Sehnsuchtsort Laila Peak: Laura Dahlmeier stirbt ausgerechnet auf ihrem Lieblingsberg
VonPhilipp Kuserau
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Laura Dahlmeiers Traum endete tragisch am Berg. Bergsteiger-Legende Thomas Huber erinnert mit bewegenden Worten an die letzte Tour der Biathlon-Ikone.
Skardu – Der Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge war für Laura Dahlmeier mehr als nur ein weiterer Gipfel. Es war ihr Sehnsuchtsort, ihr großer Traum – und tragischerweise auch der Ort, an dem die zweimalige Olympiasiegerin am Montag (28. Juli) ihr Leben verlor. Star-Kletterer Thomas Huber, der bei der Rettungsmission half, enthüllt nun bewegende Details über Dahlmeiers besondere Beziehung zu diesem Berg.
Die Faszination für diesen rund 6.000 Meter hohen und respekteinflößenden Gipfel war bei der ehemaligen Biathlon-Ikone schon lange spürbar. Immer wieder soll sie in Gesprächen mit dem erfahrenen Bergsteiger über diesen besonderen Ort gesprochen haben. Tragischerweise wurde eben jener Gipfel schlussendlich zum Verhängnis für Dahlmeier.
Dahlmeiers Sehnsuchtsort Laila Peak: Bergsteiger-Legende Huber verrät letzten Traum der Biathlon-Ikone
„Ich weiß von Laura, dass sie immer von einem Berg geschwärmt hat. Und das ist der Laila Peak“, sagte Thomas Huber im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Der 58-jährige Extremkletterer, der zusammen mit seinem Bruder Alexander als Kletterteam „Huberbuam“ weltbekannt wurde, hatte intensiven Kontakt zu Dahlmeier vor ihrer fatalen Expedition.
„Wir waren im Vorfeld schon sehr oft in Kontakt, weil sie Erfahrungen brauchten, wie die Berge da ausschauen“, erklärte Huber dem BR. Er hatte der Garmisch-Partenkirchnerin und ihrer Seilpartnerin Marina Krauss wertvolle Tipps gegeben und ihnen verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, welche Berge für sie geeignet wären.
Laura Dahlmeier: Olympia-Rekorde, plötzliches Biathlon-Aus und ein privater Schicksalsschlag
Noch wenige Tage vor dem verhängnisvollen Steinschlag hatte Huber direkten Kontakt zu Dahlmeier. Zusammen mit Krauss hatte sie am 8. Juli erfolgreich den Great Trango Tower bestiegen – einen 6.287 Meter hohen Gipfel im selben Gebirge. „Ich bekam auch Nachrichten von Laura, dass sie die beste Zeit hatten am Berg“, berichtete Huber.
Die Freude über diesen Erfolg war noch spürbar, als das Unglück geschah. „Ich kenne die Laura. Sie ist ein Bergmädel. Wenn sie in die Berge geht, hat sie gestrahlt, und es ist ihr Leben, sich mit den Bergen zu verbinden“, beschrieb der Kletterer seine verstorbene Freundin. Als die Nachricht von Dahlmeiers Unfall Thomas Huber erreichte, zögerte er keine Sekunde.
„Laura ist schwer verletzt, vermutlich am Kopf – und ich habe mich dann sofort entschieden, in diese Geschichte mit einzusteigen“, sagte er dem BR. Huber befand sich zu diesem Zeitpunkt selbst im Basislager des Choktoi-Gletschers in Pakistan. „Ich habe mich sofort angeboten, meinen Rucksack zu packen und zu warten, bis der Helikopter mich vom Basislager abholt“, erklärte der Extrembergsteiger.
Rettungsmission blieb erfolglos: Thomas Huber verabschiedet sich rührend von Laura Dahlmeier
Doch trotz aller Bemühungen kam jede Hilfe zu spät. Bei den Hubschrauber-Überflügen konnte Dahlmeier zwar geortet werden, jedoch ohne erkennbare Lebenszeichen. In einem bewegenden Instagram-Post nahm Thomas Huber nun Abschied von seiner Freundin. „Ahhh Laura, dein Zelt bleibt jetzt leer, aber deine Energie strahlt in den diesen Bergen bis hin zur Ewigkeit“, schrieb er auf Instagram. Dazu veröffentlichte er ein Foto von Dahlmeiers leerem Zelt vor der majestätischen Bergkulisse des Karakorum, dem Sehnsuchtsort der Biathlon-Ikone. (kus)