VonPatrick Mayerschließen
Ein Torhüter des Champions-League-Klubs Schachtar Donezk trauert um seinen Vater, der im Ukraine-Krieg im Kampf gegen Wladimir Putins Armee getötet wurde.
Lwiw – Im Konflikt mit dem Moskau-Regime unter Kreml-Autokrat Wladimir Putin aus Russland muss die Ukraine schwere Verluste hinnehmen. Wie jetzt bekannt wurde, befindet sich unter den Opfern auch der Vater eines professionellen Fußballtorwarts des Champions-League-Teilnehmers Schachtar Donezk.
Ukraine-Krieg: Tragischer Verlust für Donezk-Fußballtorwart Denys Tvardovskyi
Das ukrainische Online-Portal United24 Media berichtet über den Verlust im Ukraine-Krieg. Dmytro, der Vater des Ersatztorhüters Denys Tvardovskyi, ist demnach in den brutalen militärischen Auseinandersetzungen mit der russischen Invasionsarmee ums Leben gekommen. Er sei dabei „gestorben, die Ukraine an der Frontlinie zu verteidigen“, heißt es in einem Beitrag beim Kurznachrichtendienst X.
Trotz der steigenden Verluste der russischen Panzertruppen müssen die Ukrainer immer wieder schmerzhafte Nachrichten hinnehmen. Das Leiden und Sterben geht weiter. Am vergangenen Sonntag (1. Dezember) hielt Schachtar Donezk während des Spiels der ukrainischen Profi-Liga Premjer-Liha gegen Ruch Lwiw (1:1) in der Arena Lwiw eine Schweigeminute für den gefallenen Dmytro ab, gemeinsam mit der gegnerischen Mannschaft.
Bayern-Gegner Donezk: Ukraine-Torwart Tvardovskyi trauert um toten Vater
Ein schwarz-weißes Foto des getöteten Dmytro wurde auf der Leinwand zur Erinnerung an ihn gezeigt. Ein Video, das United24 Media auf seinen Social-Media-Kanälen teilte, zeigte indes den 21-jährigen Ersatztorhüter Tvardovskyi, wie er auf der Ersatzbank trauerte und Tränen vergoss. Wo und wann genau Dmytro Tvardovskyi gegen die russischen Invasionstruppen des Kreml gefallen ist, ist aus dem Beitrag nicht ersichtlich.
FC Shakhtar honors goalkeeper Denys Tvardovskyi’s father, Dmytro, killed defending Ukraine. pic.twitter.com/Ie16Bdqn2S
— UNITED24 Media (@United24media) December 2, 2024
Tvardovskyis Sohn hat ein U21-Länderspiel und drei U19-Länderspiele für sein im Ukraine-Krieg durch das Putin-Regime gebeuteltes Heimatland bestritten. Bei Schachtar ist er nach Dmytro Riznyk und Kiril Fesyun der dritte Torwart. Tvardovskyi, der aus Czernowitz in der südwestlichen Region Tscherniwzi stammt, kam 2017 als Teenager zu dem Klub aus dem Donbass, der nach den dortigen Bergarbeitern (Ukrainisch: Шахтёр) benannt ist und seit den Aufständen der prorussischen Separatisten im Sommer 2014 seine Heimspiele entweder in der Hauptstadt Kiew oder in der westukrainischen Stadt Lwiw austrägt.
Schachtar Donezk
Der Futbolnyj klub Schachtar Donezk (Englisch: Shakhtar Donetsk) ist ein Fußballverein aus der ostukrainischen Großstadt Donezk (rund 900.000 Einwohner). Der Verein wurde am 3. April 1936 gegründet. Neben Dynamo Kiew ist Schachtar das einzige Gründungsmitglied der 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion gegründeten Premjer-Liha, das noch nie aus der ersten ukrainischen Liga abgestiegen ist. Der Klub ist nach den für die Region typischen Bergarbeitern benannt und gehört dem ukrainischen Milliardär Rinat Achmetow. Der größte internationale Erfolg war der Uefa-Cup-Sieg 2009.
Ukraine-Klub Schachtar Donezk: In der Champions League geht es gegen den FC Bayern
Schachtar Donezk ist im Besitz des ukrainischen Milliardärs Rinat Achmetow, der viel Geld in den Klub investiert, wodurch dieser trotz des brutalen Ukraine-Kriegs international in der Champions League antreten kann. In der Königsklasse hatte Schachtar nach fünf Spieltagen und einem 2:1 gegen den Schweizer Klub Young Boys Bern sowie einem 0:0 beim italienischen Serie-A-Vertreter FC Bologna vier Punkte gesammelt (Stand: 4. Dezember 2024). Der nächste Gegner der Ukrainer in der Champions League ist am kommenden Dienstag (10. Dezember, 21 Uhr) nun der FC Bayern, der zuletzt gegen Bayer Leverkusen (0:1) einen sportlichen Rückschlag erlitten hat. Die Münchner sind im DFB-Pokal-Achtelfinale an den Rheinländern gescheitert.
Donezk trägt seine Heimspiele international „auf Schalke“ in der Veltins-Arena aus. Während in Europa in der Vorweihnachtszeit Fußball gespielt wird, steigen die Verluste an Menschenleben in der Ukraine auf beiden Seiten ungebremst. Zuletzt hatte die amerikanische New York Times unter Berufung auf Geheimdienstquellen aus Amerika berichtet, dass im Kampf gegen Putins heimtückischen Imperialismus wohl mehr als 57.000 ukrainische Soldaten getötet wurden. Auch Dmytro Tvardovsky ist darunter. (pm)
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