Anklage für italienischen Politiker

Bär läuft durch Stadtzentrum am Gardasee – heftige Folgen für filmenden Autofahrer

  • schließen

Ein Bär irrt durch das Zentrum von Arco, unweit des Gardasees. Das Tier wird dabei gefilmt – und dem Autofahrer drohen Konsequenzen.

Arco – Es passiert zwar eher selten, dass Menschen auf Bären treffen – eine Begegnung im April endete allerdings tödlich. In der Region Trentino in Nord-Italien wurde der 26-jährige Jogger Andrea Papi von einem solchen Tier getötet. Nicht unweit vom Unglücksort treibt sich nun offenbar erneut ein Bär herum.

Im beliebten Feriendomizil Arco nahe des Gardasees wurde ein Bär gesichtet. Videoaufnahmen zeigten, wie das Tier mitten durchs Zentrum der Ortschaft lief. Für den Autofahrer, der den Bären bei seinem Streifzug filmte, drohen nun Konsequenzen.

Bär am Gardasee: Tier wollte flüchten – Autofahrer verfolgt ihn durch Stadtzentrum in Arco

Das Ereignis soll sich bereits am Dienstag (13. Juni) ereignet haben, berichtete die Provinz Trient. Der Bär hätte Anwohner in den frühen Morgenstunden erschreckt, zahlreiche wählten den Notruf. Dabei soll das Tier auch mit einem Bewohner in Kontakt gekommen sein, berichtete die Provinz gegenüber Südtirol News. Das Tier sei verängstigt gewesen und habe nach Fluchtmöglichkeiten gesucht.

Offenbar wollte der Bär mit seinem Trip durch Arco die Berge erreichen, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Daran schien ihn allerdings der Autofahrer zu hindern. Die Aufnahmen des Mannes zeigen, wie er den Bären aus dem Auto heraus filmt und durch das Stadtzentrum verfolgt. Das meint zumindest die italienische Vereinigung zur Verteidigung der Tierrechte (AIDAA), wie die Zeitung L‘Adige berichtete.

Bär am Gardasee gesichtet: „Warum jagen Sie ihn mit dem Auto?“

Veröffentlicht wurde das Video von Devid Moranduzzo, einem Politiker im Regionalrat Trentino-Südtirol für die rechtspopulistische Partei Lega Salvini Trentino. „Wir sind nicht im Gebirge, wir sind nicht im Wald! Vielleicht sind sich einige Tierschützer dieser Situation nicht bewusst!“, schrieb Moranduzzo zu dem Video.

Auf Facebook heimste der Politiker dafür ordentlich Kritik ein. „Du wirst teuer dafür bezahlt, diese Probleme zu lösen, statt sie mit diesen Videos hochzuschaukeln“, schrieb ein Nutzer. „Warum jagen Sie ihn mit dem Auto? Um ihn zu erschrecken und auf seine ‚böse‘ Reaktion zu warten?“, kommentierte ein anderer.

