Virales TikTok-Video

Babysitterin teilt dreiste SMS von Eltern – „das ist deine Bezahlung“

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Das war spitze: Eine Nanny und ein Mädchen klatschen freudestrahlend ab.
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Sie weigern sich zu zahlen oder verhalten sich respektlos – Babysitterin Sophia muss sich von Eltern so einiges anhören.

Sophia Pagliuca arbeitet seit sieben Jahren als Kindermädchen in South Carolina in den USA. Sie hat viele Eltern kennengelernt. Auf ihrem TikTok-Account teilt sie Tipps und Tricks rund um das Thema Kinder und Babysitting mit ihren Follower:innen.

Eines ihrer Videos ging viral: Sophia teilt, welche unfreundlichen und dreisten Nachrichten sie im Laufe ihrer Tätigkeit bekommen hat und einige sind schockierend.

Dreiste Nachrichten von Eltern: Von illegaler Arbeit bis Abendessen als Bezahlung ist alles dabei

„Hast du Lust, 60 Stunden die Woche auf vier Kinder aufzupassen?“ Die meisten Menschen würden wahrscheinlich dankend ablehnen, trotzdem schicken Eltern Sophia solche Anfragen und wundern sich, dass sie keine Nanny finden. Was für die US-Amerikanerin außerdem Warnzeichen sind: keine gesicherte Stundenzahl und schlechte Rechtschreibung. „Schreibt eure Wörter aus“, kommentiert sie das in ihrem TikTok-Video.

Auch sonst sind die Eltern dreist in ihren Nachrichten. Nicht gerade wenige wollen, dass Sophia ohne Arbeitsvertrag arbeitet, weil sie das „schon immer gemacht haben“. Dann versuchen sie auch noch das Kindermädchen unter Druck zu setzen, denn wenn sie nicht ohne Vertrag arbeiten würde, dann könnten sie ihr auch „kein Geld für die Krankenversicherung geben oder bezahlte Urlaubstage anbieten“.

Ähnlich dreist sind auch die Eltern, die sie für eine Stunde länger arbeiten mit Essen bezahlen wollten. „Heyy, ist es okay, wenn wir eine Stunde länger bleiben? Und was würdest du dazu sagen, wenn deine Essensbestellung von vorher deine Bezahlung dafür ist“, schreiben die Eltern in ihrer Nachricht. „Das war echt wild. Und die Antwort war natürlich ‚Nein‘“, kommentiert Sophia das.

Dreist, dreister, diese Nachrichten…

Babysitterin Sophia: „Sie war nicht verwirrt, sie wollte nur einfach nicht zahlen“

Handwerker:innen berechnen die Anfahrt extra, denn Benzin und Diesel sind nicht kostenlos. Dass auch Nannys Sprit nicht kostenlos erhalten, haben allerdings einige Eltern offenbar nicht verstanden und schreiben Sophia so etwas: „Warte, willst du sagen, dass du extra Geld verlangst, wenn du die Kinder fährst, zusätzlich zu deinem Standardhonorar? Ich bin nur etwas verwirrt, weil wir dich für diese Zeit sowieso schon bezahlen. Sag Bescheid, ob du da flexibel bist, weil wir das nicht mit eingeplant haben.“ Da hat Sophia klare Worte: „Sie war nicht verwirrt, sie wollte nur einfach nicht zahlen“.

Und auch diese Eltern sollten ihre Nachrichten nochmal überdenken…

Für andere Eltern zählt es nicht als Arbeit, wenn die Nanny nachts auf die Kinder aufpasst, weil die Kleinen ja eh nur schlafen würden. Deshalb sollte Sophia ihrer Meinung nach mit weniger als einem Euro die Stunde zufrieden sein. Vor allem, weil sie dabei ja auf dem Sessel, der Couch oder sogar im Bett der Eltern schlafen könne.

Auch diese Eltern haben eine Absage von Sophia kassiert. „Mein Honorar für Übernachtjobs fängt bei 150 Dollar (Anm. d. Red. ca. 141 Euro) an und ich schlafe auch nicht auf Sofas oder in den Betten anderer Leute.“ Zum Vergleich: Die Eltern, die die Nachricht verschickt hatten, haben ihr 30 Dollar (ca. 28 Euro) für vier Nächte die Woche geboten.

