WM 2026

Stärken, Schwächen, Statistiken: Deutschlands WM-Gegner im Check

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Die WM 2026 wirft ihre Schatten voraus. Deutschland trifft in der Gruppe auf Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Die Gegner im Check.

Die deutsche Nationalmannschaft will bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nach dem fünften Stern greifen. Bei der Gruppen-Auslosung in Washington Anfang Dezember landete Deutschland gemeinsam mit Curacao, der Elfenbeinküste und Ecuador in Gruppe E. Hier ist die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann der klare Favorit.

Deutschland trifft bei der WM 2026 in Gruppe E auf Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador.

Sollte das Weiterkommen gelingen, müsste Deutschland in dieser XXL-Ausgabe der WM laut Spielplan der Weltmeisterschaft 2026 noch fünf K.o.-Spiele gewinnen, bevor Kapitän Joshua Kimmich den begehrten Pokal in die Luft recken dürfte. Doch eins nach dem anderen: Zunächst gilt es, die Vorrunde erfolgreich zu bestreiten, was erfahrungsgemäß alles andere als ein Kinderspiel werden wird.

Deutschlands Gruppengegner bei der WM 2026 im Check

Den Deutschland-Fans werden die Endrunden 2018 und 2022 schließlich noch gut im Gedächtnis geblieben sein. In beiden Turnieren schied die Nationalmannschaft enttäuschend schon in der Gruppenphase aus. 2018 als Letzter hinter Schweden, Mexiko und Südkorea, 2022 als Dritter hinter Japan und Spanien. Die Vorrunde 2026 wird die DFB-Elf also sicherlich nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die deutschen Gruppengegner im Check.

