54 Prozent ohne Interesse

Laut Umfrage: Deutsche wollen Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen nicht schauen

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In rund einem Monat startet die Frauen-WM in Australien und Neuseeland. Laut einer YouGov-Umfrage ist das Interesse der Deutschen an dem Turnier jedoch gering.

Frankfurt - Der Hype nach der Frauen-EM im vergangenen Jahr war groß. Als Deutschland beim Turnier in England ins Finale einzog und dort nur knapp den Europameisterinnen aus England unterlag, ging eine Euphoriewelle durch die Nation. Die Folge: Mehr Aufmerksamkeit und deutlich mehr Fans in den Stadien. Unter anderem wurde in dieser Saison der Zuschauer-Rekord für ein Spiel in der Frauen-Bundesliga gebrochen. Umso mehr überraschen nun die Zahlen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2023
Ort:Australien und Neuseeland
Beginn:20. Juli 2023
Ende:20. August 2023
Teilnehmende Teams: 32

Umfrage zeigt: Deutsche mit wenig Interesse an Frauen-WM

In der repräsentativen Umfrage wurden 2954 Menschen in Deutschland im Alter über 18 gefragt, ob sie Interesse daran haben, die Spiele bei der Frauen-WM zwischen dem 20. Juli und 20. August in Australien und Neuseeland zu sehen. Über die Hälfte der Befragten, nämlich 54 Prozent, beantworteten diese Frage mit „Nein“.

Demnach wollen sich 22 Prozent nur die Spiele mit deutscher Beteiligung ansehen und lediglich 13 Prozent „so viele Spiele wie möglich“ gucken. 11 Prozent machten keine Angabe. Laut der Umfrage ist das Interesse bei den Männern mit 44 Prozent deutlich größer als bei den Frauen (26 Prozent).

Laut einer YouGov-Umfrage ist das Interesse der Deutschen an der Frauen-WM nicht groß

Hohe Einschaltquoten bei EM im vergangenen Jahr

Ein Grund für das geringe Interesse der Deutschen könnte unter anderem auch mit den Anstoßzeiten zusammenhängen. Aufgrund der Zeitverschiebung laufen die Spiele in Deutschland in den Vormittags- und Mittagsstunden. Deutschland spielt in der Vorrunde gegen Marokko (10:30 deutsche Zeit), Kolumbien (11:30) und Südkorea (12:00).

Dennoch sind die niedrigen Zahlen so kurz vor Turnierbeginn überraschend. Die 1:2-Finalniederlage von Deutschland gegen England hatten im vergangenen Sommer nämlich durchschnittlich über 17 Millionen Menschen in der ARD verfolgt – das entsprach einem Marktanteil von über 64 Prozent und war damit auch die Einzelsendung mit der höchsten TV-Reichweite in Deutschland im Jahr 2022.

TV-Blackout abgewendet: ARD und ZDF übertragen Spiele

Ob die Spiele überhaupt live im Fernsehen übertragen werden, war lange nicht klar. Die FIFA und die Sendeanstalten lieferten sich einen monatelangen Streit über die TV-Rechte. FIFA-Boss Gianni Infantino drohte mit einem TV-Blackout, sollten die Sender nicht ihr Angebot erhöhen. Diese wiederum warfen dem Weltverband zu hohe Preise vor.

In der vergangenen Woche folgte dann das große Aufatmen. ARD und ZDF sicherten sich doch noch die Rechte und werden die Spiele der deutschen Mannschaft live zeigen. Die öffentlich-rechtlichen sind dabei nicht selbst Vertragspartner bei der FIFA, sondern die European Broadcasting Union (EBU). (luha)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Beautiful Sports und IMAGO / Seeliger

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