VonPaul Luka Schneiderschließen
Eine Hitzewelle hat derzeit den Süden Italiens im Griff und forderte bereits Todesopfer. Nun wurde der Alarm ausgeweitet. 17 große Städte sind aktuell im Fokus.
Update vom 19. Juli 2024: Vor allem in Deutschland ließ der Sommer lange auf sich warten. Seit Tagen steigt das Thermometer, in Italien spitzt sich die Hitze währenddessen weiter zu. Zahlreiche Urlaubsregionen und auch Städte werden von einer Hitzewelle heimgesucht. Für 17 große Städte gilt nun höchste Hitze-Alarmstufe.
Bereits seit Tagen ächzt Italien unter einer Hitzewelle. Das Gesundheitsministerium des Mittelmeerlandes hat für 17 größere Städte – darunter die Hauptstadt Rom, Florenz und Bologna – die höchste Hitze-Warnstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass dort auch für gesunde Menschen negative körperliche Auswirkungen drohen können. Der Wetterdienst der Luftwaffe prognostiziert in Rom und Florenz Temperaturen um die 38 Grad, in Bologna und Perugia zwischen 36 und 37 Grad.
Besonders heiß kann es demnach auch in einigen Gegenden der süditalienischen Regionen Apulien und Basilikata sowie auf der Mittelmeerinsel Sizilien werden. Dort könnte mancherorts sogar die 40-Grad-Marke geknackt werden. Das Hochdruckgebiet „Caronte“ beschert Italien bereits seit einigen Tagen hohe Temperaturen. Vor allem die verhältnismäßig hohe Luftfeuchtigkeit macht die hohen Temperaturen in den Städten schwer erträglich.
Meteorologen zufolge soll die Hitzewelle noch bis Sonntag (21. Juli) anhalten. Danach wird in einigen Regionen, besonders im Norden, eine leichte Abkühlung mit erträglicheren Temperaturen erwartet. Diese könnte mit Unwettern und starken Gewittern einhergehen.
Erstmeldung vom 17. Juli 2024: Italien – Während der Sommer in Deutschland erst so langsam in Fahrt kommt, kann sich Italien vor Hitze und massig Sonne scheinbar gar nicht retten. Das Hochdruckgebiet „Caronte“ bringt auch in den kommenden Tagen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius mit sich, die vor allem den Süden der Republik aufheizen werden, informiert wetter.at.
Parallelen zum vergangenen Jahr, als eine Sommer-Hitze verheerenden Ausmaßes Italien bedrückte.
Am Strand kollabiert: Hitzewelle in Italien forderte vier Menschenleben
Auch Mitte Juli 2024 hat die Hitze bereits zu gravierenden Auswirkungen geführt. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, sind jüngst innerhalb von zwei Tagen vier ältere Menschen in Italien im Zusammenhang mit der Hitzewelle umgekommen. Das vierte Todesopfer, ein 70-jähriger Mann, kollabierte demnach am Sonntag (14. Juli) an einem Strand nahe der Hafenstadt Bari an der Adria und verstarb anschließend. Zwei andere Todesfälle waren am Vortag an Stränden in der süditalienischen Region Apulien verzeichnet worden. Einen weiteren Hitze-Toten gab es überdies in der Hauptstadt des Landes, Rom.
Und: Es könnten weitere Todesopfer folgen. Denn die intensive Hitze-Welle wird voraussichtlich mindestens bis Ende Juli anhalten, wie die Nachrichtenagentur schreibt. Ein Warnsignal auch für die Regierungen und Behörden. Derzeit (Stand: 17. Juli) gilt in elf Kommunen in Italien Hitze-Alarmstufe Rot. In diesen Kommunen gefährdet die Hitze also nicht nur die Gesundheit angeschlagener, älterer, und erkrankter Menschen, sondern auch die sportlicher, augenscheinlich fitter Menschen.
Für diese Gemeinden und Städte in Italien gilt die Hitze-Alarmstufe:
- Ancona
- Bologna
- Campobasso
- Florenz
- Frosinone
- Latina
- Perugia
- Rieti
- Pescara
- Rom
- Viterbo
Reaktion auf Hitzewelle in Italien: Gesteigerter Klimaanlagen-Verkauf und Eis-Konsum
Das italienische Gesundheitsministerium gibt Bürgern und Urlaubern Handlungsvorschläge zur Prävention gegen die Hitze an die Hand. So sollen Menschen den Aufenthalt im Freien und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, mindestens eineinhalb Liter Wasser am Tag trinken, fünf Portionen Obst und Gemüse essen und ein Auge auf ältere, allein lebende Menschen haben.
Wetter.at berichtet unterdessen bereits über erste Auswirkungen der Hitze auf das Konsumverhalten der Italiener. Demnach sei in den vergangenen Tagen die Nachfrage nach Klimaanlagen und Speiseeis gestiegen. Beides kann den Menschen auf verschiedene Weise etwas Abkühlung bescheren.
Klimawandel befeuert Hitzewelle im Süden Italiens – derweil Regen-Chaos im Norden
Doch an der Ursache vermehrt auftretender Hitze-Wellen wie dieser, ändert sich damit nichts. Diese gehen auf die menschengemachte Klimakrise zurück, denn es besteht eine Kausalität zwischen Klimawandel und Hitzewellen.
Während die Menschen im Süden Italiens in der Hitze schmoren, sind in Norditalien sintflutartige Regenfälle zu beobachten, die Überschwemmungen auslösen. (pls)
Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano/dpa