DFB-Kader für die WM 2026: Wenn Nagelsmann heute nominieren müsste

Manuel Neuer
Die Weltmeisterschaft 2026 könnte das nächste bittere große Turnier für Kronprinzen Marc-André ter Stegen darstellen. Verletzungsbedingt – und aufgrund seiner verzwickten Situation beim FC Barcelona – würde der Keeper stand jetzt erneut nicht als Deutsche Nr. 1 mitfahren. Eine mögliche Konsequenz wäre es für Nationaltrainer Julian Nagelsmann, bei Manuel Neuer anzufragen, ob der 39-Jährige für seine fünfte WM in die Nationalmannschaft zurückkehren würde. Woche für Woche beweist der langjährige Nationaltorhüter in der Bundesliga und Champions League seine Extraklasse. Zudem könnte seine Routine einer zuletzt nicht immer sattelfesten Defensive viel geben. Der Ausgang ist jedoch offen. © Eibner-Pressefoto/Jenni Maul/IMAGO
GER, WM-Qualifikation, Deutschland - Slowakei
Bei einer Neuer-Rückkehr gäbe es mit Oliver Baumann einen weiteren Leidtragenden. Der Hoffenheimer nutzt seine Chance und überzeugt als sicherer Rückhalt im Dress des DFB. So darf sich Baumann im Alter von 35 Jahren berechtigte Hoffnung auf sein erstes großes Turnier als Stammkeeper machen. Die Überfahrt nach Amerika ist jedenfalls sicher. © Karina Hessland-Wissel/IMAGO
Alexander Nübel
Wie es für Alexander Nübel nach der Weltmeisterschaft weitergeht, ist offen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dürfte jedoch klar sein, dass der 29-Jährige seinen Platz mindestens als Nr. 3 im deutschen Tor sicher haben dürfte. Daran könnte wohl auch ein mögliches Neuer-Comeback nichts ändern – dieses Szenario wäre nur bei einem Ausfall von Marc-André ter Stegen vermittelbar. © Michael Taeger/IMAGO
Noah Atubolu
Bereits bei der Heim-Europameisterschaft offenbarte Julian Nagelsmann, wie wichtig es dem Bundestrainer ist, insgesamt vier Torhüter im Training zu haben. Rund 40 Tage wird die XXL-WM dauern, ein „Trainingsgast“ wie bei der EM 2024 könnte sich da schwieriger darstellen. Für Noah Atubolu könnte dies die Chance sein, mit über den Atlantik zu reisen. Aktuell spielt der 23-Jährige bereits seine dritte Saison als Stammkeeper beim SC Freiburg und sammelt in der Europa League wichtige Erfahrungen. Weitere könnten in Nordamerika folgen – vielleicht sogar für die Rolle als langfristige Nr. 1 beim DFB. © pepphoto/Horst Mauelshagen/IMAGO
Joshua Kimmich
Wie wichtig Joshua Kimmich für die deutsche Nationalmannschaft ist, bewies der DFB-Kapitän einmal mehr beim entscheidenden Spiel der WM-Qualifikation gegen die Slowakei. Trotz verletzungsbedingten Handicap zählte der Bayern-Spieler wieder zu den besten Protagonisten. Fest steht: ob heute oder im Sommer, Kimmich ist gesetzt. © Moritz Mueller/IMAGO
Ridle Baku
Für die Rolle hinter dem Captain hat sich Ridle Baku in Position gebracht. In der vergangenen Länderspielpause konnte der Leipziger sogar mit einem eigenen Tor glänzen. Auch aufgrund der Formschwäche der Konkurrenz (u. a. Nnamdi Collins) würde der 27-Jährige aktuell wohl mit zur WM fahren. © IMAGO
Jonathan Tah
In Luxemburg führte Jonathan Tah die deutsche Nationalmannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld. In diesem Jahr war in der Innenverteidigung hauptsächlich die Frage, wer an der Seite des 29-Jährigen spielt. Bei der Weltmeisterschaft sollte dies, falls er fit bleibt, ebenfalls so sein. © Maximilian Koch/IMAGO
Nico Schlotterbeck
Im Kampf um den zweiten Platz in der Innenverteidigung hat aktuell Nico Schlotterbeck klar die Nase vorne. Insbesondere die spielerischen Fähigkeiten stechen im Spiel des 25-Jährigen heraus, der sich in den letzten Jahren kontinuierlich auf Top-Niveau gesteigert hat. Als Linksfuß ist der Borusse über die WM hinaus für den linken Part prädestiniert. © IMAGO
Malick Thiaw
Nach seinem Abgang im Sommer von der AC Mailand ist Malick Thiaw bei Premier-League-Klub Newcastle United mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die vergangenen sechs Ligaspiele bestritt der 24-Jährige über die vollen 90 Minuten. Bei der Nationalmannschaft muss sich der gebürtige Düsseldorfer zwar noch hinten anstellen (fünf Länderspiele), als Back-up dürfte ihm die Berufung jedoch gewiss sein. © Markus Fischer/IMAGO
Waldemar Anton
In der vergangenen Länderspielpause konnte sich Waldemar Anton nicht von seiner besten Seite präsentieren. In Luxemburg machte der 29-Jährige an der Seite von Ersatzkapitän Tah einen ungewohnt unsicheren Eindruck. Dass er es eigentlich besser kann, beweist der in Usbekistan geborene Innenverteidiger in der Liga. Auch dank Anton hat der BVB aktuell die zweitbeste Defensive der deutschen Beletage. © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO
Robin Koch
Sollte Bundestrainer Julian Nagelsmann wie bei seinem ersten großen Turnier erneut fünf Innenverteidiger nominieren, würde nach heutigen Stand wahrscheinlich auch Robin Koch ein WM-Ticket bekommen. Doch: Bereits bei der letzten Länderspielpause verzichtete Nagelsmann auf den Innenverteidiger, der in der laufenden Saison immer wieder Probleme hat. Bis zum Sommer kehrt wahrscheinlich auch Antonio Rüdiger zurück, Koch könnte dann schnell zum Streichkandidaten avancieren. © Gabor Baumgarten/SPP/IMAGO
David Raum
Seinen Platz hat David Raum auf der Position des Linksverteidigers sicher. Im internen Duell mit dem Stuttgarter Maximilian Mittelstädt setzte sich der Leipziger klar durch. Bei fünf von sechs WM-Quali-Spielen stand der gebürtige Nürnberger in der Startaufstellung. Mittelstädt hingegen wurde gar nicht erst nominiert. © Michael Taeger/IMAGO
Nathaniel Brown
Der Grund: Mit Nathaniel Brown scharrt bereits ein hoffnungsvolles Talent hinter Raum mit den Hufen. Im vergangenen Jahr zählte der 22-Jährige zu den Durchstartern in der Bundesliga und trotz Verletzung, die ihn zu Beginn der Saison geplagt hatte, setzt der Youngster seine beeindruckende Entwicklung fort.  © Markus Ulmer/IMAGO
Aleksandar Pavlović
Dank seines Profils als defensivstarker Mittelfeldspieler hätte Aleksandar Pavlović – im Gegensatz zur Situation beim FC Bayern – einen Platz in der Schaltzentrale des deutschen Mittelfelds sicher. Für den 21-Jährigen bleibt nur zu hoffen, dass der gebürtige Münchner auch bis zum Sommer von Verletzungen und Krankheiten verschont bleibt. Eine Mandelentzündung hatte bereits die Teilnahme bei der Heim-EM 2024 verhindert. © Michael Taeger/IMAGO
Leon Goretzka
