Samoa liegt im südöstlichen Pazifik und umfasst neben den beiden Hauptinseln Upolu und Savaii noch zwei kleinere Inseln. Der Inselstaat wurde 1962 unabhängig. In den letzten Jahren wurde das Inselparadies von Naturkatastrophen und Epidemien hart getroffen.
- Samoa war von 1900 bis 1914 deutsche Kolonie.
- Die Einwohner gehören fast alle dem Christentum an.
- Das Inselparadies wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht.
Apia – Das 2.842 Quadratkilometer große Samoa mit seiner Hauptstadt Apia liegt im südöstlichen Pazifik mitten in Polynesien. Der Staat blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Im 19. Jahrhundert war das Gebiet gerade bei Amerikanern, Briten und Deutschen heiß begehrt. Während sich der westliche Teil als Samoa unabhängig machen konnte, gehört der östliche Teil heute noch zu den USA.
Samoa: Frühgeschichte, erste Europäer und Christianisierung
Über die Besiedlungsgeschichte von Samoa ist nur wenig bekannt. Die Inselbewohner stammen vermutlich aus Südostasien, Malaysia, Ostindien oder von den Philippinen. Die ersten Einwohner ließen sich etwa um 1000 vor Christus vor allem auf der Insel Upolu nieder. Die Bewohner waren geschickte Bootsfahrer und erkundeten so viele Inseln im polynesischen Raum. Sie standen auch schon recht früh im Austausch mit den Tonga und den Fidschi.
1722 entdeckte der Niederländer Jakob van Roggeveen bei seiner Suche nach der „Terra Australis“ als erster Europäer die Inseln. Er betrat sie allerdings nicht. Später legten französische Seefahrer hier immer wieder Pausen ein. Da die Einwohner geübt im Fischfang waren, kam es hier vor allem zum Austausch mit Walfängern. Ab 1830 setzte unter John Williams, einem Missionar von der London Missionary Society (LMS), eine Christianisierung der Inseln ein. Später wetteiferten vor allem protestantische und katholische Gläubige um ihre Vormachtstellung.
Samoa: Der Inselstaat wird Deutsch-Samoa
In der Mitte des 19. Jahrhunderts schlug der Inselstaat ein neues Kapitel auf, als auch die ersten Deutschen das Paradies für sich entdeckten. Sie gründeten hier eine Handelsgesellschaft und errichteten Kokos-Plantagen. Wichtigstes Exportgut war Kopra. Aber auch andere Länder wie die USA oder Großbritannien kämpften um ihren Einfluss. Im Berliner Samoa-Abkommen (1889) wurde Samoa schließlich zum unabhängigen Königreich, das unter dem Protektorat der drei Länder stand. Zehn Jahre später wurde das Land jedoch in drei Teile aufgeteilt. Das Deutsche Reich erhielt die westlichen Gebiete. Die USA den östlichen Teil, der heute noch zu den Vereinigten Staaten gehört. 1892 wurde sogar die Datumsgrenze versetzt, um die Zugehörigkeit zu den USA zu verstärken.
Ab 1900 bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs war Samoa deutsche Kolonie. Der Gouverneur Wilhelm Solf sorgte für den Ausbau der Infrastruktur sowie des Sozialwesens und errichtete Schulen. Diese 14 Jahre galten als eine gemäßigte Kolonialpolitik, da den Inselbewohnern im Gegensatz zu anderen Kolonien auch einige Freiheiten zuerkannt wurden. Heute erinnert jedoch nur wenig noch an die Ära von Deutsch-Samoa.
Samoa: Der Weg in die Unabhängigkeit
Im Ersten Weltkrieg wurde Deutsch-Samoa von Neuseeland besetzt, das ab 1920 auch das Völkerbundmandat innehatte. Da die Bevölkerung unterdrückt wurde, regten sich zunehmend Unabhängigkeitsbewegungen, die sich schon unter der deutschen Kolonialmacht herausgebildet hatten. Erst 1962 wurde die Unabhängigkeit des Inselstaates unter der parlamentarischen Herrschaft zweier Stammeshäuptlinge ausgerufen.
1970 wurde Samoa Mitglied des Commonwealth of Nations. Erst 1997 wurde aus Westsamoa der Staat Samoa. Der östliche Teil gehörte als Amerikanisch-Samoa weiterhin zu den USA. 2009 löste ein Erdbeben 200 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Apia einen Tsunami aus. Dabei kamen 154 Personen ums Leben. 2011 wurde die Datumsgrenze des Landes wieder auf die westliche Zeit geändert, um die Beziehungen zu Neuseeland zu verbessern. 2019 kam es im Inselparadies zu einer schweren Masernepidemie, bei der 81 Personen (vor allem Kleinkinder) verstarben.
Samoa: Das politische System
Samoa ist eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt wird vom Parlament auf fünf Jahre gewählt und trägt als Bezeichnung den Titel „O le Ao o le Malo“. Die Exekutive des Landes liegt bei der Regierung unter Vorsitz des Premierministers. Als 1962 die Verfassung in Kraft trat, gab es noch zwei Staatsoberhäupter – darunter Häuptling Malietoa Tanumafili II. Beide waren noch Staatsoberhaupt auf Lebenszeit. Inzwischen gibt es nur noch ein Staatsoberhaupt und einen Regierungschef.
