Von Christopher Michel
schließen
Eintracht Frankfurt hat Tuta für Gespräche freigestellt. Den Brasilianer zieht es nach Katar. Die Hessen erzielen damit einen wichtigen Deal.
Frankfurt – Der bevorstehende Abgang von Tuta in Richtung Katar bewegt das Umfeld von Eintracht Frankfurt . Der Vertrag des Brasilianers läuft im kommenden Sommer aus, Sportvorstand Markus Krösche hatte lange Zeit an einer Verlängerung geschraubt. Inzwischen riecht es nach Trennung . Der neue Klub soll Al-Duhail SC heißen. Der Verein aus der katarischen Hauptstadt Doha zeigt sich bereit, 15 Millionen Euro auf das Konto der Eintracht zu überweisen. Diese Summe bleibt wohl komplett bei den Hessen!
Tuta könnte Eintracht Frankfurt verlassen.
© IMAGO/Joaquim Ferreira
Als Tuta im Mai 2022 seinen Kontrakt noch einmal verlängert hatte, konnte Frankfurt nach Informationen von Absolut Fussball , dem Fußball-Portal von Home of Sports , dessen Heimatklub São Paulo die Weiterverkaufsbeteiligung von 30 Prozent abkaufen. Somit ist dieser Transfer in seiner Gesamtheit als Coup zu bezeichnen. Innenverteidiger, die in der Regel in diesem Alterssegment nicht so teuer sind, bei einer Restlaufzeit von elf Monaten für diesen Betrag zu verkaufen, ist stark ausgehandelt.
Muss die Eintracht bei Tuta-Abgang überhaupt aktiv werden? Die Verantwortlichen sehen sich auch bei einem Tuta-Abgang defensiv schon gut aufgestellt. Mit Robin Koch , Arthur Theate, Nnamdi Collins und Aurèle Amenda stehen Trainer Dino Toppmöller vier Abwehrspieler mit verschiedenen Profilen zur Verfügung. Sollten alle Stricke reißen, kann auch Rasmus Kristensen in die Mitte rücken. Somit würden auch die Einsatzchancen von Eigengewächs Elias Baum etwas steigen.
Ob Krösche tatsächlich noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird, bleibt zu diesem Zeitpunkt daher noch offen. Einen Schnellschuss wird es keinesfalls geben. Vor allem bei Amenda und Collins besteht noch große Hoffnung auf weitere Leistungssprünge. Daher kann das zu erwartende Geld zunächst für andere Positionen verwendet werden.
Allerdings ist der Abgang von Tuta, der monatelang verletzt ausfiel, noch nicht fix . Der 26-Jährige stieg zwar wieder ins Mannschaftstraining ein, dennoch bleibt der Medizincheck als letzte Hürde. Er soll in Katar einen lukrativen, langfristig laufenden Vertrag erhalten. Tuta kam im Januar 2019 nach Frankfurt. Mit Ausnahme einer einjährigen Leihe nach Kortrijk blieb er Frankfurt treu und stieg 2022 zu einem der Europa-League-Helden auf.
Von „Glatze gnadenlos“ bis „Imperator“: Das sind die bekanntesten Fußball-Schiedsrichter der Welt Pierluigi Collina: Der Italiener ist wohl einer der berühmtesten Schiedsrichter überhaupt. Collina beendete 2005 nach 28 Dienstjahren seine Karriere als Referee, in der er unter anderem das Champions-League-Finale 1999 zwischen Bayern und Manchester United sowie das WM-Finale 2002 zwischen Brasilien und Deutschland gepfiffen hatte. Auf und neben dem Rasen soll er auch „Glatze gnadenlos“ genannt worden sein. © Ulmer / IMAGO Viktor Kassai: Der Ungar pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2011 zwischen dem FC Barcelona und Manchester United. Zudem leitete er zahlreiche Spiele bei WM- und EM-Turnieren. Kassai wurde 2011 zum Welt-Schiedsrichter gewählt. ©
ANP / IMAGO Howard Webb: Der ehemalige Star-Schiedsrichter war 25 Jahre als Unparteiischer tätig. 2010 und 2013 wurde er Weltschiedsrichter und pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2009 sowie das WM-Finale 2010. © Shutterstock / IMAGO Deniz Aytekin: Der gebürtige Nürnberger zählt zu den bekanntesten Unparteiischen Deutschlands. Aytekin wurde bereits dreimal DFB-Schiedsrichter des Jahres. 2017 leitete er zum Beispiel das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. © Maximilian Koch/IMAGO Björn Kuipers 2021 beim Finale der Europameisterschaft zwischen Italien und England. Björn Kuipers: Der Niederländer leitete unter anderem das EM-Finale 2021 zwischen Italien und England sowie das Champions-League-Endspiel 2014 zwischen Real Madrid und Atlético Madrid. © Gribaudi/ImagePhoto / IMAGO Knut Kircher beim Bundesliga-Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern München. Knut Kircher: Der gebürtige Tübinger pfiff beispielsweise 2008 das Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. 