Upamecano kurz vor Bayern-Verlängerung: Die richtige Entscheidung
VonPeter Grad
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Der Vertragspoker zieht sich seit fast einem Jahr, nun scheint ein Happy End sehr nah: Dayot Upamecano steht kurz vor einer Verlängerung beim FC Bayern. Ein Kommentar.
München – Der französische Vizeweltmeister Dayot Upamecano steht kurz vor der Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags beim FC Bayern. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll sich der 27-Jährige nun endgültig für einen Verbleib beim Rekordmeister entschieden haben. Damit nähert sich der lange Poker um die Zukunft des bulligen Innenverteidigers seinem Ende – einem guten Ende für die Münchner.
Upamecano spielt seit Juli 2021 im Trikot des FC Bayern. Zuvor hatte er bei RB Leipzig gespielt, das ihn bereits 2017 vom Konzern-Schwesterverein Red Bull Salzburg geholt hatte. Galt der ebenso schnelle wie technisch versierte Abwehrspieler in seinen ersten Münchner Jahren noch als fehleranfällig, hat er sich mittlerweile unter Chefcoach Vincent Kompany zum Abwehrchef und absoluten Leistungsträger beim Rekordmeister entwickelt.
Upamecano will in München bleiben, die Rolle der Berater
Nicht zuletzt wegen seines gestiegenen Standings gab es regelmäßig hartnäckige Gerüchte um seine sportliche Zukunft. Nicht nur Frankreichs Serienmeister Paris Saint-Germain, auch der Königsklassen-Dominator Real Madrid soll Upamecano heftig umworben haben. Folge: Der Vertragspoker mit den Verantwortlichen an der Säbener Straße zog sich mehr und mehr in die Länge – und dies obwohl allgemein bekannt ist, dass sich Upamecano und Familie sowohl beim Verein als als in der Stadt München äußerst wohl fühlen.
Vor Weihnachten schien es dennoch so, als seien sich die Verhandlungspartner bereits im Wesentlichen einig. Als Knackpunkt erwies sich dabei neben der Laufzeit weniger das Gehalt, als eine mögliche Ausstiegsklausel und wann diese greift. Nachdem sich Max Eberl, Christoph Freund, Jan-Christian Dreesen, Herbert Hainer und selbst Uli Hoeneß lange Zeit betont zuversichtlich und optimistisch bezüglich eines weiteren gemeinsamen Wegs äußerten, schien diese positive Grundeinstellung in den letzten Tagen zunehmend einem Genervtsein wegen der Hinhaltetaktik der Spielerseite zu weichen.
Ein Coup und viele Flops: Max Eberls Transferbilanz spricht Bände
Die medialen Spekulationen über Upamecanos Zukunft nahmen mehr und mehr zu, unterschiedliche Ultimaten seitens der FCB-Verantwortlichen wurden genannt, von der Säbener Straße jedoch nie bestätigt. Sportvorstand Eberl drückte sich am Rande des Bundesligaspiels in Hamburg (2:2) wesentlich moderater aus: „Jetzt muss irgendwann eine Entscheidung her.“ Weitaus deutlicher wurde dagegen Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der Upamecanos Berater Moussa Sissoko und Marco Lichtsteiner für die Situation verantwortlich machte und auf gewohnt klare Weise scharf kritisierte.
Nun ist die Entscheidung offenbar gefallen. Offen bleibt lediglich, wann der FC Bayern und Upamecano diese offiziell verkünden. Signalwirkung dürfte die Verlängerung indes haben, gilt der Innenverteidiger als Kompanys Abwehrchef doch als wichtiger Baustein für die Zukunft des FC Bayern. Und für das Selbstverständnis des Rekordmeisters ist es eine wichtige Bestätigung, dass Spieler vom Kaliber Upamecanos auch weiterhin gehalten werden können, auch wenn fast alle europäischen Topklubs hinter ihnen her sind.
Ist Upamecanos Unterschrift unter das neue Arbeitspapier tatsächlich geleistet, sollte auch wieder mehr Ruhe an der Säbener Straße einkehren, der ganze Fokus muss nun auf dem Erreichen der sportlichen Ziele liegen. Meisterschale, DFB-Pokal und Henkelpott sollen am Ende der Saison die Trophäen-Sammlung des FC Bayern schmücken.
Upamecano-Verlängerung: Ein wichtiges positives Signal für den ganzen Verein
Abseits der medial eröffneten Neiddebatte war es bemerkenswert, wie sehr Bayern-Bosse, Chefcoach und Mitspieler (allen voran Jonathan Tah und Manuel Neuer) um die Vertragsverlängerung Upamecanos an der Säbener Straße gekämpft haben. Dieser Teamspirit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor auf dem Weg zu den ganz großen Zielen. Das erneute Wüten des TV-Experten Didi Hamann dürfte man in diesem Kontext beim Rekordmeister erneut maximal als einen lästigen Tinnitus wahrnehmen.