Die Legislative liegt beim Parlament, auch „Fono“ genannt. Es umfasst 49 Abgeordnete, die für je fünf Jahre demokratisch gewählt werden. Allerdings sind erst alle Einwohner ab 21 Jahren wahlberechtigt. Das Frauenwahlrecht wurde erst 1990 eingeführt. Entscheidend ist auch das sogenannte Matai-System. Dabei werden die von Großfamilien ernannten Familienoberhäupter zur Wahl vorgeschlagen. Von ihnen werden 47 Abgeordnete ermittelt. Die restlichen zwei Abgeordneten sind nicht an das Matai-Verfahren gebunden.
Samoa: Fakten im Überblick
- Hauptstadt: Apia
- Amtssprache: Samoanisch, Englisch
- Fläche: 2.842 Quadratkilometer
- Einwohnerzahl: 198.000 (Stand 2020)
- Währung: Tala (WST)
- Verwaltungsgliederung: 11 Bezirke
- Religion: Christentum
Samoa: Sprachen und Bevölkerung
Etwa 92,5 Prozent der Einwohner des Landes sind Samoaner. Rund sieben Prozent sind Euronesier – also Personen, die sowohl samoanische als auch europäische Vorfahren haben. Gerade einmal 0,5 Prozent der Bevölkerung sind Europäer. Allerdings verlassen viele Bewohner Samoas die Inseln, um beispielsweise in Neuseeland oder Australien unter besseren Bedingungen zu leben und zu arbeiten. Mehr als 150.000 Samoaner leben mittlerweile im Ausland.
Amtssprache ist neben Englisch auch noch Samoanisch. Die samoanische Sprache gehört dem polynesischen Zweig der austronesischen Sprachfamilie an. Es wird auch in Amerikanisch-Samoa, Neuseeland, Australien und den USA gesprochen. Weltweit sprechen etwa 370.000 Menschen Samoanisch.
Samoa: Geografie und Städte
Samoa besteht aus den beiden Hauptinseln Upolu und Savaii sowie den zwei winzigen Inseln Apolima und Manono. Sie liegen alle inmitten von Polynesien und sind vulkanischen Ursprungs. Deshalb gibt es auch im Landesinneren zerklüftete Gebirgsregionen. Der höchste Berg ist der Mount Silisili mit einer Höhe von 1.858 Metern. Die kleineren Inseln Samoas sind aus Korallenriffs entstanden.
Der größte Teil der Bevölkerung – etwa zwei Drittel – lebt im Norden der Insel Upolu, wo sich auch die Hauptstadt Apia befindet. Vor allem der fruchtbare Küstenstreifen im Norden und Westen der Insel weist die dichteste Besiedlung auf.
Die größten Städte Samoas im Überblick
- 1 Apia: 40.407 Einwohner, Region Apia Urban Area
- 2 Vaitele: 5.631 Einwohner, Region North West Upolu
- 3 Faleasiu: 3.475 Einwohner, Region North West Upolu
- 4 Vailele: 3.438 Einwohner, Region North West Upolu
- 5 Leauvaa: 3.062 Einwohner, Region North West Upolu
- 6 Faleula: 2.592 Einwohner, Region North West Upolu
- 7 Siusega: 2.226 Einwohner, Region North West Upolu
- 8 Malie: 2.189 Einwohner, Region North West Upolu
- 9 Fasitoouta: 2.098 Einwohner, Region North West Upolu
- 10 Vaiusu: 2.043 Einwohner, Region North West Upolu
Samoa: Wissenswertes zum Land
Da die Samoaner ursprünglich keine ausgeprägte Religion hatten, gelang die Christianisierung des Landes im 19. Jahrhundert relativ leicht. Knapp 99 Prozent der Samoaner sind Christen. Davon sind etwa 60 % Kongregationalisten, 20 % Katholiken und 30 % Protestanten. Die Bewohner sind somit sehr christlich und konservativ eingestellt. Der Besuch des Gottesdienstes am Sonntagvormittag hat in fast jeder Familie Tradition. Allerdings lassen sich noch andere traditionelle Vorstellungen und der Glaube an böse Geister wiederfinden. So ist auch der Gründungsmythos „Sina und der Aal“ in der Mythologie des Landes fest verankert. Allerdings sind die alten spirituellen Glaubenswelten heute eng mit dem Christentum verbunden.
Das Klima Samoas ist das ganze Jahr etwa gleichbleibend feucht-warm und tropisch. Der Tourismus ist daher ein wachsender Wirtschaftszweig. Allerdings ist das Inselparadies auch immer wieder Hotspot für Zyklone, die verheerende Schäden anrichten können. Das Land ist daher auch auf Hilfen aus dem Ausland angewiesen. Zudem verfügt Samoa über keine nennenswerten Bodenschätze. Neben der Fischerei sowie der Land- und Holzwirtschaft ist vor allem der Dienstleistungssektor von Bedeutung für das wirtschaftliche Wachstum.