VonMoritz Bletzingerschließen
Santorini leidet unter der anhaltenden Erdbebenserie. Mittlerweile steigt die Erdrutsch-Gefahr auf der Insel auch außerhalb der Caldera.
Update vom 11. Februar, 12.04 Uhr: Die Erdbeben halten an. Am Dienstagmorgen um 9.17 Uhr erschütterte ein weiteres starkes Beben mit einer Magnitude von 4,8 das Meeresgebiet zwischen Santorini und Amorgos. Laut dem Geodynamischen Institut war es bis nach Athen spürbar. Bis kurz vor 11 Uhr traten acht weitere, schwächere Erschütterungen auf.
Ob das Beben von Montagabend mit einer Stärke von 5,3 das Hauptbeben darstellte, bleibt weiterhin ungewiss. OASP-Präsident Efthimios Lekkas erläutert bei ERT-News: „Normalerweise muss es die vorherigen um mindestens einen halben Punkt übertreffen, um als solches ausgezeichnet zu werden.“ Er ergänzt: „Aufgrund der Gesamtsituation und des Extremszenarios haben wir die operativen Maßnahmen von Santorini auf die bestmögliche Weise angeordnet, sodass wir, wenn wir das ungünstige Szenario von ungefähr 6 auf der Richterskala haben, sofort und effektiv reagieren können.“
Bislang stärkstes Erdbeben erschüttert Santorini: Gefahrenzone auf Insel weitet sich aus
Erstmeldung vom 11. Februar, 6.44 Uhr: Santorini – Die griechische Urlaubsinsel kommt nicht zur Ruhe. Und jetzt registriert Santorini das bislang stärkste Erdbeben der anhaltenden Serie. Eine Magnitude von 5,3 meldet das Geodynamische Institut von einem Beben am Montagabend (11. Februar).
Bislang stärkstes Erdbeben auf Santorini: „Das Phänomen ist dynamisch“
Die Behörde bemüht sich trotz der scheinbar immer kräftiger werdenden Erschütterungen um Beruhigung. „Es mag zwar eine Stärke von 5,3 haben, aber es unterscheidet sich nicht von früheren starken Erdbeben“, sagt Institutsdirektor Vasilis Karastathis der Zeitung Kathimerini. Forschungsleiter Thanasis Ganas betont: „Das Phänomen ist dynamisch und wir werden weitere Schwankungen sehen.“ Die Beben könnten zwei Szenarien nach sich ziehen, eines davon wäre verheerend.
Insgesamt 109 Erdbeben hatten Santorini alleine am Sonntag (10. Februar) getroffen – 14 davon mit einer Stärke von 4 oder höher. Und die Serie hinterlässt Spuren auf der Urlaubsinsel.
Erdrutsche nach Erdbeben auf Santorini jetzt auch außerhalb der Caldera
Die Erdrutsch-Gefahr auf Santorini steigt jetzt auch außerhalb der Hänge an der Caldera. Ein Forschungsteam der Universität von Athen beobachtet Erdrutsche am südlichen Küstenabschnitt, im nördlichen Teil der Insel sowie am östlichen Teil der Caldera. Betroffen sind:
- Der Hang oberhalb des Red Beach.
- Die Hänge oberhalb des Strandes von Vlychada.
- Die Hänge oberhalb des Hafens von Athinios.
- Die Hänge nördliche des Hafens von Athnios (die Straße zum Hafen gilt schon länger als gefährdet).
- Die Hänge oberhalb des alten Hafens von Fira.
- Die Hänge unterhalb von Imervigli.
- Die Hänge im Skaros-Gebiet bei Imerovigli.
- Die Provinzstraße Fira-Oia.
Vor allem am Strand von Vlychada sind die Auswirkungen der Erdrutsche laut Kathimerini enorm. Sie erstrecken sich demnach über fast den ganzen Strand. Unterhalb der steilen Hänge sammelt sich das Geröll, der Strand hat massiv an Breite verloren. Wellenbewegungen könnten ihn nach und nach aber wieder in alten Zustand versetzen.
Erdrutsch-Gefahr auf Santorini: Risiko-Gebiete gesperrt, Straßen teils geschlossen
Teile von Santorini sind jetzt wegen der Erdrutsch-Gefahr für Einheimische und Reisende gesperrt, auf bestimmten Straßen herrscht Fahrverbot. Und die Bebenserie hat auch erste Folgen für die Kreuzfahrt: Die „Viking Star“ wurde umgeleitet. (moe)
Rubriklistenbild: © Petros Giannakouris/picture alliance/dpa/AP/Datawrapper