2012 wurde er zudem zum DFB-Schiedsrichter des Jahres gewählt. © Eibner / IMAGO Cüneyt Cakir beim Playoff-Duell zur Europa League zwischen RB Leipzig und Real Sociedad. Cüneyt Cakir: Der türkische Schiedsrichter leitete unter anderem das Champions-League-Finale 2015 zwischen Juventus Turin und dem FC Barcelona und 2012 das Endspiel der Klub-WM in Japan zwischen Corinthians São Paulo und dem FC Chelsea. © Picture Point LE / IMAGO Dr. Markus Merk beim Freundschaftsspiel zwischen England und Brasilien. Markus Merk: Der in Kaiserslautern geborene Markus Merk ist dreifacher Welt-Schiedsrichter und siebenfacher DFB-Schiedsrichter des Jahres. 2003 pfiff er das Finale der Königsklasse zwischen Juventus Turin und AC Mailand sowie 2004 das EM-Finale zwischen Portugal und Griechenland. © Allstar/IMAGO Nicola Rizzoli beim Champions-League-Viertelfinale zwischen Bayern München und Real Madrid. Nicola Rizzoli: Der Italiener wurde in seinem Heimatland siebenmal zum Schiedsrichter des Jahres gekürt. Unter anderem pfiff er das WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Italien. © Bernd Müller / IMAGO Felix Zwayer pfeift das Europa-League-Finale zwischen Tottenham und Manchester United. Felix Zwayer: In Deutschland gilt der DFB- und FIFA-Schiedsrichter zu den Besten seiner Zunft. Neben zahlreichen Bundesliga-Einsätzen pfiff er unter anderem im Jahr 2024 das Halbfinale der Europameisterschaft zwischen der Niederlande und England. Dennoch haftet Zwayer ein Makel an: Das DFB-Sportgericht sperrte Zwayer einst für sechs Monate, weil er die Spielmanipulation des früheren Schiedsrichters Robert Hoyzer aus dem Jahr 2005 erst verspätet anzeigte. © Gonzales Photo/Frederikke Jensen/IMAGO Herbert Fandel beim Viertelfinale der Europameisterschaft zwischen Spanien und Italien. Herbert Fandel: Der gebürtige Bitburger zählt ebenfalls zu den renommiertesten Schiedsrichtern, die in und außerhalb von Deutschland je gepfiffen haben. 2004 und 2006 leitete er unter anderem jeweils das DFB-Pokalfinale sowie 2007 das Champions-League-Endspiel. © Bernd König / IMAGO Urs Meier beim Viertelfinale der Europameisterschaft zwischen Portugal und England im Einsatz. Urs Meier: Der Schweizer leitete unter anderem das WM-Halbfinale 2002 zwischen Südkorea und Deutschland sowie im selben Jahr das Champions-League-Endspiel zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen. © PICS UNITED/IMAGO Marco Antonio Rodríguez Moreno beim WM-Halbfinale 2014 zwischen Brasilien und Deutschland. Marco Antonio Rodríguez Moreno: Der Mexikaner pfiff unter anderem das WM-Halbfinale 2014 zwischen Brasilien und Deutschland (1:7) und trug aufgrund seiner Frisur den Spitznamen Chiquidrácula (Deutsch: Klein-Dracula). © PICS UNITED/BOB VAN DEN CRUIJSEM/IMAGO Felix Brych beim Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Augsburg und Union Berlin am 34. Spieltag. Felix Brych: Der 49-Jährige beendete seine Karriere nach der Saison 2024/25 mit dem Bundesliga-Spiel zwischen Augsburg und Union Berlin. Brych leitete 359 Bundesliga-Spiele, pfiff bei WM- und EM-Turnieren und war obendrein zweimal Welt-Schiedsrichter. Mit 359 Einsätzen ist Brych Bundesliga-Rekordschiedsrichter (Stand 2. Juli, 2025). © Klaus Rainer Krieger/IMAGO Ex-Schiedsrichter Thomas Metzen bei einem Spiel in der 2. Bundesliga zwischen Mainz 05 und dem FC St. Pauli. Thomas Metzen: Der Deutsche wurde durch sein Doppel-Gelb 2008 berühmt. „Das war ein Fehler von mir, ich habe mich dazu hinreißen lassen“, sagte Metzen anschließend. © Alfred Harder/IMAGO Michael Oliver beim Achtelfinale der FIFA Klub-WM zwischen Flamengo und Bayern. Michael Oliver: Der Engländer gilt als einer der besten Schiedsrichter Europas. Seit 2012 ist er zudem FIFA-Schiedsrichter. Bei der FIFA Klub-WM pfiff Oliver unter anderem die Bayern im Achtelfinale gegen Flamengo. © Allstar Picture Library Ltd/IMAGO Daniele Orsato beim EM-Viertelfinale 2024 zwischen England und der Schweiz in Düsseldorf. Daniele Orsato: Der Italiener pfiff neben zahlreichen Serie-A-Spielen unter anderem das Finale der UEFA Champions League 2020 zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain. Nach dem EM-Viertelfinale 2024 zwischen England und Schweiz beendete Orsato seine Karriere. © Pro Shots/IMAGO Schiedsrichter Wolfgang Stark beim Bundesliga-Spiel zwischen Hannover 