Wück als Bundestrainer nach Viertelfinal-Aus gefährdet? Expertin spricht Klartext
VonBenedict Hottner
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Christian Wück wird nach den bisherigen Auftritten bei der Frauen-EM vor dem Viertelfinale gegen Frankreich genau beobachtet. Droht ihm das Aus als Bundestrainer?
Basel – Vor dem EM-Viertelfinale der deutschen Fußballerinnen gegen Frankreich (alle TV-Infos) wird nicht nur über Taktik und Aufstellung gesprochen – sondern auch über die Zukunft von Bundestrainer Christian Wück. Seit Sommer 2024 im Amt, steht der 52-Jährige unter besonderer Beobachtung. Doch ist sein Job im Falle einer Niederlage im Viertelfinale wirklich in Gefahr? Über das Duell gegen Frankreich müssen Sie folgendes wissen.
Schult verteidigt Bundestrainer Wück – und erinnert an seine ehrliche Ansage
ARD-Expertin und Ex-Nationaltorhüterin Almuth Schult hat eine klare Einschätzung. Ihrer Meinung nach muss sich Wück keine Sorgen um eine mögliche Ablösung machen: „Ich glaube, eng wird es für ihn noch nicht“, sagte sie in der ARD. Und sie nennt gute Gründe dafür.
„Er ist noch kein Jahr im Amt, er hat in der Nations League das Halbfinale geschafft“, betonte Schult. Wück habe zudem vor dem Turnier deutlich gemacht, dass er neue Wege gehen wolle – auch mit dem Risiko, dafür kritisiert zu werden. „Er hat genau das vor dem Turnier gesagt – ‚Man wird mich, wenn das nicht funktioniert, kritisieren‘. Die Kritik kann kommen“, so Schult weiter.
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Frauen-EM mit Licht und Schatten – und viel Druck gegen Frankreich
Die Leistungen der deutschen Mannschaft bei der EM verliefen bislang wechselhaft: Zwei mühsame, aber kämpferisch überzeugende Siege gegen Polen (2:0) und Dänemark (2:1) stehen einer deutlichen 1:4-Niederlage gegen Schweden gegenüber. Eine Übersicht über den gesamten Spielplan der Frauen-EM finden Sie hier. Im Viertelfinale gegen Frankreich steht nun nicht nur die sportliche Revanche auf dem Spiel – es geht auch um Wücks Position im Verband.
Wie BILD berichtet, wird im Umfeld der Nationalmannschaft durchaus über mögliche Konsequenzen bei einem klaren Aus gesprochen. Dennoch soll eine sofortige Trennung beim DFB aktuell kein Thema sein. Man sehe sich weiterhin in einem Entwicklungsprozess. Der Vertrag von Christian Wück läuft noch bis Ende 2026 – eine Verlängerung über die nächste WM in Brasilien 2027 hinaus müsste erst noch verdient werden.
Klar ist aber auch: Ein überzeugender Auftritt gegen Frankreich könnte für Wück zum Befreiungsschlag werden. Im Fall einer enttäuschenden Niederlage dürfte die kommende Nations-League-Endrunde im Herbst zur Schicksalsphase für den Trainer werden – erneut mit einem Duell gegen Frankreich.
Ein Zeichen für den Ernst der Lage: Beim Abschlusstraining vor dem Viertelfinale war DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig persönlich anwesend – ein seltener Anblick, der zeigt, wie genau hingeschaut wird. Die DFB-Elf und ihr Trainer stehen unter Druck. Doch intern scheint der Glaube an Wück weiterhin vorhanden. (BenHot)