Apia ist die Hauptstadt von Samoa. 20% der Bevölkerung Samoas lebt dort und die Stadt ist das Zentrum von Geschichte, Politik und Kultur des Inselstaates.
Apia – Die Hauptstadt des Inselstaates Samoa hat eine Bevölkerung von mehr als 40.000 Einwohnern. Apia liegt an der Nordküste einer der samoanischen Hautinseln Upolu. Es ist das Zentrum für Wirtschaft, Politik und Kultur des Landes.
Apia: Geographie und wichtige Daten
Mitten in der Südsee liegt der Inselstaat Samoa. Samoa besteht aus 10 Inseln, von denen 4 durchgehend bewohnt sind. Auf den Inseln Manono und Apolima lebt nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung. Nur etwa 1000 Menschen leben auf Manono und rund 100 auf Apolima. Die flächenmäßig größte Insel Samoas ist Savai’i. Trotzdem leben hier mit 50.000 Menschen nur etwa 1/3 der Anzahl der Einwohner, die auf der Hauptinsel Upolu zu Hause sind. Upolu hat rund 150.000 Einwohner und stellt in jeder Hinsicht das Zentrum Samoas dar. Hier befinden sich die großen Institutionen von Wirtschaft, Politik, Kultur und Geschichte, sowie die Hauptstadt Apia.
In Apia selbst leben mit gut 40.000 Einwohner etwa 20% der Bevölkerung des Landes. Die Fläche der Stadt ist mit 120km² in etwa vergleichbar mit der hessischen Großstadt Darmstadt. Die Bevölkerung Samoas setzt sich zusammen aus 92,5% ethnischen Samoanern, 7% Euronesier (Vorfahren sowohl Samoaner als auch Europäer), sowie 0,5% Europäern zusammen. Man schätzt das 50% des samoanischen Volkes im Ausland lebt, wobei der Großteil auf Neuseeland entfällt.
Das Klima in Apia ist tropisch-ozeanisch und in eine Regen- und eine Trockenzeit eingeteilt. Die Temperatur hält sich im Jahresdurchschnitt bei 27 Grad Celsius. Die Geschicke der Politik Samoas leitet Ministerpräsidentin Afioga Fiame Naomi Mata’afa mit Sitz der Regierung in der Hauptstadt Apia.
Apia: Entdeckung & erste Kontakte
Es gibt Nachweise über menschliche Aktivitäten im Archipel von Samoa, die Archäologen auf etwa 1500 Jahre vor Christus datieren konnten. Das war möglich anhand von gefundenen Tonscherben, die typisch polynesisch gearbeitet sind. Die Geschichte Samoas ist eng verbunden mit den Geschichten von Fidschi und Tonga. Vor allem in der prähistorischen Zeit konnte man viele Beziehungen nachweisen und einige weitere werden durch Legenden der Völker angedeutet. Die Sprache der Samoaner ist eine polynesische Unterart der austronesischen Sprachfamilie. Dieser wird interessanterweise eine Herkunft im heutigen Taiwan zugeschrieben.
Die ersten Europäer entdeckten die Insel im Jahr 1722. Der Niederländer Jacob Roggeveen entdeckte die Inseln auf einer seiner Expeditionen. Er war außerdem derjenige, der die Osterinseln, Bora Bora und Maupiti entdeckte. Viele Besucher aus dem Ausland erhielt Samoa allerdings erst im 19. Jahrhundert. Missionare und Händler kamen aus Europa, Tahiti und den Cook Inseln um das Jahr 1830. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen die großen Mächte der Welt und etablierten Botschafter und Handelsstützpunkte auf Samoa.
Die Deutschen, die Amerikaner und die Briten bauten ihren Einfluss auf der Insel sukzessive aus. Vor allem die Deutschen unter dem Kaufmann Johann Godeffroy unterhielten viele Geschäfte auf der Inselgruppe. Die Hafenrechte gehörten jedoch weiterhin den zuerst gelandeten Briten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich alle Parteien so sehr ausgebreitet, dass sowohl die USA, als auch Deutschland und Großbritannien Teile des Landes beanspruchten.
Gleichzeitig fürchteten die Einheimischen um ihre Souveränität. Es kam zu einem Bürgerkrieg, der auch als Stellvertreterkrieg zwischen den drei westlichen Mächten geführt wurde. Der vorläufige Gipfel der Auseinandersetzung sollte 1889 eintreten, als alle Parteien Kriegsschiffe in den Hafen von Apia entsandten. Ein Sturm zerstörte die Schiffe allerdings, ohne dass eine kriegerische Auseinandersetzung geführt werden konnte. Später wurden die Inseln aufgeteilt in Deutsch-Samoa, was dem heutigen Samoa entspricht und Amerikanisch-Samoa, was bis heute existiert. Die Briten gaben ihre Ansprüche im Tausch gegen andere Gebiete auf.
