VonLars Pollmannschließen
Niko Kovač schaut nach zwei Monaten auf eine gemischte Zwischenbilanz bei Borussia Dortmund. Zur Zukunft macht der Trainer eine klare Ansage.
Dortmund – Niko Kovač amtiert inzwischen seit zwei Monaten als Cheftrainer bei Borussia Dortmund. Elf Pflichtspiele hat der BVB unter dem Kroaten bestritten, davon fünf gewonnen und vier verloren.
Mit umgerechnet 1,55 Punkten pro Spiel in allen Wettbewerben hat Kovač eine etwas bessere Zwischenbilanz als Vorgänger Nuri Şahin, der in 27 Pflichtspielen durchschnittlich 1,48 Punkte erzielt hatte. Im Spiel des BVB sind durchaus Fortschritte zu erkennen, die Mannschaft steht zum Beispiel defensiv sicherer. Etwa 0,9 Gegentore pro Spiel sind es unter Kovač, unter Şahin hatte Dortmund noch rund 1,6 Gegentreffer pro Partie geschluckt.
Niko Kovač übernahm beim BVB „schon sehr verunsicherte“ Spieler
Allerdings: In der Bundesliga-Tabelle hat sich die Lage des BVB in den zwei Monaten unter Kovač weiter verschärft! Der gebürtige Berliner übernahm vor dem 21. Spieltag (von Interimscoach Mike Tullberg) auf Platz elf mit vier Punkten Rückstand auf die Champions-League-Ränge. Vor dem 28. Spieltag beim SC Freiburg liegt Dortmund auf Platz zehn, hat sieben Zähler Rückstand auf Rang vier aufzuholen, um das eigentliche Minimalziel einer jeden Saison noch zu erreichen.
„Die Situation, die wir vorgefunden haben, war natürlich nicht die Situation, die der Klub gerne hätte. Die Spieler waren schon sehr verunsichert“, erklärte Niko Kovač nun in einem Interview mit dem TV-Sender Sky. „Die Erwartungshaltung ist sehr groß, aber die Leistung dementsprechend nicht so.“
BVB droht eine Saison ohne Europapokal
Zwar erkennt Kovač „schon in einigen Bereichen Fortschritte“, die Punktausbeute spiegelt dies aber noch nicht in ausreichendem Maße wider. Das Szenario, in dem der BVB in der kommenden Saison europäisch nicht vertreten ist, bleibt akut – auch deshalb, weil durch das Pokalfinale zwischen Arminia Bielefeld und dem VfB Stuttgart Platz sieben in der Bundesliga wahrscheinlich nicht reichen wird, um international dabei zu sein.
Sollte Dortmund in der kommenden Saison tatsächlich nur auf zwei Hochzeiten tanzen, wäre dies eine Zäsur für den Dauergast der Königsklasse. Unweigerlich würde sich die Frage aufdrängen, ob Kovač als Cheftrainer in diese Spielzeit gehen würde. Für sich hat der Ex-Profi schon eine Antwort gefunden.
BVB-Coach will „so schnell wie möglich wieder dorthin kommen, wo wir hingehören“
„Es ist klar, ich habe einen Vertrag über eineinhalb Jahre unterschrieben. Kein halbes Jahr, keine zweieinhalb, das war ein Commitment von beiden Seiten. Die Aufgabe, die wir alle zusammen haben, ist ganz klar, wir wollen erfolgreich sein. Wir wollen zusehen, dass wir so schnell wie möglich wieder dorthin kommen, wo wir hingehören, wo wir auch sein müssen“, so Kovač, der zuletzt schon vom BVB als „Traumjob“ gesprochen hatte.
„Das bedarf natürlich auch ein bisschen Zeit, das habe ich mir vielleicht auch ein bisschen leichter vorgestellt, aber nichtsdestotrotz glaube ich schon, dass wir alle gemeinsam fleißig in eine Richtung arbeiten“, führte Kovač weiter aus. Seine Haltung ist also klar: Er will beim BVB der Mann sein, der den Umbruch im Sommer mitgestaltet und das Team in der kommenden Saison zu hoffentlich besseren Ergebnissen führt.
Dortmund ist im Bundesliga-Endspurt und gegen Barça gefordert
Noch allerdings sind der Sommer und die Transferfenster vor und nach der FIFA Klub-WM gedanklich weit entfernt. „Der Fokus, den ich jetzt habe, den lege ich jetzt auf die Mannschaft, denn ich möchte mit diesen Spielern noch das erreichen, was wir uns alle irgendwo erträumen“, betonte Kovač.
Der BVB will sich schließlich im Endspurt der Saison doch noch für Europa qualifizieren und hat die Viertelfinalspiele gegen den FC Barcelona in der Champions League vor der Brust.
„Deswegen brauche ich alle Energie, die ich habe, um mich darauf zu fokussieren“, sagte Kovač.
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