Bär läuft durch Stadtzentrum am Gardasee – heftige Folgen für filmenden Autofahrer
VonKarolin Schaefer
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Ein Bär irrt durch das Zentrum von Arco, unweit des Gardasees. Das Tier wird dabei gefilmt – und dem Autofahrer drohen Konsequenzen.
Arco – Es passiert zwar eher selten, dass Menschen auf Bären treffen – eine Begegnung im April endete allerdings tödlich. In der Region Trentino in Nord-Italien wurde der 26-jährige Jogger Andrea Papi von einem solchen Tier getötet. Nicht unweit vom Unglücksort treibt sich nun offenbar erneut ein Bär herum.
Im beliebten Feriendomizil Arco nahe des Gardasees wurde ein Bär gesichtet. Videoaufnahmen zeigten, wie das Tier mitten durchs Zentrum der Ortschaft lief. Für den Autofahrer, der den Bären bei seinem Streifzug filmte, drohen nun Konsequenzen.
Bär am Gardasee: Tier wollte flüchten – Autofahrer verfolgt ihn durch Stadtzentrum in Arco
Das Ereignis soll sich bereits am Dienstag (13. Juni) ereignet haben, berichtete die Provinz Trient. Der Bär hätte Anwohner in den frühen Morgenstunden erschreckt, zahlreiche wählten den Notruf. Dabei soll das Tier auch mit einem Bewohner in Kontakt gekommen sein, berichtete die Provinz gegenüber Südtirol News. Das Tier sei verängstigt gewesen und habe nach Fluchtmöglichkeiten gesucht.
Offenbar wollte der Bär mit seinem Trip durch Arco die Berge erreichen, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Daran schien ihn allerdings der Autofahrer zu hindern. Die Aufnahmen des Mannes zeigen, wie er den Bären aus dem Auto heraus filmt und durch das Stadtzentrum verfolgt. Das meint zumindest die italienische Vereinigung zur Verteidigung der Tierrechte (AIDAA), wie die Zeitung L‘Adige berichtete.
Bär am Gardasee gesichtet: „Warum jagen Sie ihn mit dem Auto?“
Veröffentlicht wurde das Video von Devid Moranduzzo, einem Politiker im Regionalrat Trentino-Südtirol für die rechtspopulistische Partei Lega Salvini Trentino. „Wir sind nicht im Gebirge, wir sind nicht im Wald! Vielleicht sind sich einige Tierschützer dieser Situation nicht bewusst!“, schrieb Moranduzzo zu dem Video.
Auf Facebook heimste der Politiker dafür ordentlich Kritik ein. „Du wirst teuer dafür bezahlt, diese Probleme zu lösen, statt sie mit diesen Videos hochzuschaukeln“, schrieb ein Nutzer. „Warum jagen Sie ihn mit dem Auto? Um ihn zu erschrecken und auf seine ‚böse‘ Reaktion zu warten?“, kommentierte ein anderer.
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Nicht nur am Gardasee: Weitere Bären-Sichtung in Italien
Die Tierschutzorganisation habe inzwischen Anzeige gegen den Mann bei der Staatsanwaltschaft Trient erstattet, schrieb L‘Adige. Der filmende Autofahrer habe, statt die Sichtung des Bären bei der Forstbehörde zu melden, das Handy gezückt und das Tier aufgenommen. Dabei habe er den Bären wohl erschreckt, weshalb das Tier in Richtung Zentrum gedrängt worden sein. „Die Art, wie dieser Bär verfolgt wurde, zeigt, mit welcher Leichtigkeit solch gefährlichen Situationen sowohl für Bären als auch für Menschen begegnet wird“, mahnte die Organisation.
Doch das ist nicht der einzige Bär, der in den vergangenen Tagen gesehen wurde. In Cavizzana in der Region Trentino wurde ein Bär beobachtet, der einen Kompost-Container plünderte. Auch in Bayern ist ein Bär gesichtet worden – eine Wildkamera hatte das Tier in Oberbayern aufgenommen.
Trotz solcher Meldungen sind Bärenangriffe und -begegnungen – vor allem in Deutschland – extrem selten. Zwar durchstreifen die Tiere vereinzelt die bayerischen Alpen, sesshaften sind sie hierzulande aber nicht, berichtete das Online-Portal Quarks, das zum WDR gehört. Sollten Sie doch mal auf einen Bären treffen, gilt es einiges zu beachten. In erster Linie aber: Ruhe bewahren, stehen bleiben und nicht wegrennen. Bei einem Angriff sollte man sich flach auf den Bauch legen, die Hände in den Nacken legen und ausharren. (kas)