Skifahren

Andrang im Skigebiet: Wintersportler müssen wegen „Föhn des Jahrzehnts“ Schlange stehen

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In der Schweiz fegte der „Föhn des Jahrzehnts“ über die Alpen hinweg. Aus Sicherheitsgründen blieben viele Lifte zu. In Zermatt bildeten sich lange Schlangen.

Zermatt – In der Schweiz wehte am Freitag ein starker Föhnsturm mit heftigen Böen über die Alpen: Oberhalb von Andermatt wurden am späten Freitagabend Sturmböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 190 Kilometern pro Stunde gemessen, wie der Wetterdienst SRF Meteo am Samstag berichtete.

Zeitweise mussten Schweizer Skigebiete aus Sicherheitsgründen Lifte abschalten – so auch Zermatt. Dort war der Andrang von Wintersportlern am Karfreitag aber besonders groß. Die Folge: lange Schlangen.

Das Skigebiet Zermatt am 13. März 2024. (Symbolfoto)

„Föhn des Jahrzehnts“ in der Schweiz: Andrang an wenigen offenen Liften

Nicht alle Skilifte und Gondeln sind hohen Windgeschwindigkeiten gewachsen. Je nach Bauart, Aufhängung und Ausrichtung müssen die einen früher, die anderen später schließen. „Viele Lifte sind wegen des starken Windes aus Sicherheitsgründen eingestellt. Darum konzentrieren sich die Wintersportler auf einige wenige Lifte“, erklärte Markus Hasler, der Chef der Zermatt Bergbahnen, dem Schweizer Medium Blick die langen Schlangen am Karfreitag. Das sei das Problem und nicht die vielen Besucher, so Halser weiter.

Man habe die Gäste in Zermatt frühzeitig über mögliche Einschränkungen in Kenntnis gesetzt, so Bergbahn-Chef Hasler. „Wir haben am Mittwoch schon darüber informiert, dass es zu Einschränkungen wegen des Wetters kommen wird und ab Donnerstag einige Lifte geschlossen werden müssen.“ Das stürmische Wetter soll laut Meteorologen leicht abgeschwächt bis Ostermontag anhalten. Der Meteorologe Jörg Kachelmann schrieb am Samstag in einem Beitrag für die Schweizer Tamedia-Zeitungen vom „Föhn des Jahrzehnts“.

Auch in anderen Skigebieten in Österreich und der Schweiz kam es am Wochenende zu Einschränkungen wegen Sturmwarnungen. Schon am Donnerstag waren Sessellifte im italienischen Skigebiet Breuil-Cervinia gegenüber von Zermatt stark ins Schwanken geraten, wie ein Video des privaten italienischen Wetterdienstes Il Meteo zeigte, das auch italienische Medien teilten.

Risiken im alpinen Wintersport: Wetter kann zum Verhängnis werden

Auch wenn die Pisten präpariert sind und in Skigebieten allerlei Annehmlichkeiten auf Wintersportler warten, bleibt Skifahren dennoch ein Natursport. Dazu gehört auch manchmal schlechtes Wetter. Während im Liftbetrieb die Gefahreneinschätzung beim Betreiber liegt, sind Tourengeher auf sich allein gestellt. Einer Gruppe von sechs Skitourengehern in der Schweiz wurde dies jüngst zum Verhängnis.

Die Gruppe war am 9. März zu einer Skiwanderung aufgebrochen und in einen Schneesturm geraten. Fünf Männer im Alter zwischen 21 und 58 Jahren wurden einen Tag später tot aufgefunden. Die Suche nach der sechsten Person, einer 28-jährigen Frau, wurde eingestellt. (bme/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Jöran Steinsiek

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