Sperrstunde zeigt bereits Wirkung

Aufgrund „ausufernder Partyexzesse“: Kurz vor Après-Ski-Start will Luxus-Skiort in Tirol durchgreifen

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Ein Tiroler Skiort hat genug von wilden Partys und Lärmbelästigung bis spät in die Nacht. Neue Regeln und erhöhte Kontrollen sollen das Après-Ski im Ort eindämmen.

Sölden – Angesichts der bevorstehenden Winter- und Skisaison will die Gemeinde Sölden im österreichischen Tirol Maßnahmen gegen Probleme mit feierwütigen Skifahrern und Touristen ergreifen. Unter anderem sollen in der Ortschaft in Zukunft Alkoholverbote auf bestimmten öffentlichen Plätzen durchgesetzt werden. Außerdem soll es künftig speziell gekennzeichnete Raucherplätze geben.

Um die neuen Regeln erfolgreich durchzusetzen, soll die Polizei während der Skisaison in Sölden aktiv gegen Verstöße ermitteln.

Gemeinde Sölden will mit neuen Regeln gegen „ausufernde Partyexzesse“ vorgehen

Einige Faktoren sind für den Winterurlaub besonders wichtig, wie eine neue Umfrage zeigt. Après-Ski gehört allerdings nicht dazu. Und auch in Sölden ist man zunehmend von feiernden Touristen genervt. „In den vergangenen Winter-Saisons kam es leider vermehrt zu Meldungen über ausufernde Partyexzesse in Bezug auf Après-Ski & Nightlife im Ortsgebiet bzw. in Unterkünften von Sölden“, informierte die Gemeinde in einer öffentlichen Mitteilung Ende Oktober. Dem soll nun ein Ende gesetzt werden.

Après Ski Parties in den Ortschaften der Skigebiete können vor allem für Anwohner schnell zum Problem werden. (Symbolfoto)

In einer gemeinsamen Austauschrunde zwischen den Bürgermeistern von Sölden und Vermietern, Lokal- und Clubbesitzern sowie Tourismus-Vertretern wurde die Problematik diskutiert und mögliche Lösungen besprochen.

Nach der Diskussionsrunde will die Gemeinde Sölden unter anderem folgende Regeln in dem beliebten Skigebiet durchsetzen:

  • Verstärkte Kontrollen zu der gültigen Lärmverordnung der Gemeinde Sölden
  • Aktives Ermittlungsverfahren seitens der Gemeindepolizei Sölden hinsichtlich das örtliche Gemeinschaftsleben störender Missstände
  • Alkoholverbot – Mittels Verordnung soll der Konsum sowie die Mitnahme von alkoholischen Getränken an einzelnen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen verboten werden
  • Verhandlungen zur Wiedereinführung eines Ordnerdiensts im Ortsgebiet von Sölden mit den Besitzern der Après-Ski-Lokale und Bars
  • Verbesserungen hinsichtlich Rauchern im öffentlichen Raum (evtl. Kennzeichnung von Raucherplätzen abseits vom Gehsteig)

Après-Ski in Sölden soll in Zukunft geregelter ablaufen – Bürgermeister Schöpf zeigt sich optimistisch

Laut Informationen der Kronenzeitung zeigte sich Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf optimistisch hinsichtlich der geplanten Maßnahmen. „Auch die Wirte ziehen bei der Suche nach Lösungen mit“, zitiert ihn das österreichische Blatt. Das ausufernde Nachtleben auf den Hütten im Skigebiet habe man bereits durch die Einführung einer Sperrstunde auf 18 Uhr gut in den Griff bekommen. Denselben positiven Effekt erhofft sich der Bürgermeister nun auch für die Ortschaft selbst.

Schöpf habe zudem darauf hingewiesen, dass sich die Party-Probleme vor allem im sogenannten „Bermuda Dreieck“ am Ortseingang abspielen würden. Dort soll das Epizentrum des Nachlebens in Sölden liegen. Andere Ortsteile seien weitaus weniger bis gar nicht betroffen.

In jüngerer Vergangenheit gab es auch tragische Zwischenfälle nach wilden Partys in Skigebieten. Nach einer Après-Ski-Party im Tiroler Zillertal ist im Frühjahr ein Niederländer in eine Schlucht gestürzt. Die Feuerwehr konnte nur noch seine Leiche bergen. Nicht der erste Fall dieser Art. (nz)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Daniel Scharinger

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