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Die junge italienische Skirennläuferin Matilde Lorenzi verliert ihr Leben bei einem Trainingssturz. Ihr Vater strebt an, ihr Andenken im Skisport zu bewahren.
Bozen – Der tragische Unfall der 19-jährigen Matilde Lorenzi hat die Skisportwelt erschüttert. Die junge Skifahrerin, die als vielversprechendes Talent der italienischen Junioren-Nationalmannschaft galt, verlor bei einem Trainingsunfall in Südtirol ihr Leben. Ihr Vater Adolfo Lorenzi beschreibt seine Tochter als ein „Juwel“, das nicht nur im Sport, sondern auch im Leben glänzte.
Vater trauert um tragisch verunglücktes Ski-Talent (19) – und teilt letzten Wunsch mit
„Matilde war nicht nur eine Skifahrerin. Sie hatte Sehnsucht nach Wissen. Sie hat immer studiert, gelesen, versucht, über alles informiert zu werden, mit einer beneidenswerten Wissbegierde. Sie hat sich an der Universität für Psychologie eingeschrieben, nachdem sie Linguistik studiert hatte. Sie wollte die Welt entdecken und sie vor allem verstehen“, sagte Adolfo Lorenzi in einem Interview mit der La Gazzetta dello Sport.
Der Unfall ereignete sich auf der Grawand-Piste, wo Matilde während eines Trainings die Kontrolle verlor und schwer stürzte. Trotz rascher Hilfe und eines schnellen Transports ins Krankenhaus in Bozen erlag sie ihren Verletzungen. Das schwere Schädel-Hirn-Trauma, das sie sich bei dem Sturz zuzog, war zu gravierend. Inmitten der Trauer richtet Adolfo Lorenzi seinen Blick auf die Zukunft und teilt sozusagen den letzten Wunsch seiner Tochter mit. Anstelle von Blumen zur Beerdigung der jungen Sportlerin bittet die Familie um Spenden für ein Sicherheitsprojekt im Skisport.
Vater trauert um Tochter: Ein Vermächtnis für Sicherheit im Skisport
„Wir werden Spenden sammeln, denn wir wollen keine Blumen für ihre Beerdigung. Wir werden ein Projekt durchführen, an dem Universitäten und Unternehmen beteiligt sind, um die Sicherheit der Kinder beim Skifahren zu erhöhen“, erklärte der Vater. „Wir sind der Meinung, dass das, was Matilde passiert ist, eine Chance sein muss, und wir werden an alle Türen klopfen. Blumen halten eine Woche, ein Projekt dauert länger.“
Die Vision: Ein Airbag, der in Disziplinen wie Riesenslalom und Slalom zum Schutz der Athleten eingesetzt werden kann. Adolfo Lorenzi sieht in diesem Projekt eine Chance, die aus der Tragödie erwächst. „Wir glauben, dass es ein Schicksal war, das auch andere Athleten hätte treffen können, jeden. Deshalb glauben wir, dass etwas getan werden muss.“ Auch ein Ski-Ass trauert um seine tote Freundin.
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Ski-Projekt soll verstorbene Matilde Lorenzi in Erinnerung halten
Der tragische Verlust von Matilde Lorenzi hat weit über die Grenzen Italiens hinaus Anteilnahme ausgelöst. Italiens Präsident Sergio Mattarella und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bekundeten ihr Beileid. Auch der italienische Wintersportverband FISI äußerte seine Trauer und Unterstützung für das geplante Sicherheitsprojekt. „Wir denken, dass es sich um einen tödlichen Unfall handelte, der auch anderen Sportlern hätte passieren können. Deshalb denken wir, dass etwas getan werden muss, denn Matildes Name ist inzwischen in ganz Italien bekannt“, so Adolfo Lorenzi.
Das Projekt, das im Andenken an Matilde Lorenzi ins Leben gerufen wird, soll nicht nur die Sicherheit im Skisport erhöhen, sondern auch als symbolisches Vermächtnis der jungen Athletin dienen. Es ist ein Zeichen dafür, dass aus tiefem Schmerz Hoffnung und Fortschritt entstehen können. Zumal das tödliche Unglück von Lorenzi nicht das Einzige ist: Die traurige Liste von verunglückten Ski-Stars ist lang. (ck)
Rubriklistenbild: © Matilde Lorenzi/Instagram