Mit seiner Resilienz überzeugt Leon Goretzka nicht nur beim FC Bayern München. Eine Eigenschaft, die auch bei einer Weltmeisterschaft gefragt ist. Nach seiner Aussortierung ist der 30-Jährige wieder fester Bestandteil der Auswahl von Julian Nagelsmann. Bei jedem Länderspiel in diesem Jahr stand Goretzka auf dem Platz. © Grzegorz Wajda/IMAGO
Felix Nmecha
Für die Länderspiele in Luxemburg und gegen die Slowakei feierte Felix Nmecha sein Comeback in der Nationalmannschaft. In diesem Jahr hat der 25-Jährige nochmal einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht und im BVB-Mittelfeld unter anderem Pascal Groß den Rang abgelaufen. Trotz großer Konkurrenz würde der gebürtige Hamburger aktuell mit zur WM fahren. © Kirchner-Media/TH/IMAGO
Angelo Stiller
Zwar wurde Angelo Stiller zuletzt für die finalen beiden Spiele der WM-Quali nicht zur deutschen Nationalmannschaft eingeladen, dennoch darf bezweifelt werden, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann für ein großes Turnier mit nur drei Spielern plant, deren Paradeposition vor der Abwehr ist. Deshalb – und im Hinblick auf den neuen XXL-Modus der Weltmeisterschaft mit noch nie dagewesener Belastung – wäre eine Berufung des Spielmachers vom VfB Stuttgart aktuell wohl keine Überraschung.  © Marco Steinbrenner/DeFodi Images/IMAGO
Nadiem Amiri
Für den Platz im zentralen Mittelfeld könnte allerdings auch einer der wenigen Lichtblicke einer tristen Saison von Mainz 05 infrage kommen. Bislang war Nadiem Amiri in dieser Saison in jeder Länderspielpause nominiert, musste zuletzt allerdings aufgrund von Adduktoren-Beschwerden seine Reise zur DFB-Elf absagen. Gegen Nordirland bewies der Mainzer jedoch auch seinen Wert für den DFB in der offensiven Dreierreihe. In Abwesenheit von Jamal Musiala und Kai Havertz offenbart sich hier ebenfalls ein Back-up-Platz – quasi zwei Fliegen mit einer Klatsche. © Sebastian Bach/IMAGO
Leroy Sané
So schnell kann es gehen: Innerhalb einer Abstellungsperiode entwickelte sich Leroy Sané im deutschen Team wieder von Zero to Hero. In Luxemburg und gegen die Slowakei bewies der Flügelspieler seine Genialität und verhalf dem DFB-Team zur WM-Teilnahme. In dieser Form ist der 29-Jährige bei einer Weltmeisterschaft unentbehrlich. © Moritz Mueller/IMAGO
Serge Gnabry
Wie Vereinskollege Goretzka erlebte auch Serge Gnabry eine wundersame Auferstehung. Auch der 30-Jährige zählte zu den Enttäuschten, die nicht für die Europameisterschaft nominiert wurden. Zudem gab es beim FC Bayern München große Zweifel rund um seine Person. In der laufenden Saison belehrt der Offensivspieler seine Kritiker jedoch eines besseren. Bereits für die Qualifikation war der gebürtige Stuttgarter gesetzt – genauso wie bei einer heutigen Nominierung. © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Florian Wirtz
Der dritte in der Dreierreihe stellt sich quasi von selbst auf. In der Premier League kämpft Florian Wirtz noch mit Anlauf-Schwierigkeiten, für die Nationalmannschaft ist der Freigeist jedoch unverzichtbar. Mit zwei Vorlagen gegen die Slowakei unterstrich er dies eindrucksvoll. Seit September 2023 stand der Neuzugang des FC Liverpool in jedem möglichen Länderspiel auf dem Rasen. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. © Karina Hessland-Wissel/IMAGO
Kevin Schade
Abseits der großen öffentlichen Aufmerksamkeit in der Premier League entwickelte sich Kevin Schade beim FC Brentford zum Schlüsselspieler. Einzig am ersten Spieltag war der Potsdamer nicht in der Startelf vorzufinden und steuerte dabei vier Torbeteiligungen (drei Tore, eine Vorlage) bei. Auch Julian Nagelsmann honorierte die Leistungen des 23-Jährigen und nominierte den pfeilschnellen Flügelspieler nach über einem Jahr erstmals wieder.  © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO
Jamie Leweling
Mit seiner hohen Endgeschwindigkeit kann auch Jamie Leweling jeder Abwehr sehr wehtun. Dennoch zählt der Stuttgarter nur bedingt zum inneren Kreis der Nationalmannschaft. Wenn bis zum Sommer noch einige Schlüsselspieler in der Offensive zurückkehren, könnte es Leweling schwer haben, ein Ticket für die Reise nach Nordamerika zu ergattern. Heute hätte er wie „Konkurrent“ Schade – auch aufgrund der Kontroverse um Karim Adeyemi – eine realistische Chance auf eine Kadernominierung. © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO
Karim Adeyemi
Damit kommt man zum besonderen Fall des Karim Adeyemis: Sportlich wäre dem 23-Jährigen ein Platz im Aufgebot für die WM 2026 wohl sicher. Mit seinem Strafbefehl und dadurch, dass er diesen vor den Verantwortlichen der Nationalmannschaft verschwiegen hatte, brachte er den DFB in eine heikle Situation. Ob in Hinblick auf diesen Hintergrund Nagelsmann ihn stand jetzt nominieren würde, darf zumindest hinterfragt werden. Glücklicherweise für den Flügelspieler hat er aber noch bis zum Sommer Zeit, Abbitte zu leisten. © pepphoto/Horst Mauelshagen/IMAGO
Nick Woltemade
Erst im Juni debütierte Nick Woltemade für die deutsche Nationalmannschaft, dennoch ist der 1,98 Meter große Schlaks nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. Vier Tore durfte „Woltemessi“ schon im DFB-Dress bejubeln – alle in den vergangenen drei Länderspielen. Geht die Entwicklung des 23-Jährigen nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch in der Premier League so weiter, wird der Stürmer weit über die WM hinaus den deutschen Angriff prägen. © Grzegorz Wajda/IMAGO
Jonathan Burkardt
Zehn Torbeteiligungen in den wettbewerbsübergreifend ersten 15 Pflichtspielen stehen für Jonathan Burkardt nach seinem Wechsel zu Eintracht Frankfurt zu Buche. Bei der Nationalmannschaft muss er sich trotz der guten Quote dennoch hinten anstellen und auf seine Chance warten. Als klassischer Mittelstürmer mit gutem Gespür für Räume könnte Burkardt der DFB-Auswahl dennoch viel als Joker geben.  © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO
Deniz Undav
Nach dem ihn ein Bänderanriss im Knie ausgebremst hat, kommt Deniz Undav immer besser in Fahrt. Mit fünf Torbeteiligungen seit Ende Oktober würde ihm seine Form einen Vorteil gegen mögliche Konkurrenten im Sturm wie Maximilian Beier geben. Für eine reale Chance auf die WM im Sommer muss der Stürme diese jedoch konservieren. Bis dahin werden voraussichtlich auch Kai Havertz und Tim Kleindienst wieder fit sein. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

