VonMarcel Schwenkschließen
Der vermeintliche Kreditkarten-Betrug durch Julia Simon erschüttert die Biathlon-Welt. Ein ehemaliger Wintersportler positioniert sich deutlich.
Paris – Die Betrugsvorwürfe gegen Biathletin Julia Simon schlagen aktuell hohe Wellen. Der Gesamtweltcup-Siegerin der vergangenen Saison wird vorgeworfen, die Kreditkarten zweier Teammitglieder für private Käufe im Internet missbraucht zu haben. Mittlerweile liegt der Fall bei den französischen Behörden.
| Julia Simon | |
|---|---|
| Geboren: | 9. Oktober 1996 (Alter 26 Jahre) in Albertville, Frankreich |
| Sportart: | Biathlon |
| Größte Erfolge: | Gesamtweltcup-Siegerin (2022/23), 2x WM-Gold, 1x Olympia-Silber |
Vertreter von Julia Simon bestreitet die Tat
Die 26-Jährige hat sich selbst noch nicht zu dem Vorfall geäußert, allerdings bezog ein Vertreter Simons kürzlich gegenüber der französischen Tageszeitung L’Equipe Stellung. „Die Position von Julia Simon ist klar: Sie bestreitet die Tatsachen. Die Version der Verteidigung hat zu einer Aussetzung des Verfahrens durch den Verband geführt“, zitiert das Medium.
Konkret wird Simon laut L’Equipe und RMC Sport unterstellt, im August 2022 während eines Rollerski-Events in Norwegen die Kreditkarten von Justine Braisaz-Bouchet und einem weiteren Mitglied des Teams für Bestellungen benutzt zu haben. Dies soll aufgefallen sein, weil Simon ihren eigenen Computer und ihre persönliche Mailadresse benutzt haben soll.
Julia Simon verpasste wohl mehrere Trainingslager
Demnach habe Braisaz-Bouchet zunächst versucht, die Angelegenheit im internen Kreis zu lösen. Da dieses Vorhaben angeblich scheiterte, wurden nun wohl rechtliche Schritte eingeleitet.
In der Biathlon-Mannschaft sei Simon schon länger isoliert gewesen, verpasste bislang offenbar mehrere Trainingslager. Während zunächst noch „mentale Erschöpfung“ als Grund angegeben wurde, hieß es zuletzt, dass „persönliche Gründe“ dafür verantwortlich sein sollen.
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Dmitry Wassiljew verurteilt Simon trotz ausstehendem Urteil
Obwohl Simon bislang noch nicht verurteilt worden ist, äußerte sich mit Dmitri Wassiljew ein ehemaliger Wintersport-Star zu der Thematik und übte scharfe Kritik. „Hier geht es nicht um die Biathlon-Community, sondern um die Beziehung zweier Menschen. Ich verstehe, dass das Verfahren noch andauert. Aber wenn Simons Schuld bewiesen wird, ist das traurig. [...] Mit dieser Tat hat Simon ihr ganzes ehrliches Leben durchgestrichen“, so der russische Ex-Biathlet, der vor kurzem auch dem norwegischen Superstar Johannes Thingnes Bö Doping unterstellte, gegenüber Match TV.
Zuspruch erhielt Simon derweil von Tiril Eckhoff, die erst vor wenigen Monaten ihre aktive Karriere beendete. „Wir wissen nicht, was passiert ist, aber es kommt mir sehr seltsam vor. Ich hoffe, das stimmt nicht. Ich kenne beide und glaube nicht, dass es mit Absicht passiert ist, aber es ist ziemlich dramatisch, wenn es in den Medien an die Öffentlichkeit gelangt. Es tut wirklich weh, das zu sehen“, so die 33-Jährige bei TV2.
Aktuell bereitet sich Julia Simon, die ihre Social-Media-Konten in Folge der Anklage abschaltete, in Eigenregie auf die kommende Wintersport-Saison vor. Die ersten Wettkämpfe finden vom 25. November bis zum 3. Dezember im schwedischen Östersund statt. (masc)
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