Wind behinderte Helikopter

Verletzte Urlauber sitzen zwei Nächte am Großglockner fest – Rettung vom Berg scheiterte mehrfach

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Seit Sonntag saßen zwei Bergsteiger am Großglockner in Österreich fest. Sie wurden bei einem Steinschlag verletzt und konnten nicht mehr aus eigener Kraft ins Tal.

Update vom 5. Februar, 10.38 Uhr: Die Rettung hat geklappt! Seit Sonntag saßen zwei Bergsteiger im Glockner-Biwak am höchsten Berg Österreichs fest, harrten zwei Nächte in der Schutzhütte aus. Ein Rettungsflug, der am Dienstag um 7 Uhr gestartet war, hat die beiden Männer jetzt ins Tal gebracht. In den Tagen zuvor waren mehrere Versuche aufgrund des starken Winds gescheitert.

Der Rettungshubschrauber C7 bracht die Männer ins Krankenhaus nach Lienz, meldet die Polizei. Sie hätten Verletzungen „unbestimmten Grades“ erlitten. Die Kleine Zeitung weiß: Einer hat sich beim Steinschlag an der Schulter verletzt, der andere am Fuß.

Außerdem scheint es Verwirrung um die Nationalität der Urlauber gegeben zu haben. In ersten Pressmittellungen hatte die Landespolizeidirektion Kärnten von Bergsteigern aus der Slowakei gesprochen, jetzt spricht die Polizei von Männern aus Tschechien.

Hier saßen die Bergsteiger zwei Nächte lang fest: Im Glockner-Biwak gibt es Stockbetten und eine Kochmöglichkeit.

Dramatische Situation am Großglockner: Bergsteiger sitzen nach Steinschlag auf rund 3000 Metern fest

Update vom 5. Februar, 16.58 Uhr: Schlechte Nachrichten aus Kärnten. Der Rettungsflug, der um 15 Uhr gestartet war, ist nicht erfolgreich gewesen. Das bestätigte Nikolaus Brandstätter vom Bergrettungsdienst Heilgenblut auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA.. Wann ein neuer Anlauf erfolgt, konnte er nicht sagen. Die Landespolizeiinspektion war bislang nicht für eine Rückfrage erreichbar.

„Wir sind bis auf etwa 20 Meter an die Unterkunft der Bergsteiger herangekommen, aber dann wurde es aufgrund des Windes zu gefährlich“, sagt Horst Wohlgemuth von der alpinen Einsatzgruppe Spittal der Kleinen Zeitung. Die Urlauber müssen wieder im Glockner-Biwak übernachten. Der nächste Versuch für einen Rettungsflug soll am Dienstag (6. Februar) um 7 Uhr stattfinden.

Erstmeldung vom 5. Februar, 14.43 Uhr: Kaprun – Notruf vom höchsten Berg in Österreich. Zwei Männer aus der Slowakei sitzen auf 3205 Metern Höhe am Großglockner fest. Ein Steinschlag habe die beiden Bergsteiger verletzt, meldeten sie selbst am Sonntag um 20 Uhr den Behörden. Seitdem harren sie im sogenannten Glockner-Biwak aus, bestätigt die Landespolizeiinspektion Kärnten auf Anfrage von IPPEN.MEDIA.

Bergsteiger sitzen am Großglockner fest: Sturm behindert Rettungsaktion – neuer Anlauf am Nachmittag

Am Großglockner herrscht aktuell starker Sturm mit Böen bis zu 100 km/h, weshalb ein Rettungseinsatz erst nicht möglich war. Ein erster Versuch am Montagmorgen scheiterte. Es ist zu windig für den Rettungshelikopter, eine Problematik, die vergangenes Jahr auch einen Rettungseinsatz am Watzmann behindert hatte.

Ausharren am Großglockner: Zwei Bergsteiger aus der Slowakei sitzen verletzt im Biwak fest.

Um 15 Uhr starten die Rettungskräfte einen weiteren Anlauf. Eine Rettung zu Fuß wäre sehr aufwendig und riskant, würde mindestens sieben Stunden dauern, sagte der Oberstellenleiter der Bergrettung Heiligenblut, Nikolaus Brandstätter, der Kleinen Zeitung.

Verletzte Bergsteiger im Großglockner-Biwak offenbar wohlauf

Immerhin: Die Bergsteiger haben ein Dach über dem Kopf und sind versorgt, haben Proviant. Nach dem Unfall an der Nordwand haben sie es aus eigener Kraft zum Biwak, einer Schutzschachtel des Alpenvereins, geschafft. Dort warten sie jetzt auf Rettung. Im Einsatz sind der Notarzthubschrauber RK1, die Bergrettung Heiligenblut sowie die Alpinpolizei Spittal an der Drau.

Welche Verletzungen die Bergsteiger erlitten haben, ist nicht bekannt. Offenbar sind sie jedoch nicht lebensbedrohlich verletzt. „Die Handy-Akkus sind aufgeladen, wir können kommunizieren. Sie haben uns mitgeteilt, dass sie sich die Abfahrt nicht zutrauen. Aber sie sind gut ausgerüstet, wie die meisten Bergsteiger aus dem ehemaligen Ostblock“, sagte Bergretter Brandstätter.

Erst Anfang Januar waren Urlauber am Großglockner in Not geraten und haben Hilfe gebraucht. Für sie wurde die Rettung ein teures Unterfangen. Sie waren bei schlechtem Wetter gestartet und müssen die Kosten des 15 Stunden langen Einsatzes von 13 Einsatzkräften selbst bezahlen. (moe)

Rubriklistenbild: © LPD Kärnten

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