VonChristoph Klauckeschließen
Die Versprechungen von Nachhaltigkeit bei Olympia sind laut Neureuther nicht eingehalten worden. Seine Dokumentation zeigt die traurige Realität.
München – Felix Neureuther liegt der Wintersport am Herzen. Kein Wunder, dass in seinem Leben die Olympischen Spiele eine besondere Rolle spielen. Geprägt wurde er nicht zuletzt von seinen Eltern, Mutter Rosi Mittermeier wurde 1976 in Innsbruck zur Gold-Rosi. Neureuther selbst nahm dreimal 2006, 2010 und 2014 an Olympia teil. Mit der Entwicklung im Hinblick auf die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d‘Ampezzo ist der 39-Jährige aber überhaupt nicht einverstanden und übt scharfe Kritik.
„Das Schockierendste zu sehen“: Neureuther in ARD-Doku fassungslos
Neureuther besuchte für die ARD-Dokumentation „Felix Neureuther – Spiel mit den Alpen“ die Orte der Olympischen Spiele 2006 in Turin und die zukünftigen Wettkampfstätten. Diese Reise hat ihn sichtlich enttäuscht. Sestriere, einst Austragungsort der alpinen Wettbewerbe, ist heute eine „Retortenstadt, überdimensioniert und seelenlos“.
Neureuther bezeichnete die Zustände in seinem Film als „das Schockierendste zu sehen“. Er bezog sich dabei insbesondere auf die Orte Cesana und Pragelato, wo die Bobbahn und die Skisprungschanzen stehen und seit Jahren verfallen. „Ich wollte etwas Positives darstellen“, so Neureuther über seine Absicht für die Dokumentation. Das Ergebnis ist jedoch eine kritische Zustandsbeschreibung, unter anderem des regionalen Größenwahns.
„Versprechungen nicht eingehalten“: Neureuther tobt nach Olympia-Schock
Mailand und Cortina d‘Ampezzo versprachen Nachhaltigkeit und die Nutzung bestehender Sportstätten. Doch die Realität sieht anders aus, wie Neureuther feststellte. „Die Versprechungen sind nicht eingehalten worden.“ Er prognostiziert für 2026 „Spiele der verstreuten Wettkämpfe“. Die Sportstätten sind weit voneinander entfernt, allein zwischen den Alpin-Zentren Bormio und Cortina liegen rund 400 km. Die Entfernung von Cortina nach Mailand ist sogar noch größer.
Trotz seiner Liebe zu Olympia und dem Wintersport verschönert Neureuther nichts. Er stellt fest, dass Italien keine Lehren gezogen hat. Antholz erweitert sein Biathlon-Stadion, obwohl dort erst 2020 die WM stattfand und die Arena „perfekt ist“. Cortina plant den Bau einer neuen Bobbahn anstelle der Restaurierung der alten – sogar das IOC missbilligt dies. Vor kurzem schimpfte Neureuther über Winterspiele in Asien – und fordert mehr Nachhaltigkeit.
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Neureuther macht sich Sorgen um Olympia
In einem ARD-Interview betont Neureuther: „Ich freue mich prinzipiell auf Olympische Spiele“. Doch er fordert Veränderungen. Olympia sollte Hoffnung geben: „Für mich ist es das, was wir für die kommenden Generationen erhalten müssen: Die naturnahe Kulturlandschaft in den Alpen, die Faszination der Berge, geschützte Lebensräume, gewachsene Orte, Kultur und Natur in Balance.“ Doch die Wahrheit sieht anders aus. (ck/sid)
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