Sorge um weitere Abgänge

VfB Stuttgart muss wegen Guirassy und Anton Dominoeffekt befürchten

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Dem VfB Stuttgart droht aktuell eine regelrechte Flucht vieler Stammspieler. Was hinter dem Dominoeffekt steckt.

Stuttgart - Vom Überleben in der Relegation zum Vizemeister. Der VfB Stuttgart hat eine Saison hinter sich, die unrealistische Züge hatte. Die Schwaben siegten mit einer scheinbaren Leichtigkeit von Spiel zu Spiel und marschierten immer weiter, bis sie sich am letzten Spieltag sogar vorbei am FC Bayern München auf dem 2. Platz schoben.

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Träumen von einer weiteren Traumsaison des VfB Stuttgart ist erlaubt

Für viele Fans ein Erlebnis, das fast zu schön war, um wahr zu sein. Und manch einer träumte längst davon, dass es so weiter gehen könnte. Wie Defensivspieler Atakan Karazor, der vor Kurzem seinen Vertrag bis 2026 verlängerte: „Ich glaube nicht daran, dass diese Mannschaft nur eine Saison so spielen kann, sondern wir können das auch länger.“

Aber auch Karazor weiß um das schnelllebige Fußballgeschäft, das den VfB auf den harten Boden der Tatsachen zurückholen könnte. Bislang haben die Schwaben zwar nur Hiroki Ito an die Bayern verloren, der von den Umworbenen vermutlich die kleinste Lücke hinterlässt. Doch jetzt soll sich laut den Ruhr Nachrichten Top-Scorer Serhou Guirassy mit Borussia Dortmund so gut wie einig sein und nach Informationen des kicker hat sich offenbar sogar Kapitän Waldemar Anton für einen Abschied aus Stuttgart entschieden.

Waldemar Anton und Serhou Guirassy stehen vor einem Abschied vom VfB Stuttgart.

VfB Stuttgart könnte großen Teil seiner Erfolgsachse verlieren

Ein Verlust der Beiden könnte obendrein einen Dominoeffekt auslösen. Immerhin ist ein Argument, mit dem VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth weitere Stars vom Verbleib überzeugen will, der außergewöhnliche Teamspirit. Dieser machte erst die historische Saison möglich. Doch sollten tatsächlich neben Ito auch noch Guirassy und Anton den Klub verlassen, entsteht ein tiefer Riss in der Hierarchie und ein Verbleib von beispielsweise Chris Führich dürfte ebenfalls unwahrscheinlicher werden.

Allgöwer bis Sigurvinsson: 13 legendäre Spieler des VfB Stuttgart

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Die Meisterelf des VfB von 1952 mit dem Kapitän Robert Schlienz (hintere Reihe, fünfter von links). © Imago/Rudel
Karl Allgöwer im Spiel gegen FC Bayern und Klaus Augenthaler (im Hintergrund).
Karl Allgöwer ist mit 167 Pflichtspieltreffern der erfolgreichste Stürmer der VfB-Vereinsgeschichte. © Imago/Baumann
07.11.79 VfB Stuttgart - Dynamo Dresden Deutschland, Stuttgart, 07.11.1979, Fussball, UEFA Pokal, VfB Stuttgart - Dynamo
Hansi Müller (links) schnürte für den VfB zwischen 1975 und 1982 die Fußballschuhe. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Asgeir Sigurvinsson 1997 beim Spiel gegen Bayer Uerdingen. Vfb Stuttgart
Asgeir Sigurvinsson wurde mit dem VfB 1984 Deutscher Meister. © Imago/Baumann
Hermann Ohlicher und Andreas Brehme im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. VfB
Hermann Ohlicher stand beim VfB zwischen 1975 und 1982 als Kapitän auf dem Feld. © Imago/Kicker/Liedel
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Die Förster-Brüder im Dreikampf mit Bayerns Karl-Heinz Rummenige. Karlheinz Förster (M.) trug 267 Mal das VfB-Jersey.  © Imago/Sportfoto Rudel
Mit diesem Kopfball sicherte Guido Buchwald dem VfB Stuttgart die Meisterschaft 1992.
Mit diesem Kopfball sicherte Guido Buchwald dem VfB die Meisterschaft 1992. © Imago/Sven Simon
Jürgen Klinsmann im Trikot vom VFB Stuttgart Jürgen Klinsmann im Trikot vom VFB Stuttgart *** Jürg
Jürgen Klinsmann trug fünf Jahre lang das Trikot des VfB Stuttgart und schoss 94 Tore.  © HJS
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Das „Magische Dreieck“ um Giovane Élber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic sorgte bei zauberhaftem Zusammenspiel für viele Tore. © Imago/Baumann
In 346 Spielen schoss Cacau 109 Tore für den VfB und feierte 2007 die Deutsche Meisterschaft.
In 346 Spielen schoss Cacau 109 Tore für den VfB und feierte 2007 die Deutsche Meisterschaft.  © Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.de
Mario Gomez in der Meistersaison 2007. VfB
Mario Gomez traf im VfB-Dress 110 Mal ins gegnerische Netz.  © Imago/Baumann

Hinzu kommt die Hängepartie um Deniz Undav, der mit seiner lockeren Art in der Kabine ein wichtiges Bindeglied ist. Ein Mehrwert, den inzwischen auch Bundestrainer Julian Nagelsmann in der deutschen Nationalmannschaft zu schätzen weiß. Undavs Verbleib in Stuttgart ist aufgrund einer Rückkaufoption von Brighton & Hove Albion allerdings mehr als fraglich.

So droht dem VfB der Verlust der Seele seiner letztjährigen Erfolgsmannschaft. Doch wirklich Schuld daran hat niemand. Letztlich ist es der Fluch der guten Tat, beziehungsweise des zu schnellen Erfolgs. Immerhin musste der VfB in Form von Ausstiegsklauseln und Rückkaufoptionen Kompromisse eingehen, um als Klub, der sich geradeso vor dem Abstieg rettete, überhaupt Spieler vom Format eines Undav zu bekommen oder eben einen Guirassy zu halten. So kann Stuttgart nur hoffen sowie im Falle weiterer Abgänge kühlen Kopf bewahren und eine neue Mannschaft aufbauen, die erneut für Überraschungen sorgen kann.

Rubriklistenbild: © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel/IMAGO

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