Zum Gruppenauftakt spielt Deutschland am 14. Juni (19 Uhr deutscher Zeit) gegen Curacao. Der kleine Inselstaat aus der südlichen Karibik ist WM-Neuling und der große Außenseiter der Gruppe. Allein die Qualifikation ist schon eine echte Sensation, schließlich leben auf Curacao etwa so viele Menschen wie in Paderborn. Noch nie nahm ein Land mit einer geringeren Bevölkerung an einer Weltmeisterschaft teil.

Die fußballerische Geschichte Curacaos ist entsprechend übersichtlich. Erst 2011 bestritt die Nationalmannschaft ihr erstes Spiel, ihren größten Erfolg feierte sie im CONCACAF Gold Cup 2019, als erst im Viertelfinale gegen die USA Endstation war. Bei der WM würde indes jeder Punktgewinn als großer Erfolg gewertet werden.

DFB-Gegner im Check: Bei Curacao ist ein Ex-Bundesliga-Profi der Star

Personell ist der Kleinstaat etwas überraschend kein völlig unbeschriebenes Blatt. Das liegt vor allem daran, dass Curacao als Land zum Königreich der Niederlande gehört. Nur zwei der in der WM-Quali eingesetzten 30 Spieler wurden tatsächlich auf der Insel geboren, der Großteil ist gebürtig aus der Niederlande und spielte zu Teilen auch dort in den Jugend-Nationalmannschaften.

