IT-Sicherheit

Anlagen für Erneuerbare Energien: Sicherheitslücken bei Windrädern und Photovoltaik

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Erneuerbaren Energien soll die Zukunft gehören, doch nicht nur bei ihrem Ausbau hakt es noch: Auch in puncto Sicherheit gibt es offenbar Nachbesserungsbedarf.

Berlin – Die Energiewende drängt und damit auch der Ausbau von Anlagen im Bereich Erneuerbare Energien, etwa bei Photovoltaik oder Windkraft. Bisher geht der Ausbau nicht schnell genug voran, befinden Kritiker und auch die Ampel unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) möchte Tempo machen. Dabei darf die Frage der Sicherheit nicht in den Hintergrund geraten, betonen Experten, denn: Aktuellen Medienberichten zufolge gibt es massive IT-Sicherheitslücken, bei Anlagen für Erneuerbare Energien.

Erneuerbare Energien Deutschland: IT-Sicherheitslücken bei Windkraft und Photovoltaikanlagen

Beim Thema Erneuerbare Energien in Deutschland gibt es offenbar ein Sicherheitsproblem. Das SWR-Format Marktcheck hat auf seinem Youtube-Kanal auf das Problem hingewiesen und gezeigt, wie einfach sich Hacker Zugang zu den Anlagen verschaffen können. Eine der möglichen Folgen: Windkraft- und Photovoltaikanlagen könnten ausgeschaltet werden, um so die Energieerzeugung zu sabotieren. Dem ARD-Format Plusminus erklärt ein Branchen-Insider, wie der Sabotage-Ablauf aussehen könnte.

Bei vielen Windrädern und Photovoltaik-Anlagen gibt es erhebliche Sicherheitsmängel, wie Berichte zeigen. (Symbolbild)

Über eine frei zugängliche Suchmaschine konnte der Experte die Login-Seite eines großen Solarparks in Nordrhein-Westfalen aufspüren, bemerkenswert: Die Seite war unverschlüsselt. Umso bemerkenswerter: Das Passwort für das Steuerungsmodul war voreingestellt, ließ sich also ebenso schnell finden – denn es steht in der Bedienungsanleitung, die wiederum ebenfalls online zugängig ist. Über das Steuerungsmodul wäre es einem Profi nun möglich gewesen, die Anlage abzuschalten. Der Insider entdeckte vergleichbare Sicherheitslücken auch bei anderen Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

IT-Sicherheit bei Erneuerbaren Energien: Besonders mittlere und kleine Anlagen offenbar schlecht geschützt

Laut Berichten der ARD sind beim Thema IT-Sicherheit vor allem kleine und mittlere Anlagen schlecht geschützt. Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbaren Energien im Bereich Photovoltaik und Windkraft müssen bei der Sicherheit nachrüsten, deutlich: Stand jetzt hätten viele von ihnen einem gezielten Cyber-Angriff kaum etwas entgegenzusetzen. Gegenüber der ARD schätzt Stephan Gerling von der IT-Sicherheitsfirma ICS CERT Kaspersky, dass es etwa 2500 unverschlüsselte Solaranlagen weltweit geben könnte.

Noch im letzten Jahr hatte es Cyber-Angriffe gegeben, die die Windkraft-Branche betroffen hatten. Innerhalb von wenigen Wochen waren drei Unternehmen Opfer von Online-Angriffen geworden. Als Erstes hatten etwa 6000 Windräder des Betreibers Enercon ihre Internetverbindung verloren, so die ARD. Später soll es dann auch den Hersteller von Windrädern Nordex und die Deutsche Windtechnik AG in Bremen betroffen haben.

Die Recherchen und die Historie der Angriffe auf Anlagen im Bereich Erneuerbare Energien zeigen: Es gibt ein Risiko, doch offenbar noch kein Risiko-Bewusstsein – das muss für eine erfolgreiche Energiewende ebenso schnell ausgebaut werden, wie Windkraft und Photovoltaik selbst.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa/Archivbild

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