Sind die massiven Sorgen um den FC Bayern München gerechtfertigt?
VonDaniel Michel
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Der FC Bayern ist deutscher Meister, doch es läuft an vielen Stellen nicht rund. Ist ein Abwärtstrend bei Deutschlands Nummer eins zu erkennen?
München – Transfer-Guru Florian Plettenberg war zuletzt sehr besorgt um die Lage beim FC Bayern. Der Top-Journalist wünschte den Münchnern, „wieder auf den richtigen Pfad“ zurückzukommen.
Die Frage, die sich viele Beobachter rund um den FC Bayern stellen: Können die Münchner in Europa nicht mehr mithalten und droht auch ihre Stellung im deutschen Fußball zu schwinden?
Die großen Probleme des FC Bayern
Denn die Probleme des deutschen Rekordmeisters wirken riesig. Eine Auswahl:
Trainer Vincent Kompany ist jung und unerfahren. Der Belgier versucht mit zwei Kniffen, seinen Job abzusichern: Immer die besten Spieler aufstellen – und physisch seine Stars bis zum Umfallen (oder einer Verletzung) laufen zu lassen.
Doch geht das auf Dauer gut?
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Sportvorstand Max Eberl macht seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2024 auch keine besonders gute Figur. Die Trainersuche war zeitweise peinlich, bis er Kompany als Kandidat Nummer sieben den Zuschlag gab.
Die Spieler tanzten ihm bei Vertragsverlängerungen auf der Nase herum, zugleich bekam er wenige Stars im Formtief los und holte nur einen Treffer mit Flügelstürmer Michael Olise neu zur Mannschaft dazu.
Talente werden kaum gefördert beim FC Bayern
In Sachen Talentförderung kommt der FC Bayern auch kaum voran. Viele Spieler wurden zu Abstiegskandidaten in 1. und 2. Liga ausgeliehen und nicht in die Mannschaft eingebunden. Mega-Talente wie Paul Wanner oder Lennart Karl haben kaum Perspektive.
Kein Wunder, dass nun auch Sportdirektor Christoph Freund angezählt wird, der mit seinem Wissen aus dem Red-Bull-Imperium eigentlich den FC Bayern in diesem Bereich top hätte aufstellen sollen.
Nur einen Titel in zwei Jahren
Die Titelbilanz der Münchner ist folgerichtig mickrig. Der Klub will stets das Triple gewinnen, doch die vergangenen zwei Saisons gab es genau einen Erfolg: die deutsche Meisterschaft 2025.
In diesem Zusammenhang ist natürlich auch die Frage nach der Qualität der Spieler zu stellen. Viele von ihnen verdienen 15 bis 25 Millionen Euro pro Jahr, in entscheidenden Spielen und bei der Wahl zum Ballon d‘Or ist aber wenig von ihnen zu sehen.
Sind die Stars des FC Bayern überbezahlt? Bei vielen Stars muss man diese Frage bejahen.
Verletzungsmisere ist ein großes Problem beim FC Bayern
Oftmals wird angeführt, dass die Stars der Münchner durch viele und lange Verletzungen ihr Potenzial nicht abrufen können. Das ist sicherlich ein extra Thema in München.
Im Vergleich zu anderen europäischen Topklubs haben die Münchner über die Jahre sehr viele verletzte Spieler mit langen Ausfallzeiten. Tun die Profis nicht alles für ihre körperliche Gesundheit? Stimmt etwas in der medizinischen Abteilung nicht? Ist an den Rahmenbedingungen etwas zu verändern? Diese Fragen lassen die Münchner seit Jahren unbeantwortet.
Die Mischung aus Top-Trainer, viel Geld, gute Rahmenbedingungen und Chancen auf große Titelgewinne wirkt nicht mehr ideal beim FC Bayern. Es schreckt eher ab.
Geldsorgen beim FC Bayern?
Hinzu kommt, dass der FC Bayern, zugegeben auf hohem Niveau, Geldsorgen hat. FC-Bayern-Patron Uli Hoeneß räumte unlängst ein, der Klub müsse überlegen, für Transfers vielleicht einen Kredit aufzunehmen.
Zu hohe Spielergehälter, einige Abfindungen für Trainerentlassungen, Transferflops wie Sacha Boey (30 Millionen Euro) und wenige Spielerverkäufe dürften die Schlussfolgerung aus der Aussage von Hoeneß sein.
Allerdings sollte man den FC Bayern nie unterschätzen. Der deutsche Rekordmeister war fast immer in der Lage, mit einem Kraftakt innerhalb von wenigen Wochen die Situation komplett zu drehen.
So bleibt die Frage: Verstehen die Münchner diesen Sommer wieder zu nutzen, um einen Umbruch und Aufbruch im Verein zu starten? Erst wenn diese Frage mit „nein“ zu beantworten ist, muss man sich Sorgen um den großen FC Bayern machen.