Die heutige Hauptstadt Apia bestand zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur als kleines Dorf im Norden der Insel Upolu, wurde aber zur Mitte des Jahrhunderts sehr wichtig und deutlich größer, da es einen perfekten Zugang zum Meer ermöglichte.
Apia: Deutsch-Samoa und die neuseeländische Besetzung
Die Deutschen regierten im heutigen Samoa seit der Einigung der drei Kolonialmächte im Jahr 1900 bis zum ersten Monat des Ersten Weltkrieges. In dieser Zeit verboten die Deutschen die indigenen Monarchien, da die gesamte Macht der Politik bei ihnen liegen sollte. In den 14 Jahren der Kolonialisierung durch Deutschland waren nie mehr als durchschnittlich 300 Deutsche auf der Insel.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges baten die Briten Neuseeland darum, Deutsch-Samoa zu besetzen. Praktisch ohne Gegenwehr konnte man die Inseln einnehmen und fortan lag das Wohl der Bevölkerung in den Händen Neuseelands. Es gab jedoch in der Geschichte der Herrschaft Neuseelands zwei einschneidende Ereignisse. Zum einen gab es im Jahr 1918 eine Grippewelle, die rund 20% der Bevölkerung Samoas tötete. Diese war die Schuld der Kolonialherren, da man ein Quarantäneschiff aus Auckland im Hafen von Apia anlanden ließ. Aus der Hauptstadt heraus verbreitete sich der inselfremde Virus wie ein Lauffeuer über die Insel und forderte viel Opfer.
Zum anderen war da der Umgang mit den Mau-Protesten in den 1920er Jahren. Nach der katastrophalen Grippewelle und einer hohen Inflation kam es zu friedlichen Protesten auf der gesamten Insel. Am 28.12.1929 wurde der Anführer der Mau-Bewegung während einer Demonstration erschossen. Die Bewegung gewann danach an Stärke und die Regierung Neuseelands wurde immer mehr in Frage gestellt. Es dauerte allerdings noch bis 1961, bis man die Unabhängigkeit von Neuseeland erlangte.
Apia: Politik
Die wichtigen Entscheidungen der Politik werden in der Hauptstadt Apia getroffen. Alle wichtigen politischen Institutionen finden sich hier. Das Parlament, sowie das höchste Gericht, haben ihren Sitz in Apia. Eine eigene Verwaltung speziell für die Hauptstadt gibt es nicht.
Die 51 Mitglieder des Parlaments werden von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählt. 49 davon sind sogenannte ‚Matai‘. Dieser Titel wird an die Familienoberhäupter der Großfamilien vergeben. Nur sie sind in der Wahl wählbar. Zwei zusätzliche Sitze werden außerhalb des Matai-Systems vergeben. Wählen kann man in Samoa ab 21 Jahren und die aktuelle Ministerpräsidentin heißt Afioga Fiame Naomi Mata’afa. Sie ist die Tochter des ersten Premierministers der Geschichte des unabhängigen Samoa und ist die erste Frau im Amt. Sie war in ihrer gesamten Karriere eine Pionierin der politischen Partizipation von Frauen in Samoa. Samoa ist Mitglied im Commonwealth of Nations und der UNO.
Apia: Wirtschaft & Tourismus
Die Hauptstadt ist das wirtschaftliche und touristische Zentrum des Landes. Die fünf Hauptexportwaren Samoas, die vor allem über den Hafen in Apia abgewickelt werden, bilden:
- 1. 26% Fisch und andere Fischereiprodukte
- 2. 17,5% Benzin
- 3. 16% Elektronik
- 4. 9,2% Getränke
- 5. 3,6% Kokosöl
In der Hauptstadt selbst sind vor allem Dienstleistungsunternehmen, wie Banken und Versicherungen angesiedelt. 60% der Betriebe in Apia gehören der lokalen Bevölkerung, 30% einer chinesischen Familie und 10% Europäern. Der Tourismus könnte für das Land und seine traumhafte Südseekulisse noch mehr ausgebaut werden und die Politik arbeitet daran. Heute legen zumindest schon teilweise Kreuzfahrtschiffe auf Südseekreuzfahrt im Hafen von Apia an, um von hier aus Touren über die Insel Upolu zu starten und mehr über die Geschichte Samoas zu erfahren. Vom Flughafen Faleolo aus, welcher 35 Kilometer von Apia entfernt liegt, können unter anderem der Hauptort des Nachbarstaates Amerikanisch-Samoa Pago Pago, Sydney, Auckland und Honolulu angeflogen werden. Mehrere Airlines haben ihren Sitz ebenfalls in Apia.