Möglicher Tuchel-Geheimplan: Holt der FC Bayern am Ende gar keinen Stürmer?
VonFlorian Schimak
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Der FC Bayern sucht einen neuen Stürmer. Eigentlich. Doch der Markt gibt nicht viel her. Tüftelt Thomas Tuchel bereits an einem Geheimplan mit Youngster Mathys Tel?
München – Harry Kane. Victor Osimhen, Randal Kolo Muani, Niclas Füllkrug und zwischenzeitlich auch Dusan Vlahovic. An Namen mangelte es in den vergangenen Wochen beim FC Bayern nicht.
Mathys Tel
Geburtsdatum:
27. April 2005 (18 Jahre)
Verein:
FC Bayern München
Position:
Mittelstürmer
Marktwert:
20 Millionen (Quelle: transfermarkt.de)
FC Bayern auch Stürmer-Suche: Kein Kane, kein Osimhen, wohl auch kein Kolo Muani
Seit klar ist, dass die Münchner einen neuen Stürmer für die kommende Saison verpflichten wollen, kursierten diverse Angreifer rund um die Säbener Straße. Einzig: Wirklich realistisch oder konkret wurde keiner der Neuner beim Rekordmeister gehandelt.
Kane wird die Insel nicht verlassen wollen, war zu lesen. Osimhen ist zu teuer, zudem zieht es den Nigerianer eher in die Premier League. Bei Eintracht-Knipser Kolo Muani sollen sich die Bayern-Bosse nicht gänzlich einig sein, zudem mischt PSG kräftig mit und Füllkrug befindet sich eine Schublade zu tief im Bayern-Regal.
100 Millionen Euro für einen Stürmer? FC Bayern hat noch keinen geeigneten Kandidaten
Der Stürmer-Markt gibt derzeit nicht viel her. 100 Millionen, die man einen neuen Angreifer ausgeben müsste, der den Münchner Ansprüchen entspräche, gibt man mal nicht so im Vorbeigehen aus. Daher wurde der Vertrag von Eric Maxim Choupo-Moting Anfang März um ein Jahr verlängert – und dessen Salär deutlich angehoben.
Weil die Bayern wussten, dass sie vielleicht gar keinen Stürmer holen KÖNNEN? Mit dem Deutsch-Kameruner sah man sich kurzfristig zumindest ausreichend aufgestellt. Problem: Seit Choupos Vertragsverlängerung streikt der Körper des 34-Jährigen.
Serge Gnabry überzeugte zuletzt beim FC Bayern – wird er gar Torschützenkönig?
Daher musste Thomas Tuchel in den vergangenen Wochen improvisieren und baute Serge Gnabry als neuen Neuner im Bayern-System auf. Anfangs agierte der 27-Jährige fast wie ein Fremdkörper, doch inzwischen hat sich das Blatt fast vollkommen gewandelt.
Mathys Tel überzeugt als Joker – Thomas Tuchel schützt den Youngster in dieser Saison
Nicht wenige hatten kürzlich noch Mathys Tel gefordert, doch Tuchel entschied sich, den Youngster nicht in ein völlig verunsichertes Team zu werfen und nicht mit Erwartungen zu überfrachten. „Es ist die Frage, ob man ihm einen Gefallen tut, ihn reinzustellen, ihm den Rucksack zu geben, dass er der Heilsbringer sein soll. Da sind eher andere gefragt. Andere Situationen sind einfacher für einen 18-Jährigen“, sagte Tuchel damals vor dem wichtigen Hertha-Spiel.
Damit könnte der Bayern-Coach womöglich einen Geheimplan verfolgen: Tel für die kommende Saison als Stürmer Nummer 1 aufbauen. Die Fähigkeiten und die Klasse des gerade erst 18 Jahre alte gewordenen Angreifers sind unbestritten. Zudem weiß Tel sich in Geduld zu üben, murrte bislang nicht, wenn er wenig oder kaum zum Einsatz kam. Darüber hinaus schloss er einen frühzeitigen Abschied aus.
„Explosivität“ und „starker Abschluss“ – Tel hat alles, was der FC Bayern braucht
Dieses Mindset wurde in München wohlwollend aufgenommen. Die Bayern wollten ihr Mega-Talent in dieser kuriosen Achterbahn-Saison nicht verbrennen. Möglich, dass Tel ab Sommer dann durchstartet. Nicht ohne Grund schwärmen sie in höchsten Tönen von ihrem Mega-Talent.
„Er hat eine Explosivität und einen starken Abschluss. Das muss er sich behalten”, sagte Tuchel zuletzt: „Er hat eine jugendliche Spielfreude und einen Antrieb, das müssen wir aber kanalisieren, damit er versteht, wann wohin und wann wohin nicht. Er hat es ein paarmal gut gemacht als Einwechsler”.
Die Rekord-Torjäger des FC Bayern München: Kane in kürzester Zeit in der Spitzengruppe
Mathys Tel auf den Spuren von Erling Haaland – Tuchel und Brazzo im Austausch
Das unterstrich er auch vergangenes Wochenende. Gegen Schalke 04 gelang ihm sein sechster Saisontreffer (fünf in der Liga, einer im Pokal). Rein statistisch erzielt er alle 97 Minuten ein Tor. Europaweit knipst lediglich Über-Stürmer Erling Haaland schneller als Tel.
Warum also nicht ein solches Juwel aufbauen? Tuchel wird sich nach dieser Saison mit Hasan Salihamidzic und Co. zusammensetzen und die Gemengelage analysieren. Seine Wünsche hat der Bayern-Trainer bereits geäußert. In Sachen Kaderplanung sei man dabei „voll auf einer Linie“, wie Brazzo am Samstag verriet.
Möglicher Tuchel-Geheimplan mit Tel: Holt der FC Bayern am Ende keinen Stürmer?
So scheint es nicht unrealistisch, dass die Bayern mit einem wiedererstarkten Gnabry und einem aufstrebenden Tel in die neue Stürmer-Saison gehen. Zudem hätte man mit Choupo-Moting einen erfahrenen Neuner, der zudem die körperliche Komponente ins Spiel bringt.