Supercomputer berechnet: FC Bayern in Champions League chancenlos
VonChristoph Klaucke
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FC Bayern ohne Chance in der Champions League laut Supercomputer. Auch BVB und Frankfurt mit schlechten Aussichten. Liverpool führt im Ranking der Prognose.
München – Die Zahlen sind ernüchternd für die deutschen Fußball-Fans: Ein Supercomputer des Statistik-Anbieters Opta hat die Titelchancen aller 36 Teilnehmer der Champions League für die Saison 2025/26 berechnet – und sieht schwarz für die Bundesliga-Vertreter. Der FC Bayern München, Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt werden in der Königsklasse nur als krasse Außenseiter gehandelt.
In 10.000 Simulationen ermittelte der Computer das wahrscheinlichste Abschneiden aller Teams. Das Ergebnis für die deutschen Klubs fällt dabei deutlich schlechter aus als erhofft. Während der englische Meister FC Liverpool mit 20,4 Prozent als klarer Favorit gilt, folgt der FC Bayern erst auf Position acht mit mageren 4,3 Prozent Titelchance.
FC Bayern München in der Champions League: Schwere Gegner als Handicap
Besonders bitter für die Münchner: Laut Opta-Analyse hat der FC Bayern die schwersten Gegner in der Champions-League-Ligaphase erwischt. Das durchschnittliche Gegner-Rating liegt bei 92,9 – der höchste Wert aller 36 Teilnehmer. Diese schwere Auslosung könnte die ohnehin geringen Titelchancen des deutschen Rekordmeisters weiter schmälern. Aber: PSG wurden im Vorjahr ebenfalls die schwersten Gegner zugelost, am Ende feierten die Pariser den Henkelpott.
Trainer Vincent Kompany und sein Team stehen damit vor einer enormen Herausforderung. Die Münchner, die in der Vergangenheit regelmäßig zu den Topfavoriten zählten, müssen sich nun mit der Rolle des Außenseiters arrangieren. Immerhin: In der Bundesliga sieht der Supercomputer Bayern weiterhin als dominante Kraft mit 52,9 Prozent Meisterschaftschance.
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Noch düsterer sieht die Prognose für Borussia Dortmund aus. Der Finalist von 2024 wird nur mit 0,9 Prozent Titelchance bewertet und landet auf Position 14 – gleichauf mit dem belgischen Vertreter Club Brügge. Eine bittere Einschätzung für die Schwarzgelben, die erst vor etwas mehr als einem Jahr im Wembley-Stadion um den Henkelpott kämpften.
Eintracht Frankfurt, das sich auf Festtage in der Champions League freut, taucht in der Opta-Prognose nicht einmal in den Top 20 auf. Die Hessen, die sich über die Bundesliga für die Königsklasse qualifizierten, werden vom Supercomputer mit nur 0,59 Prozent Titelchance bewertet. Auch Bayer Leverkusen, der deutsche Meister von 2024, erhält lediglich 0,7 Prozent und rangiert auf Platz 17.
An der Spitze der Prognose steht der FC Liverpool, der trotz des Achtelfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain in der vergangenen Saison mit 20,5 Prozent als Topfavorit gilt. Die Reds, die unter Trainer Arne Slot englischer Meister wurden, haben laut Supercomputer eine 79,5-prozentige Chance auf die direkte Qualifikation für das Achtelfinale – der FC Bayern kommt nur auf 30,8 Prozent.
Team
Titelchance in %
Liverpool
20,4
Arsenal
16
PSG
12,1
Manchester City
8,4
Barcelona
8,4
Chelsea
7
Real Madrid
5,8
FC Bayern
4,3
Borussia Dortmund
0,9
Leverkusen
0,7
Eintracht Frankfurt
0,59
Arsenal folgt mit 16 Prozent Titelchance auf Platz zwei, während Titelverteidiger PSG mit 12,1 Prozent nur den dritten Rang belegt. Manchester City, das 2022/23 noch triumphierte, wird nach einer schwachen Vorsaison nur mit 8,4 Prozent bewertet – genau wie der FC Barcelona. Klub-Weltmeister Chelsea kommt lediglich auf 7 Prozent.
Die Champions League beginnt am 16. September mit der neuen Ligaphase. Ob die deutschen Vertreter die düsteren Prognosen widerlegen können, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für die Bundesliga-Fans bleibt zu hoffen, dass sich der Supercomputer irrt – schließlich ist Fußball nicht nur Mathematik, sondern auch Leidenschaft und Überraschung. (ck)