„Monatliche Mädchenprobleme“

Schwanger? Biathlon-Königin Wierer reagiert auf Gerüchte

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Dorothea Wierer ist noch immer im Spiel. Die routinierte Biathlon-Athletin tritt diesen Winter wieder an und hat eine Ansage für ihre Kritiker.

München – Dorothea Wierer ist in ihrem Land eine Biathlon-Legende: 2019 wurde sie als erste Italienerin Weltmeisterin. Zu ihrem Titel im Massenstart kamen 2020 zwei weitere Goldmedaillen in der Verfolgung und im Einzel dazu, sowie ein weiterer Titel in der Staffel 2023. Auch drei olympische Bronzemedaillen nennt sie ihr Eigen.

Wierer räumt mit Gerüchten „von Leuten, die nichts verstehen“ auf

Doch mit nun 34 Jahren mehrten sich die Fragen nach ihrem Karriereende. Im Sommer war lange unklar, ob die neue Biathlonsaison diesmal ohne Wierer stattfindet. In einer Pressekonferenz schaffte sie schließlich Fakten. Wierer stellte klar, dass sie bis 2026 weitermachen will. Dafür gab es durchaus Kritik. Ihr letzter Weltcupsieg liegt schließlich schon über eineinhalb Jahre zurück (12. März 2023 in Östersund). Nun äußerte sich Wierer nicht nur zu ihrer Entscheidung, sondern auch zu Gerüchten über eine mögliche Schwangerschaft.

So hatte es Berichte gegeben, dass die in Bruneck in Südtirol geborene Athletin ein Kind erwarte. „Viele Leute denken, dass ich schwanger bin oder dass ich die Pressekonferenz nur für meine Sponsoren mache. Es ist nicht immer einfach, Gerüchte von Leuten zu hören, die mich nicht kennen oder nichts verstehen. Deshalb wollte ich eine Pressekonferenz abhalten, um meinen Standpunkt klarzumachen“, erklärte sie dem norwegischen Sender TV2. Dass sie diese eigens einberufen hatte, um zu erklären, dass sie weitermache, stieß teilweise auf Unverständnis.

