VonJekaterina Jaluninaschließen
Julian Mayrschließen
Italien kämpft derzeit gegen eine Serie heftiger Unwetter. Um den Comer See kommt es zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Evakuierungen.
Update vom 26. September, 9.29 Uhr: Noch ist die Unwettergefahr in Italien nicht vollständig gebannt. Der Zivilschutz warnt für Freitag (26. September) in Teilen der Lombardei sowie auf der Urlaubsinsel Sizilien vor Warnstufe Gelb. Einheimische und Urlauber müssen sich also nach wie vor auf starke Regenfälle und Gewitter einstellen.
Zudem lassen sich allmählich die Unwetterschäden der vergangenen Tage erkennen. Laut Rainews wurden südlich von Mailand landwirtschaftliche Flächen und Ernten von einem Hagelsturm zerstört. Besonders schwer wurde die Provinz Como getroffen. Hunderte Freiwillige des Zivilschutzes entfernten hier Trümmer von den Straßen, pumpten Keller und Straßen leer. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ist die Regionalstraße Val d‘Ayas aktuell wegen eines Steinschlags gesperrt.
Update vom 25. September, 6.48 Uhr: Weiteren Niederschlag sagt der italienische Wetterdienst Il Meteo hervor. Vereinzelte Regenfälle soll es am Donnerstag in den Alpen, im Nordwesten des Landes und in der Toskana geben. Eine ähnliche Vorhersage treffen die Experten für Freitag (26. September). Die Temperaturen sollen in Italien teils sinken.
Unwetter in Italien: Deutsche Urlauberin ist tot
Update vom 24. September, 15.02 Uhr: Nun folgt eine traurige Nachricht aus Spigno Monferrato. Die deutsche Urlauberin, die in der Nacht auf Montag von den Wassermassen mitgerissen worden war, ist tot. Die Feuerwehr fand den Leichnam laut Bericht rund vier Kilometer vom Campingplatz entfernt.
Update vom 24. September, 10.24 Uhr: Auch am Mittwoch (24. September) werden große Unwetter-Schäden aus der Gegend um Como gemeldet. Nach Mitternacht kam es laut der Nachrichtenagentur Ansa zu schweren Überschwemmungen im Stadtzentrum. Seepromenade und andere Hauptstraßen waren mit Geröll und Schlamm überflutet, die Polizei sperrte die Straßen ab.
Mehrere Gemeinden am Ufer des Comer Sees traf das Unwetter ebenfalls hart. Allen voran in Blevio und Faggeto Lario, wo ein neuerlicher Erdrutsch mehrere Weiler von der Außenwelt abgeschnitten hat. Bereits am Vortag waren etwa 30 Menschen evakuiert worden.
Update vom 23. September, 13.55 Uhr: Weite Teile Italiens kommen weiter nicht zur Ruhe. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation auf der Insel Ischia vor Neapel. Ein heftiger Wolkenbruch verwandelte die Straßen in reißende Flüsse und riss Autos mit sich, berichtet RaiNews. Ein Video des Wetterdienstes meteo.it zeigt die überschwemmten Straßen in der Ortschaft Forio. Zu sehen ist ein Auto der Carabinieri, das von den Wassermassen regelrecht weggespült wird.
Der Bürgermeister von Forio bestätigte die Evakuierung von zwei öffentlichen Schulen, einem privaten Kindergarten und dem Rathaus. Auch die Nachbarinsel Capri blieb nicht verschont. Bürgermeister Paolo Falco berichtet gegenüber der Nachrichtenagentur adnkronos von einer „Wasserbombe“, die die Insel getroffen habe, „mit Überflutungen von Geschäften und Lagern im Zentrum.“ Straßen seien zudem beschädigt worden.
Heftige Unwetter in Italien: Massive Regenfälle treffen Urlaubsregionen, Schulen evakuiert
Erstmeldung vom 23. September, 11.15 Uhr: Mailand – Italien zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen Europas. Mit seinen Küsten am Mittelmeer, den Alpenregionen im Norden, historischen Städten wie Rom, Florenz und Venedig sowie einer einzigartigen Kultur zieht das Land jedes Jahr Millionen Reisende an. Auch im Herbst gilt Italien vielen als attraktives Reiseziel: Während in Mitteleuropa die Temperaturen sinken, genießen Urlauber dort oftmals noch milde Tage, Weinlesefeste und spätsommerliche Atmosphäre. Doch in diesem Jahr zeigt sich derzeit ein anderes Bild.
