Abfahrverbot an Brennerautobahn: Staus vorprogrammiert – „Trifft uns mit voller Wucht“
VonMomir Takac
schließen
Das österreichische Bundesland Tirol kündigte zudem eine Ausweitung der Kontrollen an, die laut Landeschef Mattle immer heikler werden.
Innsbruck – Die Brennerautobahn, eine zentrale Transitroute zwischen Österreich und Italien, ist derzeit bekannt für ihre regelmäßigen Verkehrsbehinderungen. Besonders am vergangenen Wochenende war die Geduld der Reisenden und Lkw-Fahrer auf eine harte Probe gestellt, als sich kilometerlange Staus am Brenner bildeten. Diese Situation dürfte sich in den nächsten Wochen nicht verbessern, da das Bundesland Tirol eine Anordnung verlängert hat.
Die geplante Sanierung der Luegbrücke auf der Brennerautobahn im Jahr 2025 wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Vor Beginn der eigentlichen Instandsetzungsarbeiten müssen Asphaltierungsarbeiten auf der Fahrbahn durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass der Verkehr auf den Autobahnen A13 und A22 an einigen Stellen nur einspurig fließen kann.
Österreich-Bundesland greift durch: Abfahrverbot auf Brennerautobahn in Tirol wird verlängert und schärfer kontrolliert
Am vergangenen Wochenende bekamen insbesondere Lkw-Fahrer und Urlauber die damit einhergehenden Behinderungen an der Luegbrücke und am Grenztunnel zu spüren. Das dürfte vorerst so bleiben. Das Bundesland Tirol hat nun die Abfahrverbote auf der Brennerautobahn verlängert. Diese Regelung, die alle Abfahrten auf der Autobahn zwischen Innsbruck und dem Brennerpass betrifft, gilt für Fahrzeuge auf der Durchreise und soll spätestens Ende November aufgehoben werden.
Unbekannte Städte, Dörfer und Landschaften: Zehn Geheimtipps für den Italien-Urlaub
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle äußerte sich auf einer Pressekonferenz am Dienstag (15. Oktober) zum Reiseverkehr, der sich „mittlerweile über das ganze Jahr“ erstreckt: „Der Verkehr trifft Tirol mit voller Wucht. Tirol kann und will aber keine breiteren Straßen bauen. Deshalb sind wir die einzige Region, die massiv Abfahrverbote eingeführt hat.“ Er kündigte zudem an, die „Verkehrsaufsichtsorgane des Landes“ zu verstärken, um die Einhaltung der Verbote besser kontrollieren zu können.
Verkehrsbehinderungen auf Brennerautobahn auch in 2025
Die Kontrollen abseits der Brennerautobahn werden laut Mattle immer schwieriger: „Kontrolleure und Exekutive berichten, dass sie von entnervten Autofahrern beschimpft werden.“ Der Landeschef appellierte an die Durchreisenden Richtung Italien mit den Worten: „Bleiben Sie auf der Autobahn und den Hauptverkehrsadern und verstopfen Sie nicht die Verkehrswege der einheimischen Bevölkerung. Auch Sie wollen nicht, dass Ihre Heimatgemeinde von einer Blechlawine überrollt wird.“
Ob sich die Verkehrssituation auf der Brennerautobahn ab Dezember verbessern wird, ist fraglich. Ab Januar 2025 wird die Luegbrücke aus Sicherheitsgründen in beide Richtungen nur noch einspurig befahrbar sein. Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im Frühjahr beginnen. Das Bundesland Tirol gab jedoch bekannt, dass der Verkehr an 170 Tagen während der Reisezeit zweispurig geführt wird. (mt)