VonMelanie Gottschalkschließen
Seit dieser Saison gilt im Biathlon eine neue Wachs-Regel. Diese sorgt immer wieder für Unmut. Auch Rekord-Olympiasieger Ole Einar Björndalen übt Kritik.
Nove Mesto – Am Mittwoch (7. Februar) beginnt die Biathlon-WM in Nove Mesto. Bereits vor Beginn gibt es Probleme, das Wetter ist zu warm, Schnee gibt es nicht. Es drohen deshalb schwere Titelkämpfe, die vor allem für kleine Nationen unter keinem guten Stern stehen könnten. Den Grund dafür sieht Rekord-Olympiasieger und -Weltmeister Ole Einar Björndalen in einer neuen Wachs-Regelung, die seit dieser Saison im Biathlon greift.
Biathlon-Legende Björndalen kritisiert Fluorwachs-Verbot bei WM
Björndalen hat das Fluorwachs-Verbot deshalb deutlich kritisiert. „Ich bin kein Fan des Verbots, dadurch ist der Abstand der schwächeren Nationen noch größer geworden“, sagte der 50-jährige Norweger der Deutschen Presse-Agentur. „Ich finde, der Weltverband muss etwas tun. Große Nationen mit mehr Möglichkeiten haben jetzt noch mehr Vorteile.“
Der 20-malige Weltmeister und achtmalige Olympiasieger hatte bei den Welttitelkämpfen in Nove Mesto auf kalte Verhältnisse gehofft, denn dann würden die Abstände aus Sicht des heutigen TV-Experten nicht ganz so groß sein. Doch danach sieht es nicht aus. Laut Voraussagen gibt es deutliche Plusgrade, auch in der zweiten Woche soll es, Stand jetzt, nicht wirklich richtig kalt werden.
Biathlon-WM in Nove Mesto: Kein Schnee und warme Temperaturen
Schnee liegt in Nove Mesto nicht, lediglich die Strecken in der Vysocina Arena sind mit Kunstschnee präpariert. „Wenn die Temperaturen bei null Grad oder mehr sind, dann ist das für mich im ersten fluorfreien Jahr keine richtige Weltmeisterschaft“, sagte Björndalen. Die Strecken seien anspruchsvoll, das Wachsen dort sei sehr schwierig: „Ich hoffe, das wird gut gehen.“
Einen Plan B gibt es indes nicht, wie der Biathlon-Weltverband mitteilte. „Wir machen uns keine Sorgen. Die Schneedepots sind gut gefüllt. Einen Plan B gibt es nicht und wäre jetzt auch nicht mehr umsetzbar“, teilte IBU-Kommunikationsdirektor Christian Winkler auf dpa-Anfrage mit. Die Titelkämpfe bei der Biathlon-WM sind deshalb nicht in Gefahr. Die Qualität des Schnees bei Plusgraden und Regen ist allerdings eine andere Sache. Für Biathlon-Ikone Dorothea Wierer könnte es das letzte große Highlight ihrer Karriere sein, sie ließ ihre Zukunft zuletzt offen. Kommt es zum Karriereende nach der Saison? (msb/dpa)
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