Wetter-Alarmstufe Rot in Norditalien: die Urlaubsregion Emilia-Romagna kämpft aktuell mit schweren Überflutungen und Erdrutschen.
München – In Italien herrschen derzeit extreme Wetterbedingungen. Vergangene Woche knackte das Wetter im beliebten Urlaubsland erstmals Rekordwerte. Viele Urlaubs-Metropolen werden von einer heftigen Hitzewelle überrollt, Temperaturen sollen in den nächsten Tagen deutlich über 40-Grad Celsius steigen. In elf Städten wurde bereits die Hitze-Warnstufe Orange ausgerufen – Perugia erreicht sogar Rot, die höchste Warnstufe.
Unwetter ziehen seit Tagen hingegen über den Norden Italiens. Am Dienstagnachmittag (25. Juni) hat ein Gewitter in der Nähe der Stadt Rovigo in Venetien sogar einen Tornado hervorgebracht, der Bäume entwurzelte und Dächer abriss, berichtet WetterOnline. Auch in der Urlaubsregion Emilia-Romagna verursachte das schlechte Wetter in einigen Gegenden Erdrutsche und Überschwemmungen – dabei kam auch ein Mann ums Leben. Bereits im Mai sorgten heftige Unwetter in Norditalien für Chaos.
Unwetter in Italien: Straßen durch Erdrutsche und Schlammlawinen auf Hügeln und Bergen unterbrochen
Starke Regenfälle sorgten in der Emilia in den letzten Tagen für Hochwasseralarm und hat in unzähligen Gemeinden zu mehreren Notfällen geführt. Nach Angaben von La Repubblica haben Feuerwehrleute seit Montag über 180 Einsätze durchgeführt, um die verursachten Schäden zu bewältigen – die meisten davon aufgrund von Überschwemmungen und Erdrutschen auf Verbindungsstraßen. „Diese Schlechtwetterwelle stellt das Straßennetz von Modena und darüber hinaus auf eine ernsthafte Probe, mit Dutzenden von Eingriffen im gesamten Apennin und in den hügeligen Gebieten“, erklärte Fabio Braglia, Präsident der Provinz.
🔴 Situazione del Torrente Tiepido, del bacino del Panaro, a Fossalta (MO). IL torrente ha sfiorato la soglia rossa con 6,91 mt, secondo «Emilia Romagna Meteo». pic.twitter.com/PBi8rSh5dV
— Italia 24H Live 🔴 – Notizie dall'Italia (@Italia24HLive) June 25, 2024
Die Situation in Emilia bleibt weiterhin angespannt. Das Parma-Gebiet steht unter Wasser, Erdrutsche gibt es im Apennin zwischen Reggio und Bologna, sowie überflutete Bäche und Kanäle und isolierte Häuser. Die Katastrophenschutzwarnung verschärfte gestern, wie Ansa berichtet, aufgrund der Überschwemmungen der Flüsse, die Alarmstufe Orange auf Rot. Auch kleine Brücken stürzten ein und einige Familien mussten von Feuerwehrleuten mit Schlauchbooten evakuiert und gerettet werden. Ein 85-jähriger Mann starb in der Gegend von Parma, nachdem der Wildbach Termina überschwemmt worden war. Seine Leiche wurde am Abend von der Feuerwehr am Lido Valtermina in der Gemeinde Traversetolo geborgen. Im Urlauber-Idyll Südtirol mussten indes zahlreiche Häuser wegen einer verheerenden Schlammlawine evakuiert werden.
Unwetter in Italien: Überschwemmungswerte der Flüsse besorgniserregend
Von der Unwetter-Welle war dem Bericht zufolge auch der Norden der Toskana mit Pistoia betroffen, wo es zu rund siebzig Feuerwehreinätzen kam, weil Wasser in die Straßen und Unterführungen gelangte. La Repubblica zufolge seien die neuen Überschwemmungswerte in Parma, Enza, Crostolo, Secchia, Panaro, Samoggia, Reno und Idice besorgniserregend. Die Höchstwerte seien mit den vorherigen vergleichbar oder höher.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Nach Angaben der italienischen Tageszeitung werden für Mittwoch (26. Juni) „zu Warnzwecken keine nennenswerten Wetterphänomene erwartet. Am Nachmittag wird aber mit der Möglichkeit vereinzelter und kurzlebiger Gewitter gerechnet“. Wer in den Sommerferien mit dem Auto nach Italien fahren möchte, muss jetzt die San-Bernardino-Route umfahren – diese ist nach heftigen Unwetter in der Schweiz gesperrt. (vw)