Vom Meeresgrund bis in die Savanne: Das sind die 10 größten Tiere der Welt

Blauwaal im Meer
Blauwal: Das größte Tier der Welt ist zweifelsohne der Blauwal. Er ist nicht nur eines der längsten, sondern auch eines der schwersten Tiere. Er kann bis zu 30 Meter lang werden und 200 Tonnen wiegen. Sein Herz ist so groß wie ein kleines Auto und er nimmt täglich knapp 4 Tonnen Nahrung zu sich. Der Blauwal kommt in allen Weltmeeren außer dem Nordpolarmeer vor. © Imago
Lange Nemertine im Meer
Lange Nemertine: Die lange Nemertine, auch Schnurwurm Lineus Longissimus genannt, ist ebenfalls ein Meeresbewohner. Sie kann über 30 Meter lang werden, hat aber nur einen Körperdurchmesser von etwa einem Zentimeter. Das längste Exemplar wurde 1864 an der schottischen Küste gefunden und maß 55 Meter. Die lange Nemertine kommt in den Brackwasserzonen von europäischen Meeren und im Atlantik vor. © Imago
Riesenkalmar im Stralsunder Meeresmuseum
Riesenkalmar: Der Riesenkalmar wird oft fälschlicherweise als Riesenkrake bezeichnet, gehört aber eigentlich zur Gattung der zehnarmigen Tintenfische. Sie werden bis zu 18 Meter lang und können ihre Farbe und Muster optisch ihrer Umgebung anpassen. Riesenkalmare kommen an den Küsten Englands, Norwegens, Japans, Australiens, Neuseelands und Südafrikas vor.  © Stefan Sauer/dpa
Portugiesische Galeere im Meer
Staatsquallen: Staatsquallen sind wie der Name schon sagt kleine Kolonien von Quallen, die fest miteinander verbunden sind. Sie können insgesamt bis zu 50 Meter lang werden und aus Tausenden von einzelnen Polypen bestehen. Die bekannteste Staatsqualle ist die Portugiesische Galeere, deren Tentakeln bei Kontakt ein Nervengift abgeben. Sie lebt hauptsächlich in den Meeren vor Portugal, den Kanaren und im Pazifik.  © Imago
Salzwasserkrokodil am Ufer
Salzwasserkrokodil: Das Salzwasserkrokodil kann nicht nur eine beachtliche Länge von über 6 Metern bekommen, es ist auch das Tier mit dem stärksten Kiefer der Welt. Weibchen können bis zu 100 Kilo, Männchen sogar bis zu 1000 Kilo schwer werden. Der korrekte Name für das Reptil lautet eigentlich Leistenkrokodil, denn es kann sowohl im Salzwasser als auch im Süßwasser überleben. Allerdings kommt es hauptsächlich in den nordwestlichen Regionen Australiens vor.  © Imago
Masai-Giraffe in der Natur
Giraffe: Die Giraffe ist nach der Körperhöhe das größte Landtier. Massai-Giraffen werden knapp 6 Meter groß und können bis zu 900 Kilo wiegen. Sie fressen ausschließlich Pflanzen und leben hauptsächlich in den östlichen Ländern Afrikas, wie Kenia oder Tansania.  © Imago
Elefant in der Savanne
Elefant: Nach der Giraffe ist der Elefant das größte Tier an Land. Afrikanische Elefanten werden bis zu 4 Meter große und wiegen sage und schreibe bis zu 7,5 Tonnen. Ihre Heimat ist die Savanne in Botswana, aber auch in Kenia, Namibia, Sambia oder Südafrika gibt es afrikanische Elefanten. Sie können Wasser bis auf 10 Kilometer riechen, was in der trockenen Umgebung ein überlebenswichtiges Merkmal ist.  © Imago
Vogelstrauß in der Natur
Vogelstrauß: Der Vogelstrauß ist nicht unbedingt das größte Landtier, dafür aber der größte Vogel der Welt. Er wird knapp 3 Meter groß, wiegt bis zu 140 Kilogramm und kann auf seinen zwei Beinen etwa 70 Kilometer die Stunde schnell rennen. Der Strauß ist in Afrika beheimatet und kommt besonders im Osten und Süden des Kontinents vor. Auf der arabischen Halbinsel und in Asien ist der Vogelstrauß ausgestorben.  © Imago
Japanische Riesenkrabbe im Meeresmuseum Stralsund
Japanische Riesenkrabbe: Ein weiteres Meerestier, das erwähnenswert ist: Die japanische Riesenkrabbe. Die Krebsart mit den bis zu 4 Meter langen Beinen scheint wie für den Aquaman-Film erfunden, ist aber ein reales Tier, das im Pazifik, vor allem rund um Japan vorkommt. Sie leben allerdings in Meerestiefen von bis zu 400 Meter, weshalb sie nur selten Begegnungen mit Menschen haben.  © Stefan Sauer/dpa
Süßwasserstechrochen im Meer
Riesen-Süßwasserstechrochen: Auch der Riesen-Süßwasserstechrochen ist ein großes Meereslebewesen. Diese Rochenart wird bis zu 2 Meter breit und 6 Meter lang und kann gut und gerne 600 Kilo wiegen. Riesen-Süßwasserstechrochen können 100 Jahre alt werden und gehören zu der Art der Fische. Sie kommen vor allem in einigen großen Flüssen Thailands vor sowie in Flüssen auf Borneo.  © Imago

Nicht nur am Gardasee: Weitere Bären-Sichtung in Italien

Die Tierschutzorganisation habe inzwischen Anzeige gegen den Mann bei der Staatsanwaltschaft Trient erstattet, schrieb L‘Adige. Der filmende Autofahrer habe, statt die Sichtung des Bären bei der Forstbehörde zu melden, das Handy gezückt und das Tier aufgenommen. Dabei habe er den Bären wohl erschreckt, weshalb das Tier in Richtung Zentrum gedrängt worden sein. „Die Art, wie dieser Bär verfolgt wurde, zeigt, mit welcher Leichtigkeit solch gefährlichen Situationen sowohl für Bären als auch für Menschen begegnet wird“, mahnte die Organisation.

Ein Bär läuft durch die italienische Ortschaft Arco.

Doch das ist nicht der einzige Bär, der in den vergangenen Tagen gesehen wurde. In Cavizzana in der Region Trentino wurde ein Bär beobachtet, der einen Kompost-Container plünderte. Auch in Bayern ist ein Bär gesichtet worden – eine Wildkamera hatte das Tier in Oberbayern aufgenommen.

Trotz solcher Meldungen sind Bärenangriffe und -begegnungen – vor allem in Deutschland – extrem selten. Zwar durchstreifen die Tiere vereinzelt die bayerischen Alpen, sesshaften sind sie hierzulande aber nicht, berichtete das Online-Portal Quarks, das zum WDR gehört. Sollten Sie doch mal auf einen Bären treffen, gilt es einiges zu beachten. In erster Linie aber: Ruhe bewahren, stehen bleiben und nicht wegrennen. Bei einem Angriff sollte man sich flach auf den Bauch legen, die Hände in den Nacken legen und ausharren. (kas)

Rubriklistenbild: © Screenshot/Facebook.com

Kommentare