VonJohannes Welteschließen
Obwohl der Winter den italienischen Alpen noch nicht vorüber ist, werden die Bären munter. Einer ist jetzt einer Autofahrerin nahe des Gardasees vor das Auto gerannt.
Passo di Maniva – In der Dunkelheit fährt eine junge Autofahrerin mit einer Bekannten auf dem Beifahrersitz auf der Provinzstraße 345, die von der italienischen Stadt Brescia durch die Alpentäler der Tre Valli auf den Manivapass, zum Idrosee und weiter zum Gardasee führt. Plötzlich bricht ein Schatten aus der Dunkelheit und taucht die Scheinwerferkegel: Ein Tier trabt vor das Auto, rennt einige Dutzend Meter vor dem Wagen her und verschwindet dann über die Böschung im Wald.
Die Frauen trauen ihren Augen nicht: Es ist ein Bär! Die Beifahrerin holt schnell ihr Handy raus und filmt die unglaubliche Begegnung.
Sichtung in Gardasee-Nähe: Frauen alarmieren die Forstwache und die italienische Polizei
Es geschah am späten Mittwochabend: Die Beifahrerin, die wie die Fahrerin aus dem Ort San Colombano stammt, hatte das etwa drei Jahre alte Tier gefilmt und daraufhin die Forstwache und die Polizei der lombardischen Provinz alarmiert. Wie aus dem Video der jungen Frauen hervorgeht, das in den sozialen Medien viral geht, legt der junge Bär einige Meter auf dem Asphalt zurück, bevor er im Wald verschwindet und sich die Spur verliert.
Laut bsnews.it war es die erste Sichtung eines Bären in der Gegend von Brescia seit Anfang 2024 und das Tier ist bislang nicht offiziell registriert. „Derzeit gibt es nicht viele Informationen darüber und die in der Gegend durchgeführte Inspektion brachte keine brauchbaren Ergebnisse“, heißt es. Es wird spekuliert, dass der Bär versuchte, über den Maniva-Pass in ein anderes Gebiet zu gelangen, allerdings hat der Schneesturm der vorigen Woche den Übergang blockiert.
Die erste Bärensichtung in der italienischen Provinz in diesem Jahr
Nach Angaben der Provinzpolizei von Brescia gab es im vergangenen Jahr 52 Meldungen aus verschiedenen Gebieten der Region Brescia (Alto Garda, Valsabbia, Valtrompia und Valcamonica). Allerdings wurden nicht alle Berichte bestätigt, auch weil diese Exemplare in der Lage sind, weite Strecken in kurzer Zeit zurückzulegen.
Eigentlich halten Bären Winterschlaf, doch dieses Jahr war die Jahreszeit zu mild, allerdings hatte eine Kaltfront seit Monatsbeginn für eine bis zu Meter hohe Schneedecke gesorgt. Anfang Februar hatte im benachbarten Trentino ein Bär Wanderer verfolgt. Die Provinz ordnete den Abschuss an, was für Kontroversen sorgte. In Nordmazedonien hatte eine Braunbärin kürzlich Skifahrer angegriffen.


