerdings klar definiert. Wenn Santos fit ist, dann spielt er auch.
Ob Michael Zetterer von Werder Bremen dafür zu begeistern ist? Fraglich. Zetterer ist bei den Hanseaten gesetzt. Zudem dürften die Werderaner eine ordentliche Ablöse verlangen. Der Vertrag des 30-Jährigen läuft bis 2027, sein Marktwert beträgt 4,5 Millionen Euro. Bremen bräuchte ebenfalls einen neuen Schlussmann. Es ist davon auszugehen, dass der Klub über fünf Millionen Euro will.
Greift die Eintracht für eine neue Nummer zwei so tief in die Tasche? Santos jedenfalls hat die Unterstützung von Verein und Fans. Als er die Bühne betrat, wurde es laut im Publikum. Der größte Teil der Anhänger denkt weniger an die Patzer, sondern vielmehr an die großartigen Leistungen gegen den FC Bayern München (3:3), VfL Bochum (3:1) oder im Hinspiel der Europa-League gegen die Spurs (1:1).
Es ist genau diese Nestwärme, die der noch immer sehr junge Santos benötigt. Vertrauen und Geduld sind Schlüsselworte bei der Entwicklung eines Torhüters. Der Schritt, Trapp keine Steine in den Weg zu legen und auf einen unerfahrenen Schlussmann zu setzen, ist durchaus riskant. Santos konnte aber schon mehr als andeuten, was in ihm steckt.
Noah Atubolu vom SC Freiburg ist ein prima Beispiel, er zählt inzwischen zu den Kandidaten für das DFB-Team. Die Anhänger des FC Bayern unterstützen Rohdiamant Jonas Urbig. Wer die Fans der Eintracht kennt, der kann sich sicher sein, dass der Support für Santos auch über ein oder zwei Fehlerchen hinausgehen wird.