Eltern wollen sich vor Bezahlung der Babysitterin drücken

Allgemein scheinen die Themen Geld und Bezahlung für einige der (potenziellen) Kund:innen von Sophia schwer zu verstehen zu sein. Dafür ist die nächste Nachricht ein perfektes Beispiel: Hier wollten die Eltern offenbar versuchen, nur die Hälfte des vertraglich festgelegten Preises zu zahlen. Doch Sophia lässt sie damit nicht durchkommen und erinnert sie an ihr Over-Night-Honorar.

Apropos Over-Night: „Ich schau immer, dass meine Nannys mindestens 80 Dollar bekommen, wenns bei mir in der Arbeit gut läuft, dann mehr“. Da war Sophia, verständlicherweise, geschockt: „Acht Stunden Arbeit und schwankender Lohn…“

Die nächste Person wollte den Lohn ändern – übrigens, nachdem sie schon zugesagt hatte. Sie wollte Sophia statt des vereinbarten Honorars nur 50 Dollar (ca. 47 Euro) für die gesamte Zeit zahlen. Da müsste die Nanny ein bisschen flexibler sein, schließlich würde die Person ja auch nicht so viel verdienen.

Diese Eltern wollen nicht zahlen…

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„Du willst, dass ich dich dafür bezahle, dafür dass du nur dasitzt und fernsiehst?“

Neben ihren Tätigkeiten als Nanny übernimmt Sophia für einen extra Stundenlohn auch Tätigkeiten im Haushalt. Obwohl sie ganz klar bei ihren Preisen zwischen Kindern und Haushalt differenziert, gibt es dennoch Eltern, die versuchen, das ganze zu umgehen. Natürlich soll Sophia nach Wunsch der Eltern auch hier am liebsten schwarz arbeiten. Da fehlen sogar dem erfahrenen Kindermädchen die Worte.

Bei einem weiteren Nachtjob war eine Mutter der Meinung, dass die Sicherheit ihres Kindes über Nacht nicht einmal den Mindestlohn wert sei. Ihr Kind würde sowieso „die meiste Zeit nur schlafen“. „Du willst, dass ich dich dafür bezahle, dafür dass du nur dasitzt und fernsiehst?“

Eine ähnliche Meinung hatte auch eine andere Mutter, sie würde am liebsten acht Dollar (7,50 Euro) weniger als Sophias eigentliches Stundenhonorar zahlen. Aber immerhin: „Für uns gehören unsere Babysitterinnen immer mit zur Familie und bestellen immer Pizza, wenn sie da sind!“ Dazu hat Sophia nur eines zu sagen: „Lächerlich“.

Dank respektloser Eltern haben einige Babysitterinnen keine Lust mehr

In den Kommentaren unter Sophias Video melden sich andere Personen zu Wort, die schonmal als Nanny gearbeitet haben oder es immer noch tun. Einige von ihnen erzählen, dass sie genau wegen solcher Eltern den Beruf gewechselt hätten. „Das ist der Grund, warum ich jetzt auf Haustiere aufpasse und nicht mehr auf Kinder, Leute machen sich mehr Gedanken um ihre Tiere und niemand hinterfragt meine Preise“, schreibt jemand bei TikTok.

Jemand anderes schreibt: „Leute, ein Kindermädchen ist ein Luxus, die Preise sind normal!“ Faktoren wie Ausbildung, Erfahrung, die aktuelle wirtschaftliche Situation und rechtliche Vorgaben spielten bei den Honoraren einer Nanny eine Rolle.