Italien wird derzeit von einer Serie heftiger Unwetter getroffen. Besonders im Norden kommt es seit dem Wochenende zu Überschwemmungen, Erdrutschen und massiven Regenfällen. Laut Rai News mussten in Mailand mehrere Schulen evakuiert werden, wichtige Verkehrsadern standen unter Wasser. Laut Angaben der Behörden gilt in mehreren Regionen die zweithöchste Alarmstufe.
Starke Unwetter in Norditalien: Unwetter überschwemmen Städte, Rettungskräfte im Einsatz
In Spigno Monferrato in der Region Piemont wird eine deutsche Urlauberin vermisst. Nach Angaben von La Stampa erfasste sie eine plötzliche Flutwelle auf einem Campingplatz und riss sie mit sich. Die Frau hatte mit ihrem Ehemann und zwei Hunden in einem Wohnmobil am Fluss Valla Halt gemacht. Als der Regen stärker wurde und das Wasser stieg, versuchten sie zu Fuß zu fliehen. Dem Mann gelang die Flucht in Sicherheit mit einem der Hunde, während seine Frau den anderen Hund führte und offenbar ins Rutschen geriet. Die Strömung trug sie fort. Die Suche nach ihr wurde am Dienstagmorgen wiederaufgenommen.
Zudem wurde ein Tourist in der Region Piemont nach schweren Regenfällen als vermisst gemeldet. Wie die Feuerwehr mitteilte, musste in Meda (Brianza, Provinz Monza und Brianza) eine Mutter mit ihrem Baby aus ihrem überfluteten Haus von einer Hubschrauberbesatzung gerettet werden. In Ligurien seien laut dem öffentlichen Sender Rai mehrere Familien von der Außenwelt abgeschnitten worden.
In Mailand trat der Fluss Seveso über die Ufer, auch der Fluss Lambro führt Hochwasser. Laut dem Zentrum für Naturgefahrenüberwachung der Region Lombardei gilt in der Metropole weiterhin die orangefarbene Warnstufe wegen hydrogeologischer Risiken. Zwar bessert sich die Lage auf den Straßen langsam, doch Teams der Stadtreinigung sind weiterhin im Einsatz, um betroffene Viertel wie Valfurva, Cà Granda und Isola zu räumen.
Unwetter-Chaos in Italien: Wassermassen überfluten Urlaubsregionen – Dramatische Bilder




Italien unter Unwetterwarnung: Gewitter, Starkregen und Alarmstufen in mehreren Regionen
Wie RaiNews.it berichtet, bleibt das Wetter in ganz Italien instabil. Vor allem im Norden und in den tyrrhenischen Regionen Mittelitaliens wird mit weiteren Gewittern und ergiebigen Regenfällen gerechnet. Besonders Venetien und Friaul-Julisch Venetien sind laut den Prognosen von intensiven Unwettern betroffen. Auch in den kommenden Tagen hält die instabile Wetterlage an, wobei die Temperaturen spürbar unter die jahreszeitlichen Durchschnittswerte fallen dürften.
Nach Angaben des italienischen Zivilschutzes gilt derzeit in der Lombardei, Venetien und Latium die orangefarbene Alarmstufe. In Teilen von Piemont, Friaul-Julisch Venetien, der Toskana sowie in den gesamten Regionen Umbrien, Abruzzen und Molise wurde die gelbe Warnstufe ausgerufen. Auch in Kampanien, Sizilien und Sardinien ist mit starken Regenfällen und Gewittern zu rechnen. Für Palermo und Trapani warnte die Katastrophenschutzbehörde bis Dienstagabend ausdrücklich vor wetterbedingten Risiken.
Die Behörden rufen die Einwohnerinnen und Einwohner dazu auf, Grünanlagen, Parks sowie Bereiche mit Baugerüsten und Zelten zu meiden. In hochwassergefährdeten Gebieten rund um die Flüsse Seveso und Lambro wird zu besonderer Vorsicht geraten. (Quellen: RaiNews, italienisches Zivilschutz, La Stampa, Zentrum für Naturgefahrenüberwachung) (jal)
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