VonYannick Hankeschließen
Manchmal sollten Mütter einfach gnädig sein – und ihre Kinder nicht dazu bewegen, gefundene Gegenstände sofort wieder wegzuwerfen. Der Besitz könnte sich lohnen.
Sussex – In der Kindheit war fast jede Unternehmung ein kleines Abenteuer. Sei es der Besuch im Supermarkt, der Heimweg nach der Schule oder Ausflüge mit den Eltern. Nicht selten gab es dabei reichlich zu entdecken. Kaum, dass die kindliche Neugierde geweckt ist, geht der Griff auch schon gen Boden und ein aus Kindersicht faszinierender Gegenstand wandert mit nach Hause.
So auch im Fall vom zwölfjährigen Rowan Brannan, der bei einem Spaziergang mit dem Hund der Familie ein römisches Armband entdecken sollte. Ein Fund, der sich als äußerst spektakulär erweisen sollte – wenn auch erst deutlich später. Schneller ging es da bei der Familie, die Schätze in ihrem Garten entdeckte.
Kleiner Fund, großer Sensation: Junge aus England entdeckt antikes Armband
Wie die britische Sussex World berichtet, fand der kleine Rowan aus Bognor Regis, einem englischen Seebad in West Sussex, das Armband im Matsch. Für ihn nicht ungewöhnlich, denn: „Ich hebe so viele Dinge auf, die ich wahrscheinlich nicht anfassen sollte“, so der Zwölfjährige im Gespräch mit dem Medium.
Die Entdeckung vom Briten lag bereits zwei Jahre zurück, ehe nun festgestellt werden konnte, worum genau es sich bei seinem Fund überhaupt handelt. Dabei hatte Rowan direkt nach seinem Spaziergang samt Fund im Internet recherchiert, ob er womöglich Gold entdeckt hatte. Alles hätte darauf hingedeutet – und sich dennoch hingezogen.
„Es ist immer sehr aufregend“: Antiker Fund vom kleinen Rowan wird zwei Jahre lang untersucht
Zunächst einmal hätten weder der kleine Rowan noch seine Mutter geahnt, wie groß der Fund vom Jungen tatsächlich war. Das sollte sich so langsam ändern, als eine Friseurin die beiden besuchte, die Entdeckung per Foto festhielt und dann einem Metallsucher zeigte. Dieser hätte sich begeistert gezeigt und direkt empfohlen, einen Fundbeauftragten Bescheid zu geben.
Gesagt, getan. Es stellte sich heraus, dass Rowan das Stück einer römischen Armilla entdeckt hatte. Hiermit ist ein Armband gemeint, mit dem römische Soldaten als Zeichen von Respekt und Tapferkeit ausgezeichnet wurden. Wie es dann weiterging? Zur weiteren Analyse wurde das Armband ans Britische Museum sowie an das Coroner’s Court weitergeleitet.
„Es ist immer sehr aufregend, wenn wir eine E-Mail lesen“, hieß es in diesem Kontext von Mama Amanda. „Das Coroner’s Court schrieb uns und sagte: ‚Es war so schön, mit Rowans Schatz zu arbeiten‘“. Ähnliches war auch im Fall vom kleinen Riley zu hören, einem australischen Jungen, der quasi im Vorgarten einen spektakulären Fund machte.
Antikes Armband aktuell Eigentum der britischen Krone – und dann wieder im Besitz vom kleinen Jungen
Grundsätzlich würde die Durchführung der verschiedenen Prozesse und Untersuchungen reichlich Zeit in Anspruch nehmen. Bis zur finalen Bestimmung respektive Klärung aller noch offenen Formalitäten sei das antike Armband Eigentum der Krone. Dann aber geht es wieder an seinen Besitzer zurück – und somit an den kleinen Rowan mit den Schatzsucher-Genen.
Mama Amanda Brannan erzählte gegenüber Sussex World, dass ihr Sohnemann schon immer viele Sachen mit nach Hause gebracht hätte. „Ich sage immer zu ihm ‚leg das hin, das ist dreckig‘. In diesem Fall ignorierte er mich. Er war davon überzeugt, dass es tatsächlich Gold war“, gerät die Engländerin regelrecht ins Schwärmen, wenn sie über den Optimismus ihres Kindes spricht.
Zwei Jahre nach dem Fund von Rowan ist klar: Der kleine Junge hat eine sensationelle Entdeckung gemacht – und zum Glück nicht auf seine Mutter gehört. Ebenfalls ein Duo aus Mutter und Sohn machte eine spektakuläre Entdeckung an der Ostsee. (han)
Rubriklistenbild: © Sussex World/Facebook