96 und dem VfB Stuttgart im Einsatz. Wolfgang Stark: Neben hunderten Einsätzen in der 1. und 2. Bundesliga pfiff der Bayer zum Beispiel auch das Europa-League-Finale 2012 zwischen Atlético Madrid und Athletic Bilbao. Während seiner aktiven Zeit soll er nach SZ-Informationen von Spielern wegen seines harten Auftretens „Imperator“ getauft worden sein. © SIPPEL / Eibner-Pressefoto Clément Turpin beim Achtelfinale der Europa League zwischen Athletic Bilbao und AS Rom. Clément Turpin: Der Franzose leitete unter anderem das Finale der UEFA Champions League 2021/2022 zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool sowie das EM-Eröffnungsspiel 2024 zwischen Deutschland und Schottland. © Ricardo Larreina/IMAGO Antonio Miguel Mateu Lahoz beim WM-Viertelfinale 2022 zwischen den Niederlanden und Argentinien. Antonio Miguel Mateu Lahoz: Der Spanier pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2021 zwischen Manchester City und dem FC Chelsea sowie das WM-Viertelfinale 2022 zwischen den Niederlanden und Argentinien, in dem er 15 Mal die Gelbe Karte zückte (Rekord). 2023 beendete Lahoz seine aktive Karriere. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO Manuel Gräfe bei einem Bundesligaspiel in Düsseldorf gegen Ingolstadt. Manuel Gräfe: Der in West-Berlin geborene Gräfe ist einer der bekanntesten deutschen Unparteiischen. 2013 pfiff er das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern und Stuttgart. Zuletzt war er unter anderem als Schiedsrichter-Experte für das ZDF bei der EM 2024 im Einsatz. Gräfe verklagte den DFB, weil er seine Bundesligakarriere mit 47 Jahren nach 289 Einsätzen wegen der vom Verband festgelegten Altersbeschränkung beenden musste. Das Landgericht Frankfurt gab Gräfe Recht: Wegen festgestellter Altersdiskriminierung wurden ihm 48.500 Euro Entschädigung zugesprochen. © Michael Kolvenbach / IMAGO Damir Skomina beim Champions-League-Finale 2019 zwischen den Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool. Damir Skomina: Zwei seiner Karriere-Höhepunkte erlebte der Slowene 2017 bei der Leitung des Europa-League-Finals zwischen Ajax Amsterdam und Manchester United sowie 2019 mit dem Champions-League-Endspiel zwischen den Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool. © BPI/Shutterstock/IMAGO Kim Milton Nielsen 2005 beim Champions-League-Qualifikationsduell zwischen Werder Bremen und dem FC Basel. Kim Milton Nielsen: Der Däne zählte zu den weltbesten FIFA-Schiedsrichtern. Die EM 1996 war Nielsens erstes großes Turnier. Bis zur EM 2004 verpasste er kein einziges UEFA- und FIFA-Turnier. 2005 folgte sein Karriereende. © Garcia / IMAGO Pedro Proença beim Gruppenphasen-Duell 2014 zwischen Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona. Pedro Proença: Der Portugiese war der erste Schiedsrichter, der 2012 im selben Jahr sowohl das Finale der Königsklasse zwischen Spanien und Italien als auch der Europameisterschaft zwischen dem FC Bayern und FC Chelsea leitete. © Pro Shots / Stanley Gontha / IMAGO Patrick Ittrich beim Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und 1. FC Heidenheim. Patrick Ittrich: Neben etlichen Bundesliga-Spielen, Partien in der Qualifikation zur Champions League sowie in der Europa League ist Ittrich zweimal als Lebensretter bekannt geworden. 2011 leistete er gemeinsam mit den Assistenten Holger Hentschel und Frank Willenborg Erste Hilfe, als sich Hauptschiedsrichter Babak Rafati vor dem Bundesliga-Spiel zwischen Köln und Mainz das Leben nehmen wollte. 2024 rettete er Josuha Guilavogui beim Spiel Bayern gegen Mainz, in dem der Franzose seine Zunge verschluckte. Ittrich zog diese heraus und brachte Guilavogui in die stabile Seitenlage. © Malte Ossowski/Sven Simon/IMAGO Toppmöller jedenfalls wird den Abschied des Allrounders bedauern . Er legte sich zuletzt verbal noch einmal ins Zeug: „Ich nehme Tuta sehr positiv wahr. Er war nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Vorgängern, absoluter Stammspieler. Tuta hat eine Gewichtigkeit in dem gesamten Konstrukt. Er erfährt eine hohe Wertschätzung bei uns.“ Wenige Tage später ist er offiziell „freigestellt“ für Gespräche mit dem neuen Klub. Eine Ära neigt sich nach 187 Pflichtspielen für Eintracht Frankfurt dem Ende zu.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Joaquim Ferreira