Ruhe bewahren!

Mutter verrät, wie Erziehen ohne Schimpfen funktioniert

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Wenn das Kind ausrastet, müssen Eltern hart durchgreifen – oder? Nicht unbedingt, denn es geht viel ruhiger und kinderfreundlicher.

Egal, ob von den Eltern, Lehrer:innen oder anderen Autoritätspersonen – geschimpft werden ist immer maximal unangenehm. Aber ist es wirklich so sinnvoll, vor allem in der Erziehung, die doch so wichtig für die Entwicklung eines Kindes ist? Nein, finden die ein oder anderen und plädieren für Konsequenzen statt schimpfen.

Aber wie sollen Eltern zwischen Haushalt, Job, Kind und Alltagsstress es schaffen, in jeder Situation die Ruhe zu behalten. Eine Mutter, die selbst versucht, nicht zu schimpfen, erklärt, wie es gehen kann. BuzzFeed News Deutschland hat die wichtigsten Tipps für dich gesammelt.

Nicht immer schimpfen!

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Kinder und emotionale Kompetenz: Wieso handelt mein Kind so?

Dein Kind hat gerade überhaupt keine Lust sich anzuziehen, obwohl ihr schon spät dran seid, im Supermarkt schmeißt es sich auf den Boden und ignoriert dich – wie kannst du solche Situationen meistern? Was du tun kannst, wenn dein Kind im Supermarkt ausrastet, erfährst du hier. In allererster Linie gilt: Ruhe bewahren, denn Schimpfen und laut werden ist dann eher kontraproduktiv, das erklärt auch Mutter Nora Ritzschke in einem Beitrag bei Leben & Erziehen. Am besten versuchst du zu verstehen, wieso dein Kind gerade nicht so will wie du, dann kehrt bald wieder Ruhe ein.

Gefühle sind kompliziert, besonders für Kinder, die erst sogenannte „emotionale Kompetenz“ entwickeln müssen. „Zu lernen, mit den eigenen [Emotionen] und derer anderer umzugehen, ist eine bedeutende Entwicklungsaufgabe der frühen Kindheit“, schreiben die Psycholog:innen Franz Petermann und Silvia Wiedebusch in ihrem Buch „Emotionale Kompetenz bei Kindern“. Die Grundlagen haben die meisten Kinder laut den Wissenschaftler:innen im Alter von etwa sechs Jahren drauf.

Du musst dir also einer Sache bewusst sein: Die Ausraster sind für dein Kind wahrscheinlich mindestens genauso verwirrend, wie für dich. In so einem Moment sorgt Schimpfen für nur noch mehr Verwirrung. Aber auch bei älteren Kindern ist es in den meisten Fällen eher kontraproduktiv. Kurt Krömer bereut es sofort, dass er seine Kinder bestraft hat.

Mehr zum Thema: BuzzFeed News Deutschland erklärt, warum Kinder im Supermarkt klauen.

Wie kann ich schimpfen umgehen?

Erst einmal musst du dir einer Sache bewusst werden, schreibt Ritzschke: „Nicht jedes Kontra ist schimpfen“. Etwas verbieten, oder, wie die Autorin schreibt, dein Kind anschreien, wenn es gerade auf eine befahrene Straße gehen will, das sei etwas anderes. „Schimpfen hingegen ist einfach nur unfair und bedeutet für mich, den eigenen Missmut an einer anderen Person auszulassen“, findet die Mutter. Schimpfen kann echt negative Folgen haben, das zeigt sich zum Beispiel bei Tiger-Eltern.

Bevor du irgendetwas tust, atmest du am besten einmal durch. Dann gilt: Ruhe bewahren und kreativ sein. Dein Kind regt sich auf, weil es gerade seine Jacke nicht anziehen will? Ritzschke empfiehlt, ein Spiel daraus zu machen. Das lenkt von der Aufregung ab und die Situation wird gleich positiver.

Und was macht die Autorin, wenn ihre Tochter einfach nicht hören will oder etwas kaputt macht? Die Mutter ist sich bewusst, dass laut werden auch hier nicht hilft. Stattdessen, schreibt sie, konfrontiere sie sie mit den Konsequenzen ihrer Handlungen. Das bedeutet zum Beispiel: Wenn dein Kind die Wand anmalt, muss es diese auch wieder saubermachen.

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Rubriklistenbild: © Pond5 Images/IMAGO

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