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Der spielstarke Routinier trumpft gegen Hoffenheim plötzlich groß auf. Trainer Dino Toppmöller hat es kommen sehen.
Frankfurt – Ein schelmisches Grinsen konnte sich Altmeister Mario Götze nicht verkneifen. Der Spielgestalter von Eintracht Frankfurt, 31 Jahre alt und mit reichlich internationaler Erfahrung ausgestattet, freute sich diebisch über diesen Abend im Stadtwald.
Aus gutem Grund: Tor gemacht, Tor vorbereitet, sehr gutes Spiel gezeigt, persönlich und kollektiv, 3:1 gegen Hoffenheim gewonnen, Platz sechs zementiert; dann noch diese grandiose Stimmung im Waldstadion samt Choreo, „sensationell gut“, und schließlich das Jubiläum des Vereins, 125 Jahre Eintracht Frankfurt. „Es hätte“, befand der Ex-Nationalspieler lächelnd, „schlechter laufen können“. Gar keine Frage.
Götze wirkt gegen TSG Hoffenheim sichtlich befreit
Der Routinier wirkte nach dem hochverdienten Erfolg gegen aber auch lange dezimierte Hoffenheimer sichtlich befreit, ja gelöst. Was Wunder. Götze hatte jetzt auch keine angenehmen Wochen hinter sich, zuletzt drückte er zweimal die Ersatzbank. Doch der feine Techniker zeigte die gewünschte Reaktion, ließ sich nicht hängen, sondern drängte sich auf, zeigte, dass er ins Team gehört – und zwar auf der offensiven Position, nicht wie zuletzt als sogenannter Sechser.
Schon in der Trainingswoche drehte Götze mächtig am Schwungrad, wie Coach Dino Toppmöller erzählte. Am Donnerstag, beim elf gegen elf, sei er der beste Mann auf dem Platz gewesen, habe da schon einen Treffer erzielt, war stets gefährlich in der Box. Die Leistung samt Tor gegen die Kraichgauer hätte sich also, wie der Fußballlehrer findet, durchaus angedeutet. „Wenn er diese Gier hat, ist er total wertvoll für uns“, sagte der Coach, der seinem Spielleiter nach dem Donnerstagtraining im persönlichen Gespräch eigens ins Stammbuch schrieb, dass er sich häufiger in den torgefährliche Räumen, also auch im Strafraum aufhalten soll. „Das verlange ich auch von ihm.“
Götze bekommt Pause – „Hat ihm gut getan“
Toppmöller glaubt, dass der Mittelfeldmann zuletzt einfach ein bisschen müde war, viele Minuten hatte er ja allemal in den Knochen. „Er war nicht mehr ganz so frisch, die Pause hat ihm gut getan.“
Götze war von Beginn an drin im Spiel, machte viele kluge Kleinigkeiten, die fußballerischen Fähigkeiten dazu hat er sowieso. Auffallend: Er war sich dennoch für keinen Meter zu schade, attackierte die Hoffenheimer oft genug als Erster ganz vorne. Und er führte seine Klasse vor. Kurz vor der Halbzeit scheiterte er völlig freistehend am Pfosten, doch auch von diesem Fehlschuss, zumal wegen Ebimbe-Abseits weggepfiffen, ließ er sich nicht rausbringen. Kurz nach dem Seitenwechsel behielt er die Übersicht und zirkelte den Ball aus dem Stand perfekt auf den Kopf von Eric Dina Ebimbe. Es war das 2:1, beruhigend, fast schon erlösend. „Und dann macht Mario Götze eben Mario-Götze-Sachen“, lobte Toppmöller die herausragende Vorarbeit, und auch den wuchtigen Kopfball von Ebimbe adelte er. „Traumhaft verwandelt.“
Nach gekonntem Zuspiel von Ansgar Knauff entschied Mario Götze die Partie höchstselbst (64.). „Ansgar hat das gut gemacht, gut in den Rückraum gespielt“, befand Götze und freute sich über ein „sehr gutes Spiel“. Wie gesagt: Hätte schlechter laufen können. (Ingo Durstewitz, Thomas Kilchenstein)
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