Die Kinder sind für Nannys selten das Problem, meistens sind es die Eltern, die sie zum Verzweifeln bringen. (Symbolbild)

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„Viele Bekannte haben mich gefragt, wann ich mir denn einen ‚richtigen Job‘ suchen werde“

BuzzFeed US hat mit Sophia gesprochen und sie gefragt, wie sie eigentlich zu ihrem Job gekommen ist. „Eines Tages kam eine Familie, für die ich schon einmal gebabysittet hatte, in das Frühstückscafé, in dem ich damals noch gearbeitet hatte, und ich habe sie dann bedient. Am Ende des Essens hatte ich meinen ersten Job als Kindermädchen – sehr unkonventionell, aber es war eine tolle Art, den Einstieg in die Branche zu schaffen! Ich habe meinen Job im Café gekündigt und arbeite seither als Kindermädchen“, sagt sie.

Sophia erzählt, dass es in der Welt der Nannys viel mehr „Pros“ als „Contras“ gebe, aber sie räumt ein, dass schon ein einziges Contra über den Erfolg oder Misserfolg eines Jobs entscheiden könne. „Das Schlimmste und Frustrierendste ist der Mangel an Respekt. Das ist ein Beruf. Kindermädchen sind für viele Menschen das Rückgrat ihres Lebens!“

„Zu viele Eltern glauben, dass die Tätigkeit als Kindermädchen ein Nebenjob für junge Frauen ist, um ‚schnelles Geld‘ zu verdienen. Die besten Stellen sind die, bei denen die Eltern den unschätzbaren Beitrag erkennen, den eine Nanny leistet. Ich möchte hinzufügen, dass nicht nur die Eltern diese Einstellung haben – viele Bekannte haben mich gefragt, wann ich mir denn einen ‚richtigen Job‘ suchen werde.“

„Weit verbreitete Respektlosigkeit“ – Kindermädchen teilt ihre Arbeitsrealität

Die Tatsache, dass man sich ständig für faire Löhne und Gehälter einsetzen und sich mit nörgelnden Eltern auseinandersetzen muss, ist eine weitere bedauerliche Realität in diesem Beruf. „Ich würde mir wünschen, mehr Menschen (auch Eltern) würden erkennen, dass es nicht einfach ist – jeder Tag kann sich stark vom vorherigen unterscheiden. Viele Leute haben mir gesagt, dass sie gerne Kindermädchen wären, weil das ja so ‚einfach‘ sei. Die Arbeit kann nicht nur körperlich, sondern auch geistig anstrengend sein. Sich um die körperliche, geistige und emotionale Gesundheit von Kindern zu kümmern, oft um mehrere gleichzeitig, ist nichts für schwache Nerven.“

„Die weit verbreitete Respektlosigkeit in Verbindung mit Überlastung, Unterbezahlung und mangelnder Wertschätzung ist für alle Nannys spürbar. Jede Fachkraft in dieser Branche hat diese Nachrichten irgendwann in ihrem Leben bekommen“, sagt Sophia und erklärt, dass sie glaubt, dass ihr Video deshalb so viral gegangen ist.

Kindermädchen zu sein ist ein anstrengender Job und verdient Anerkennung! (Symbolbild)

Babysitterin hat trotzdem Spaß an der Arbeit

Nichtsdestotrotz sagt Sophia, dass die Arbeit als Kindermädchen ihr größter Segen sei und sie viel Spaß an ihrem Beruf habe. „Ich glaube wirklich, dass die Arbeit eines Kindermädchens, das sich um Kinder kümmert, sie anleitet und ihnen etwas beibringt, einer der wichtigsten Berufe ist, denn Kinder sind die Zukunft. Wenn Eltern diese wunderbare Person finden, die sie bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützt, ist es das Wichtigste, dass sie deren harte Arbeit zu schätzen wissen.“

Sophia sagt, dass Eltern, die das nötige Geld hätten, ein Kindermädchen einzustellen, sich genau über die Branchenstandards informieren sollten – und ihre Kindermädchen entsprechend behandeln sollten. Auf der anderen Seite sollten angehende Nannys sich nicht unter Wert verkaufen, wenn sie in dieser Branche arbeiten wollen. „Kenne deinen Wert und deine Fähigkeiten. Suche so lange, bis du die perfekte Familie gefunden hast, die dich genauso schätzt, wie du sie schätzt.“ Dieser Artikel erschien zuerst am 16. April 2024 auf buzzfeed.com (Autorin: Krista Torres).

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