VonChristoph Klauckeschließen
Die Skijäger müssen bei der Biathlon-WM in Dunkelheit Top-Leistungen bringen. Keine leichte Aufgabe. Laura Dahlmeier spricht aus eigener Erfahrung.
Nove Mesto – Die Biathlon-WM ist in vollem Gange. Bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Nove Mesto werden die Skijäger vor eine ungewohnte Herausforderung gestellt. Die Athleten müssen in der Dunkelheit auf der Piste zurechtkommen und die Scheiben treffen. Die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier erklärt das Problem.
Biathlon-WM im Dunkeln: Laura Dahlmeier erklärt das Problem
In Nove Mesto findet die Mehrzahl der Rennen in der Dunkelheit am frühen Abend statt (hier geht es zum Sendeplan der Biathlon-WM). Eine ungewohnte Situation, denn unter Flutlicht treten die Biathleten sonst fast nie an.
„Klar, das ist schon etwas Besonderes, dass die Rennen abends stattfinden. Für die Athleten ist es ungewohnt“, sagt Laura Dahlmeier gegenüber IPPEN.MEDIA und erinnert sich an ihre eigene Karriere zurück. „Ich selber habe es nicht ganz so gern gehabt, wenn die Rennen so spät abends waren, weil man einfach den ganzen Tag voller Anspannung und Vorfreude abwartet. Dann ist es ein bisschen schwierig, in den richtigen Zustand vor dem Wettkampf zu kommen, wenn die Rennen eben so spät sind.“
Dahlmeier-Freundin Preuß verschießt sich bei Biathlon-WM im Dunkeln
Darüber hinaus dürften sich die Biathleten beim Schießen im Dunkeln nicht vollends wohlfühlen. Beim ersten Rennen in der Mixed-Staffel hatte Franziska Preuß, ehemalige Teamkollegin von Dahlmeier, ihre Mühe und musste in die Strafrunde, am Ende landete das deutsche Team auf einem enttäuschenden fünften Rang (alle Ergebnisse im Überblick).
Dahlmeier will die Dunkelheit aber nicht als Ausrede für ein womöglich schlechtes Abschneiden gelten lassen: „Ich glaube aber, darauf kann man sich einstellen, das kann man im Training entsprechend vorbereiten und intensive Einheiten am Abend machen.“ Die 30-jährige Doppel-Olympiasiegerin, die vor elf Jahren bei der WM in Nove Mesto ihren ersten großen Auftritt hatte, stellt zudem einen Vergleich an: „Andere Sportarten machen uns das vor, dass es möglich ist. Man muss sich einfach richtig darauf einstellen.“
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Laura Dahlmeier sieht bei Biathlon-WM in Dunkelheit auch Vorteile
Auf der anderen Seite ergeben sich bei Wettkämpfen zu späterer Stunde nicht nur Nachteile, ganz im Gegenteil. „Das kann aber auch den Vorteil haben, dass es von den klimatischen Bedingungen her besser ist, weil es ein bisschen mehr anzieht“, erklärt Dahlmeier, die zudem einen positiven Effekt für den TV-Markt erkennt. „Es hat natürlich auch eine positive Auswirkung auf die Zuschauer, die abends mehr Zeit haben, gerade die Fernsehzuschauer.“
Bereits im Vorfeld des ersten Rennens wurde klar, dass die diesjährige Biathlon-WM kein Wintersport-Fest wird. Für die Zukunft ist wohl eines klar: Die Biathlon-WM wird für Laura Dahlmeier kein Einzelfall bleiben. (ck)
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