Wie einst bei Kolo Muani: Droht Eintracht erneute Hängepartie?
VonChristopher Michel
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Bei Eintracht Frankfurt löst der Name Randal Kolo Muani vor allem Unmut bei vielen Fans aus. Steht eine Wiederholung der Geschichte bevor?
Frankfurt – Wann fällt der erste Dominostein auf dem Transfermarkt?
Bei Eintracht Frankfurt hat sich kurz vor der Öffnung des Transferfensters am 1. Juli bislang noch nicht viel bewegt. Die wichtigste Nachricht: Robin Koch hat seinen Vertrag verlängert und damit ein klares Zeichen gesetzt.
Eintracht-Fans erinnern sich an Kolo Muani
Zudem: Die beiden zurückgekehrten Leihspieler Paxten Aaronson und Elias Baum dürfen sich unter Trainer Dino Toppmöller beweisen. Aurelio Buta, Hrvoje Smolcic und Nacho Ferri sollen, wie auch Junior Dina Ebimbe, Mo Dahoud und Niels Nkounkou, den Klub verlassen.
XXL-Blockfahne, Heimatverbundenheit und „ewiger Oka“: Diese Eintracht-Choreos gehen unter die Haut
Die spannendsten Fragen drehen sich jedoch um Hugo Ekitiké. Zahlt ein Klub die geforderten 100 Millionen Euro? Wenn ja: Wann wird diese Summe auf den Tisch gelegt? Bahnt sich ein monatelanger Poker bis zum letzten Tag der Transferperiode an? Die Fans der Eintracht fürchten ein Déjà-vu.
Erinnerungen an den Sommer 2023 werden wach. Randal Kolo Muani streikte sich zu Paris Saint-Germain. Als das Transferfenster in Deutschland schon geschlossen hatte, fand Sportvorstand Markus Krösche doch noch eine Lösung mit dem französischen Spitzenklub. Am Ende wanderte der Sockelbetrag in Höhe von 80 Millionen Euro auf das Konto der Hessen, mit Boni wären bis zu 95 Millionen Euro möglich.
Causa Kolo Muani 2.0? Eintracht kann anders agieren auf dem Transfermarkt
Das Problem: Eintracht steckte permanent im Stau und konnte auf dem Transfermarkt nicht agieren. Toppmöller bekam zunächst keinen Ersatz und formte Omar Marmoush zum Neuner der Spitzenklasse. Erst im Winter fanden Sasa Kalajdzic (verletzte sich schwer) und eben Ekitiké (startete im Endspurt noch durch) den Weg an den Main. Der erste Teil des von Krösche angelegten großen Umbruchs war ruckelig. Eine Wiederholung der Causa Kolo Muani soll es in der Mainmetropole nicht mehr geben.
„Die Situation hat sich etwas verändert“, sagte Krösche schon vor einigen Wochen und betonte: „Last-Last-Minute-Deals wird es in dieser Größenordnung bei uns wohl nicht mehr so häufig geben.“ Der Sportvorstand fügte an: „Wir können auch schon ohne einen Verkauf tätig werden.“
Der 80-Millionen-Euro-Abgang von Omar Marmoush im vergangenen Winter hat für wirtschaftliche Beinfreiheit gesorgt, der Einzug in die Champions League hat diesen Verkauf veredelt. Übersetzt heißen die Krösche-Worte: Jonathan Burkardt vom FSV Mainz 05 kann auch dann schon kommen, wenn Ekitiké noch da ist.
Dennoch gibt es noch Problemstellen: Wie präsentiert sich Elye Wahi? Geht Igor Matanovic? Und könnte sich die Eintracht wirtschaftlich tatsächlich für die Saison 2025/26 eine Doppelspitze Burkardt und Ekitiké leisten? Oder muss sie den Franzosen abgeben und noch einmal aktiv werden? Das kann nur Finanzvorstand Julien Zamberk seriös beantworten.
Eintracht-Kader soll frühzeitig stehen
Eine Causa Kolo Muani 2.0 kann und soll dennoch verhindert werden. Krösche will Toppmöller früh in der Vorbereitung den Kader zusammenstellen. Der Terminkalender ist knackig, die Trainingszeit beim Tanz auf drei Hochzeiten während der Saison begrenzt. Im Vorjahr war genau das der große Vorteil der Hessen.
Der Kader war bereits vor Abflug zur Vorbereitung in die USA weitestgehend zusammengestellt, von den späteren Stammspielern kam nur noch Arthur Theate kurz vor Beginn der Spielzeit. Auf diesem Fundament startete die Eintracht von Beginn an durch und erreichte den glorreichen dritten Rang. Damit das keine Eintagsfliege bleibt, benötigt der Klub wieder diese Durchschlagskraft und Power im vorderen Drittel.
Ferner will sich der Klub auch in der Champions League stark präsentieren und im Optimalfall das Achtelfinale erreichen. Krösche bastelt deshalb an der Zusammenstellung der Offensive. Das Gerüst der Eintracht steht bereits in weiten Teilen. Doch die vielen Fragezeichen in vorderster Reihe gilt es bestenfalls zeitnah zu lösen. Solange das nicht passiert, schwebt Kolo Muani in den Gedankengängen der Anhängerschaft.