Corona-Pandemie

Biontech geht bei Omikron BA.5 von schneller Mutation aus

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Wie schnell mutiert das Coronavirus? In der Subvariante BA.5 rasant, sagt Biontech-Geschäftsführer Şahin und hat bereits den passenden Omikron-Impfstoff parat.

Mainz – Mutiert Omikron BA.5? Biontech hat eine klare Meinung und befeuert damit die Sorge vor einer heftigen Corona-Welle im Herbst in Deutschland. Zwar lassen die Infektionszahlen gerade etwas nach, aber dies scheint nur die Ruhe vor dem Sturm zu sein. Spätestens mit Beginn der kühleren Jahreszeit ist damit zu rechnen, dass die Corona-Pandemie wieder ihre Zügel anzieht. Die Gefahr ist dann auch groß vor weiteren Mutationen, sagt Biontech-Geschäftsführer Uğur Şahin im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Das gute ist: Der passende Omikron-Impfstoff von Biontech ist kurz vor der Zulassung der Europäischen Union, die EMA prüft ihn derzeit. In den USA ist bereits eine Notfallzulassung beantragt – dort in Zusammenarbeit mit dem Partner Pfizer.

Mutationen von Omikron BA.5: Schwer vorherzusagen, wann der ursprüngliche Impfstoff nicht mehr hilft

Trotzdem warnt Şahin nun in dem Spiegel-Interview vor einer raschen Mutation der Omikron-Subvariante BA.5 des Coronavirus. Es sei schwer vorherzusagen, bis wann sich das Virus so weit verändert habe, dass es vom ursprünglichen Impfstoff gegen den Wildtyp nicht mehr erkannt werde. Doch dies sei wohl eher früher als später, schätzt der Mediziner.

In der Firmenzentrale von Biontech in Mainz rechnet man mit einer raschen Mutation von Omikron BA.5. Das gut: Es gibt bereits einen angepassten Omikron-Impfstoff von Biontech. (Archivbild)

Um das Immunsystem auf die kommenden Mutationen von Omikron BA.5 und seinen Symptomen vorzubereiten, sei der Omikron-Booster gut geeignet. In diesem Fall kann das Immunsystem quasi von selber dazulernen und nachkommende Varianten besser erkennen. Aktuell sieht es so aus, als ob dieser Omikron-Booster in der kommenden Woche zugelassen werden könnte. Davon geht auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach aus, die EMA befasst sich am 1. September 2022 damit.

Omikron-Impfstoff von Biontech: Omikron-Booster gut geeignet gegen vorherrschende Mutation BA.5

Ein angepasster Omikron-Impfstoff sei dringend nötig, da Omikron BA.5 „bereits eine partielle Escape-Variante ist. Irgendwann könnten wir eine Variante haben, die überhaupt nicht mehr auf die Antikörper des ursprünglichen Impfstoffs reagiert. Da müssen wir jetzt vorbauen“, so Şahin.

Doch der Biontech-Geschäftsführer schaut trotz der schnell auftretenden Mutationen zuversichtlich in die Zukunft, da man eine Art Frühwarnsystem entwickelt habe, „das mithilfe von künstlicher Intelligenz ständig die Entwicklung des Virus analysiert“. Mit dieser Methode habe man beispielsweise die Varianten BA.4/5 sehr früh erkannt. Und auch mit dem nun entwickelten Omikron-Impfstoff von Biontech schaut er zuversichtlich nach vorn.

Mutationen von Omikron BA.5: Frühwarnsystem zur Erkennung entwickelt

Bei dieser Frühwarnmethode werde zunächst berechnet, wie stark neu identifizierte Spike-Protein-Sequenzen den aktuellen Impfstoff, wie beispielsweise den jetzt kommenden Omikron-Impfstoff von Biontech, umgehen könnten.

Zudem werden computergestützte Algorithmen verwendet, um herauszufinden, wie „effektiv das Spike-Protein an die Wirtszelle andocken kann“. Je effektiver dies funktioniert, umso ansteckender ist die Mutation von Omikron.

Rubriklistenbild: © Hannes P Albert/dpa

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