Der größte Star im Team ist Tahith Chong, der aktuell bei Sheffield United unter Vertrag steht. Früher spielte der Mittelfeldspieler bei Manchester United und war in der Saison 2020/21 an Werder Bremen ausgeliehen. Relativ prominent ist auch, der mittlerweile zurückgetretene Cheftrainer, Dick Advocaat. Er lenkte seit Anfang 2024 die fußballerischen Geschicke der Insel-Auswahl. Der 78-Jährige war auch schon Trainer der niederländischen Nationalmannschaft. Advocaat trat Ende Februar aus persönlichen Gründen zurück. „Ich habe immer gesagt, dass die Familie vor dem Fußball kommt“, erklärte Advocaat einer Mitteilung zufolge. „Das ist daher eine logische Entscheidung. Ich werde Curacao, die Menschen dort und meine Kollegen sehr vermissen. Dass wir uns als das jemals kleinste Land für die WM qualifiziert haben, ist eines der Highlights meiner Karriere.“

Advocaats Nachfolger als Nationaltrainer von Curacao ist Fred Rutten, ebenfalls ein ehemaliges Gesicht der Bundesliga. Rutten trainierte unter anderem Schalke 04. „Es ist eine Ehre, seine Arbeit fortzusetzen. Ich hab mich gründlich mit ihm und den Mitarbeitern ausgetauscht und werde seinen Weg fortsetzen. Curaçao kann von mir dieselbe Leidenschaft erwarten“, sagte er nach seiner Vorstellung.

Im zweiten Gruppenspiel trifft Deutschland am 20. Juni (22 Uhr) auf die Elfenbeinküste. Gegen die Ivorer hatte der DFB eigentlich ein Testspiel im März geplant. Nach der Auslosung wurde jedoch umgehend ein neuer Gegner gesucht. Die Elfenbeinküste hat deutlich mehr Erfahrung bei großen Turnieren vorzuweisen, kam bei Weltmeisterschaften aber noch nie über die Vorrunde hinaus.

DFB-Gegner im Check: RB-Youngster und United-Star bei der Elfenbeinküste

Deutschland spielte bisher erst einmal in einem Testspiel gegen den dreifachen Afrika-Cup-Sieger. 2009 gab es in Gelsenkirchen ein 2:2 – Lukas Podolski erzielte damals beide Treffer für Deutschland. Bei der WM visiert die Nagelsmann-Elf also ihren ersten Sieg über „die Elefanten“ an, die allerdings eine beachtliche Kader-Qualität mitbringen.

Beinahe auf jeder Position ist die Elfenbeinküste stark besetzt. Einen Superstar wie Nationalheld Didier Drogba gibt es aktuell zwar nicht, dafür finden sich zahlreiche hochtalentierte Stars europäischer Top-Mannschaften wie Bayern-Flirt Ousmane Diomande (Sporting Lissabon), RB-Leipzig-Juwel Yan Diomande oder Dribbelkünstler Amad Diallo (Manchester United) in den ivorischen Reihen wieder. An der Seitenlinie steht mit Emerse Faé aber ein relativ unerfahrener Trainer.

Zu guter Letzt spielt Deutschland am 25. Juni (22 Uhr) gegen Ecuador. Die Südamerikaner sind für das DFB-Team ein alter Bekannter: Schon bei der WM 2006 im eigenen Land traf Deutschland auf Ecuador, gewann damals ebenfalls in der Gruppenphase mit 3:0. 2013 gab es dann noch ein Freundschaftsspiel zwischen den beiden Ländern, das Deutschland mit 4:2 gewinnen konnte.

DFB-Gegner im Check: Ecuador bringt die beste Defensive der Gruppe

Ecuador könnte als letzter Gruppengegner besonders schwierig für Nagelsmann und Co. werden. Die Mannschaft folgt einem besonders defensiven Ansatz und setzt auf ein dichtes Abwehrbollwerk, das kaum zu knacken ist. 2025 fielen in zehn Spielen von Ecuador nur zehn Tore (7:3). Die stargespickten Weltklasse-Mannschaften von Brasilien und Argentinien blieben beide torlos.

Der Kader hat zwar nur wenige Star-Spieler, diese verleihen der Defensive aber ihre besondere Kraft. Die Innenverteidigung besteht mit Willian Pacho (PSG) und Piero Hincapie (Arsenal) aus zwei Weltklasse-Profis, ein dritter räumt in Moises Caicedo (Chelsea) auf der Sechs eine Position weiter vorne ab.

Trainer ist seit 2024 der Argentinier Sebastián Beccacece. Unter seiner Leitung ging von 16 Partien nur eine einzige verloren (0:1 gegen Brasilien). Außerdem spielte Ecuador sieben Mal 0:0 und kassierte im Schnitt nur 0,25 Gegentore pro Spiel. Heißt im Klartext: Deutschland muss im Duell mit „La Tri“ im Angriff sein absolutes A-Game auf den Platz bringen. (mbo/tu)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marc Schueler

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