Biathlon: Preuß mittendrin - Die Favoriten auf den Gesamtweltcup

Biathlon: Lisa Vittozzi (links) und Johannes Thingnes Boe sind die Titelverteidiger im Gesamtweltcup.
Biathlon: Lisa Vittozzi (links) und Johannes Thingnes Boe sind die Titelverteidiger im Gesamtweltcup. © Manzoni / IBU
Biathlon: Lisa Vittozzi ist die Titelverteidigerin bei den Damen.
Biathlon: Lisa Vittozzi ist die Titelverteidigerin bei den Damen. Die Italienerin verpasst aber den ersten Weltcup in Kontiolahti und ist dadurch nur Außenseiterin in der neuen Saison. © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Lou Jeanmonnot aus Frankreich machte in der Vorsaison einen großen Schritt.
Biathlon: Lou Jeanmonnot aus Frankreich machte in der Vorsaison einen großen Schritt und wurde Zweite im Gesamtweltcup. Die 26-Jährige ist Anwärterin auf den Gesamtsieg.  © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Justine Braisaz-Bouchet gehört zu den stärksten Läuferinnen des Feldes.
Biathlon: Justine Braisaz-Bouchet gehört zu den stärksten Läuferinnen des Feldes. Bleibt sie am Schießstand stabil, kann sie den Gesamtweltcup gewinnen.  © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Mit Julia Simon hat Frankreich ein drittes heißes Eisen im Feuer.
Biathlon: Mit Julia Simon hat Frankreich ein drittes heißes Eisen im Feuer. 2023 gewann sie bereits den Gesamtweltcup, auch in der neuen Saison zählt sie zu den Mitfavoritinnen.  © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen lag im Vorjahr lange an der Spitze des Gesamtweltcups.
Biathlon: Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen lag im Vorjahr lange an der Spitze des Gesamtweltcups. Zum Saisonende brach sie ein, im neuen Winter will sie wieder angreifen.  © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Franziska Preuß aus Deutschland ist Mitfavoritin auf den Gesamtweltcup.
Biathlon: Rein vom Punkteschnitt pro Rennen her war Franziska Preuß in der Vorsaison unter den Top 3 des Gesamtweltcups. Aus gesundheitlichen Gründen verpasste sie aber viele Rennen. Bleibt sie fit, muss man die 30-Jährige auf der Rechnung haben.  © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Elvira Öberg ist erst 25 Jahre alt, aber schon seit 2020 im Weltcup dabei. Sie gilt in jedem Jahr als Mitfavoritin, konnte den Gesamtweltcup aber noch nie gewinnen.
Biathlon: Elvira Öberg ist erst 25 Jahre alt, aber schon seit 2020 im Weltcup dabei. Sie gilt in jedem Jahr als Mitfavoritin, konnte den Gesamtweltcup aber noch nie gewinnen.  © picture alliance/dpa | Martin Schutt
Biathlon: Fünfmal hat Johannes Thingnes Boe den Gesamtweltcup schon gewonnen.
Biathlon: Fünfmal hat Johannes Thingnes Boe den Gesamtweltcup schon gewonnen. Auch in die Saison 2024/25 geht er als absoluter Topfavorit. © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Die größte Konkurrenz für Johannes Thingnes Boe (Zweiter von links) kommt aus dem eigenen Land. Im Vorjahr lagen (von links) Tarjei Boe, Sturla Holm Laegreid und Vetle Sjaastad Christiansen in den Top 5.
Biathlon: Die größte Konkurrenz für Johannes Thingnes Boe (Zweiter von links) kommt aus dem eigenen Land. Im Vorjahr lagen (von links) Tarjei Boe, Sturla Holm Laegreid und Vetle Sjaastad Christiansen in den Top 5. © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Aus Frankreich muss man Quentin Fillon Maillet (links), Eric Perrot (Zweiter von links) und Emilien Jacquelin (rechts) punktuell auf der Rechnung haben.
Aus Frankreich muss man Quentin Fillon Maillet (links), Eric Perrot (Zweiter von links) und Emilien Jacquelin (rechts) punktuell auf der Rechnung haben. Ob sie eine ganze Saison mit Boe mithalten können, ist eher unwahrscheinlich.  © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Mehrfach kündigte der Schwede Sebastian Samuelsson an, ernsthaft um den Gesamtweltcup kämpfen zu sollen. Das Potenzial hat er, bislang folgten den Worten aber keine Taten.
Biathlon: Mehrfach kündigte der Schwede Sebastian Samuelsson an, ernsthaft um den Gesamtweltcup kämpfen zu sollen. Das Potenzial hat er, bislang folgten den Worten aber keine Taten. © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Biathlon: Nach dem Rücktritt von Benedikt Doll (Zweiter von links) sind die deutschen Herren nur Außenseiter. (von links) Philipp Nawrath, Johannes Kühn und Justus Strelow sind aber durchaus Anwärter auf die Top Ten.
Biathlon: Nach dem Rücktritt von Benedikt Doll (Zweiter von links) sind die deutschen Herren nur Außenseiter. (von links) Philipp Nawrath, Johannes Kühn und Justus Strelow sind aber durchaus Anwärter auf die Top Ten.  © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Dorothea Wierer: „In Italien bekommt man immer ein bisschen Scheiße ab“

„Ich weiß nicht, wie es in Norwegen ist. Aber in Italien gibt es viele verrückte Leute. Man bekommt immer ein bisschen Scheiße ab“, beschwerte sich Wierer über die Berichterstattung in ihrem Land. Allerdings könne sie das Interesse an ihrem Privatleben auch nachvollziehen: „Die Leute fragen mich immer wieder nach Familie und Kindern. Ich kann das verstehen, denn meine Mutter wurde zum Beispiel mit 20 schwanger.“

Bei ihr sei das aber nicht der Fall. Wierer: „Ich denke, die Leute müssen erkennen, dass sich die Welt verändert. Mein Traum ist es, eine Familie zu haben, aber ich habe immer noch meine monatlichen Mädchenprobleme, also ist es nicht möglich, dass ich schwanger bin.“

Dorothea Wierer kündigte ihr Karriereende für 2026 nach Olympia an.

Olympia 2026 als Grund zum Weitermachen für Dorothea Wierer

Auch über ihre Entscheidung zum Weitermachen sprach sie mit dem skandinavischen Medium: „Ich habe eine Liste gemacht, ob ich weitermachen oder aufhören soll. Die Gründe, nicht weiterzumachen, waren eigentlich viel mehr als die, die ich dafür hatte“, äußerte sie.

Letztlich habe das Jahr 2026 und die Olympischen Spiele in ihrer Heimat den Ausschlag gegeben, denn diese finden schließlich in Mailand und Cortina d‘Ampezzo statt. (cgsc)

Rubriklistenbild: © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring

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