U21-Senkrechtstarter soll zum 15-Tore-Bundesligastürmer mutieren
VonChristopher Michel
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Nelson Weiper entwickelt sich zum Hoffnungsträger bei Mainz 05. Nutzt der Angreifer seine Chance, falls Jonathan Burkardt den Verein verlässt?
Mainz – Die starke Saison 2024/25 des FSV Mainz 05 ging an Eigengewächs Nelson Weiper etwas vorbei. Der 20-Jährige kam zwar auf 23 Einsätze mit drei Treffern und zwei Vorlagen. Doch insgesamt rund 700 Bundesligaminuten stellten ihn nicht vollumfänglich zufrieden.
Weiper nutzte die U21-Europameisterschaft zur Eigenwerbung
Weiper meckerte nicht und nutzte stattdessen die Bühne, die ihm U21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo gab. Er erzielte bei der Europameisterschaft vier Treffer, gab eine Vorlage und war so etwas wie der Senkrechtstarter des Turniers. Trainer Bo Henriksen schwärmte auf Nachfrage von Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports: „Wenn Nelson so spielt, wie er es bei der U21 gemacht hat, dann spielt er auch hier in Mainz.“
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Der Start unter dem im Februar 2024 installierten Dänen war unglücklich für Weiper, damals fiel der Angreifer wegen einer Meniskusverletzung monatelang aus. Nach seinem Comeback wollte er schnellstmöglich durchstarten. Henriksen zeigte Verständnis für die Ungeduld. Er machte Weiper deutlich: „Ich habe ihm gesagt: ‚Du musst kämpfen, Gas geben, laufen und in Zweikämpfe gehen.‘ Nelson hat das erst nicht gemacht. Aber er hat es gelernt.“
Inzwischen sieht der Coach große Schritte bei seinem Schützling. Henriksen schwärmte: „Nelson ist sehr schlau. Er hat alles in der Box und ist dort einer der besten Spieler in ganz Deutschland.“ Der ehrgeizige Trainer prophezeite: „Wir wissen, wie gut Nelson ist. Ich weiß, dass er 15 Tore erzielen kann.“ Mit einer solch ambitionierten Zielsetzungen kitzelte er bei Jonathan Burkardt bereits Höchstleistungen heraus.
Teil der Lösung bei einem Burkardt-Abgang zur Eintracht
Geschäftsführer Christian Heidel schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Ich möchte Nelson sehr gerne sehr oft auf dem Platz sehen. Das ist der nächste Schritt bei ihm.“ Bereits im vergangenen Winter habe er ihm in einem „langen Gespräch“ schon skizziert, was Mainz mit ihm vorhabe: „Daran hat sich nichts geändert.“ Weiper sei jetzt in einem Bereich, in dem er Stammspieler werden könne.
Sollten sich die 05er über die Qualifikation in die Conference League kämpfen, hätten sie mindestens sechs Pflichtspiele mehr zu bestreiten. Henriksen, der seine erste Elf bislang nur im Notfall veränderte, wird dann rotieren müssen. Die Chancen auf Einsatzminuten steigen durch den Tanz auf drei Hochzeiten somit für alle Akteure im Kader.
Mainz 05 kämpft um Vertragsverlängerung von Weiper
Bei Weiper geht es aber nicht nur um einen Stammplatz, sondern auch um die Verlängerung des 2026 auslaufenden Vertrags. Einen Mann aus dem eigenen Nachwuchs ablösefrei verlieren? Das soll und darf Mainz nicht passieren. Heidel kündigte daher an: „Er ist ein wichtiger Spieler für uns. Wir haben vereinbart, dass er jetzt alles verarbeiten soll und wir uns dann nach dem Urlaub unterhalten.“ Dieser endet, wie auch für Kollege Paul Nebel, am 21. Juli.