Zielt Nagelsmann auf Bayern-Star ab? Spitze nach Woltemade-Thema
VonChristopher Michel
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Die Zukunft von Nick Woltemade bewegt Fußball-Deutschland. Bundestrainer Julian Nagelsmann vertritt eine klare Meinung und deutet versteckte Kritik an.
Er führte zuvor auch ein Gespräch mit Bundestrainer Julian Nagelsmann. Der Coach gab bei der Bekanntgabe des Kaders für die WM-Qualifikationspartien in der Slowakei und gegen Nordirland Einblicke: „Ich habe Nick gefragt, was seine Ideen und Wünsche sind. Und ich habe ihm auch gesagt, worauf es mir ankommt. Dabei geht es mir nicht darum, ob er wechseln sollte.“
Nagelsmann konnte nicht jeden Transfer nachvollziehen
Nagelsmann betonte: „Mir ist wichtig, dass die Jungs spielen. Es gab in diesem Sommer den ein oder anderen Wechsel, den ich als nicht so glücklich ansehe.“ Die Begründung lieferte der Bundestrainer sofort hinterher: „Es ist nicht gut für mich als Nationaltrainer, wenn ein Spieler von 100 Prozent Spielzeit auf 15 Prozent Spielzeit zurückfällt.“
Es ist ein versteckter Seitenhieb. Bei der Kaderanalyse fällt auf: Tom Bischof, der am 8. Juni beim Nations-League-Spiel um Platz drei gegen Frankreich (2:0) 25 Minuten vor dem Ende der Begegnung eingewechselt wurde, stand diesmal nicht auf der Liste. Das hatte einen offensichtlichen Grund: Er musste sich zuletzt einer Notoperation am Blinddarm unterziehen.
Vom Sündenbock zum Hoffnungsträger: Die wundersame Auferstehung von Serge Gnabry beim FC Bayern
Allerdings wäre es für ihn wohl auch ohne diesen gesundheitlichen Rückschlag schwierig geworden, einen Platz zu ergattern. Nagelsmann führte sehr detailliert aus, wie wichtig das Prinzip Spielpraxis ist. Vor allem bei jungen Akteuren wird der Bundestrainer noch genauer auf diesen Faktor schauen müssen. Hat sich Bischof mit Blick auf seinen großen Traum verwechselt?
Der zentrale Mittelfeldspieler verließ die TSG Hoffenheim ablösefrei in Richtung FC Bayern München. Bischof war im Kraichgau im fitten Zustand stets gesetzt. In der schwierigen Saison 2024/25 kam der 20-Jährige in drei Wettbewerben auf weit über 3.000 Minuten. Er war mit neun Torbeteiligungen bei einem Kellerkind unumstrittener Leistungsträger.
Und beim FC Bayern? Bischof durfte bei den fünf Klub-WM-Spielen eine Halbzeit gegen Benfica Lissabon (0:1) mitwirken. Außerdem bekam er im Duell um den Franz-Beckenbauer-Supercup gegen Stuttgart (1:2) eine (!) Minute. Nagelsmann wurde, auch ohne einen Namen zu nennen, deutlich: „Zwar ist ein Spieler dann bei einem großen Klub. Aber dort spielt er wahrscheinlich nicht mehr.“
Es sei, so der Bundestrainer weiter, mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2026 besser, bei einem kleineren Klub unter Vertrag zu stehen und regelmäßig auf dem Platz zu stehen. „Wenn ein Spieler nur 25 Prozent Einsatzzeit erhält, dann wird es eng“, betonte Nagelsmann. Natürlich ist die Saison noch jung und es gab in der Vergangenheit auch schon Überraschungen.
Vielleicht kann auch Bischof für eine solche sorgen. Bayern-Trainer Vincent Kompany ist in Sachen Talentförderung allerdings eher verhalten unterwegs. Und bei den Münchnern geht es Woche für Woche in allen Wettbewerben um alles. Jeder Punktverlust löst ein Beben aus. Der Erfolgsdruck beim FC Bayern ist so groß wie an keinem Standort sonst in der Bundesliga. Das weiß auch Kompany.
Auf den Bischof-Positionen herrscht zudem ein gewaltiger Konkurrenzkampf. DFB-Kapitän Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Aleksandar Pavlović und Serge Gnabry heißen die Platzhirsche, im neuen Jahr ist auch Jamal Musiala wieder mit dabei, zudem setzt Eigengewächs Lennart Karl Akzente. Ob der FC Bayern für Bischof der richtige Schritt war? Die Nagelsmann-Ansagen jedenfalls sind deutlich.