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Eintracht im Transferstau: Klub wartet auf fallende Dominosteine

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Eintracht Frankfurt bleibt bei Transfers bisher im Hintergrund aktiv. Konkrete Abschlüsse fehlen weiterhin. Wann fällt der erste Dominostein?

Frankfurt – Jonathan Burkardt und Eintracht Frankfurt? Trotz Einigung zwischen Spieler und Klub bahnt sich noch ein langer Poker an. Der FSV Mainz 05 verlangt viel Geld für den Angreifer, Sportvorstand Markus Krösche will deutlich weniger zahlen. Eine Finalisierung des Deals? Es wird noch Geduld, Verhandlungsgeschick und Zeit brauchen.

Eintracht-Transferbemühungen stecken im Stau

Etwas heißer ging es bei den Gesprächen mit dem FC Kopenhagen bereits zu. Der dänische Meister hat vor einigen Wochen bereits eine 20-Millionen-Euro-Offerte der Tottenham Hotspur für das große Talent Victor Froholdt abgeschmettert. Die Eintracht soll ihr erstes Angebot bereits aufgebessert, doch eine klare Grenze gesetzt haben. Die laut Bild von Kopenhagen geforderten 20 Millionen Euro fixe Ablöse und weitere fünf Millionen Euro Boni als Zugabe will Krösche nicht zahlen.

Japanische Medien überraschten am Donnerstagvormittag mit der Meldung über die Einigung zwischen Ritsu Doan und Eintracht. Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, kann diesen Bericht dementieren. Der Japaner wird den SC Freiburg höchstwahrscheinlich verlassen. Die Frankfurter haben ihr Interesse an Doan früh publik gemacht. Der Spieler selbst soll jetzt zur Eintracht tendieren.

Aber: Hat sich der Japaner mit seiner ausgedehnten Suche nach dem nächsten Klub etwas zu lange Zeit gelassen? Krösche hat stets mehrere Pläne in seiner Schublade. Er will Profis, die für die Aufgabe in Frankfurt brennen und sich klar committen. Auch hier könnte der Poker mit allen Parteien daher noch etwas andauern.

Auch die Eintracht muss die Turniere abwarten

Generell läuft der Transfermarkt in dieser Phase schleppend an. Das ist allerdings kein neues Phänomen in Jahren, in denen Turniere stattfinden. Viele Spieler präsentieren sich noch auf diversen Bühnen wie der Klub-Weltmeisterschaft oder U21-Europameisterschaft. Vor allem durch den in den USA stattfindenden Cup wird viel Geld in den Markt kommen, schließlich kann der Sieger ein Preisgeld in Höhe von über 100 Millionen Euro absahnen.

Die Eintracht wartet, wie viele andere Vereine, auf den Domino-Effekt. Wann fallen die Steine? In den Mittelpunkt rückt daher zunächst der Verkauf. Der Kader ist nach der Rückkehr der Leihspieler Elias Baum, Paxten Aarsonson (sollen beide bleiben), Hrvoje Smolcic, Aurelio Buta, Nacho Ferri und Jessic Ngankam (sollen allesamt abgegeben werden/Ngankam soll fit werden) voll. Zudem gab es bei den Abgangskandidaten Junior Dina Ebimbe, Igor Matanovic, Niels Nkounkou oder Mahmoud Dahoud bisher nicht die erhoffte Bewegung.

Für Krösche wird es in diesem Sommer vor allem darum gehen, den Kader noch breiter aufzustellen. Er strebt zwar keinen Umbruch an. Dennoch soll die Mannschaft noch stärker werden. DAZN-Experte Sebastian Kneißl sagte bereits im Februar im exklusiven Interview mit Absolut Fussball: „Ich würde daher weniger auf das Thema erste Elf schauen, sondern vielmehr sagen, dass man bei den Backups noch mehr Qualität hinzufügen sollte.“

Die Eintracht muss in die Breite des Kaders investieren

In Sachen „qualitative Breite“ haben sich die Hessen in der Vorsaison bereits besser aufgestellt. Die Eintracht knickte trotz Dreifachbelastung bis April im Endspurt nicht weg und konnte in der Crunchtime sogar noch zulegen und mit einem Zwei-Punkte-Schnitt in den letzten neun Partien die Champions League erreichen.

Die Teilnahme an der Königsklasse verlangt jedoch viel ab. Es warten Partien auf höchstem Niveau und die Frankfurter wollen keine „Touristen“ sein. Im Gegensatz zu Europa League, wo am Donnerstagabend rotiert werden könnte, ist dies bei möglichen Duellen in Madrid, Liverpool oder Paris nicht mehr möglich.

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass die gehandelten Neuzugänge mit Preisschildern im Bereich der 20-Millionen-Euro-Marke versehen sind. Die Suche nach Qualität ist auf diesem Niveau teuer. Und es gibt bei der Planung ein großes Fragezeichen: Hugo Ekitiké! Legt ein Team die geforderten 100 Millionen Euro auf den Tisch? Bleibt der Franzose doch noch?

Sollte Ekitiké gehen, müsste der Angriff neu aufgestellt werden. Burkardt wäre ein präferierter Teil der Lösung. Doch was ist mit Elye Wahi? Wie präsentiert sich der Franzose nach dem Urlaub? Kann er die hohen Erwartungen ab dem Beginn der Vorbereitung erfüllen? Die Anzahl der Fragezeichen, sie ist noch enorm hoch.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Heiko Blatterspiel

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